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Radler in Städten - Wie New York fahrradfreundlicher werden will

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Deutschland diskutiert über fahrradfreundliche Städte. Die Millionenstadt New York baut bereits seine "Protected Bike Lanes" aus, gut 90 Kilometer sind fertig. Und bitter nötig.

Archiv: Fahrradfahrer in New York, aufgenommen am 24.01.2019
Fahrradfahrer in New York
Quelle: Reuters

Bereits um neun Uhr morgens sind die New Yorker sportlich unterwegs. Essen wird mit dem Fahrrad ausgeliefert, Pizzaboten mit vollen Gepäckträgern bringen die ersten Bestellungen. Antoine ist auf dem Weg zur Arbeit. Mit dem Fahrrad fährt er zwar gerne, aber nicht bedenkenlos: "Ich mache mir hier große Sorgen um die Luftverschmutzung. Die globale Erderwärmung macht mir Angst." Und: "Wir haben zwar gute Straßen, aber eher für die Autofahrer. Der Straßenverkehr in New York City ist wirklich aggressiv."

Das Fahrrad - die Alternative zum Stau

Dicke Luft, Lärm, Dauerstau - das ist keine Debatte nur in vielen deutschen Städten, die derzeit händeringend versuchen, Fahrverbote abzuwenden. Verkehr und Abgase machen Städtern weltweit zu schaffen. Eine Lösung: Das Fahrrad. Wie geht eine 8,5-Millionen-Menschen-Metropole wie New York mit dem Thema um?

23 Projekte hat die Stadt geplant, um sein Radwegenetz weiter auszubauen. Derzeit sind es etwa 1.800 Kilometer, 2006 war es noch nicht einmal die Hälfte. Der Erfolg: Von 2011 bis 2016 stieg die Zahl der New Yorker, die sich einigermaßen regelmäßig aufs Rad schwingen, um 30 Prozent an.

Der schlimmste Distrikt: Manhatten

Wenn es nach Antoine geht, noch längst nicht genug. Die Radrouten müssten weiter ausgebaut werden, meint er. Seine Forderung: "Macht das Fahrradfahren für uns sicherer! Wir brauchen mehr Platz. Und vor allem sollte den Autofahrern endlich klar werden, dass wir hier auch sein dürfen." Die führen oft sehr knapp an den Radlern vorbei. "Als Fahrradfahrer wird einem das Gefühl gegeben, dass man im Weg ist." Einmal hatte er bereits einen Unfall. Manhattan, urteilt Antoine, sei der schlimmste Distrikt.

Straßenverkehr in New York
Straßenverkehr in New York (Archiv): Radfahrer (hier rechts im Bild) teilen sich die Straßen mit Bussen, Autos, LKW und Fußgängern.

Trotz der kalten Tage sind hier zahlreiche Fahrradfahrer unterwegs. Sie teilen sich die Straßen mit Bussen, Autos, LKW und Fußgängern - manchmal sogar Reitern und Kutschen. Zur Rush-Hour geht es besonders chaotisch zu. Natürlich sei es in einer so großen und vollen Stadt nicht ganz ungefährlich, sagt Radfahrer Cameron. Ein Risiko gebe es immer. Trotzdem ist er guten Mutes: "Ich weiß die Fahrradwege, die wir hier haben, wirklich zu schätzen." Vor einigen Jahren habe es noch gar keine gegeben. "Da sind wir einfach auf der Straße gefahren", schildert Cameron. Noch ein paar mehr Radwege wären "wirklich cool". Aber er "mag die Richtung, in die wir steuern".

Radfahren soll sicherer werden

Die Stadt will Radfahren sicherer machen. Der Ausbau der "Protected Bike Lanes" steht ganz oben auf der Agenda der New Yorker Verkehrsbehörde (New York City Department of Transportation). Laut eigenen Angaben wurden

  • 2016 knapp 30 Kilometer fahrradsicher gemacht,
  • 2017 gut 40 Kilometer und
  • 2018 knapp 21 Kilometer.

Der Plan für die neuen "Protected Bike Lanes" für das Jahr 2018 lag eigentlich bei 30,2 Meilen. Davon werden 7,5 Meilen derzeit noch fertiggestellt, die restlichen 9,8 befinden sich in der Planung.  

Der aktuelle Bürgermeister von New York City, Bill de Blasio, hat einen weiteren ehrgeizigen Plan für seine Stadt. Die Vision Zero. Die Konzept-Idee stammt ursprünglich aus Schweden. Die Theorie ist, dass Verkehrsunfälle ausschließlich auf eine mangelhafte Straßenführung zurückzuführen sind. Bis 2024 soll die Zahl der Verkehrstoten in New York City auf null sinken. "Besonders gefährdet sind Senioren und Kinder im Straßenverkehr – wir dulden das nicht mehr", schreibt de Blasio in der Broschüre seiner Vision Zero. Alkohol am Steuer oder die Nicht-Benutzung der Sicherheitsgurte seien gesellschaftlich inakzeptabel, heißt es dort weiter.

Yuki indes fühlt sich jetzt schon sicher: "Wir brauchen keinen Fahrradhelm", meint der New-York-Tourist - womit er unter New Yorker-Radlern nicht alleine ist. Yuki nutzt wie viele andere auch die an fast jeder Ecke bereitstehenden Leihräder. Seine Gruppe will schnell und einfach von Midtown zum Central Park. "Für uns ist das super. Mit den Fahrrädern ist es wirklich einfach von einem Ort zum anderen zu kommen." In Japan, fügt er hinzu, würde er auch immer ohne Helm fahren.

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