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Ramadan in der Schule - Bitte auch mal was trinken!

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Siebzehn Stunden ohne Essen und Trinken, das halten viele muslimische Schüler zurzeit aus. Es ist Ramadan und schon manche Grundschüler fasten mit. Doch viele Kinder klagen aufgrund von Flüssigkeitsmangel über Kopfschmerzen oder treten völlig übernächtigt Klassenarbeiten an.

Kein Essen und Trinken von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Muslime begehen derzeit den Fastenmonat Ramadan. Neben Erwachsenen halten sich auch immer mehr Schüler an die muslimische Fastenzeit – doch das gefährdet nach Angaben des Deutschen …

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Der Fastenmonat Ramadan fällt dieses Jahr in die heißeste Phase des Jahres. Kinderärzte halten dieses radikale Fasten von Kindern für bedenklich. Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (bvkj) rät vom Ramadan-Fasten ab: "Muslimische Eltern sollten ihren Kindern erklären, dass das Fasten für sie ungesund ist." Eigentlich müssten Kinder vor der Pubertät gar nicht mitmachen beim Fasten.

Dorthe Ferber
Dorthe Ferber, Leiterin ZDF-Studio Düsseldorf Quelle: zdf

Denn erst die Pubertät kennzeichnet die Fastenmündigkeit im Islam, als Faustregel gilt eine Altersgrenze von 14 Jahren. Aber der Islamverband DITIB weist zugleich darauf hin, dass Pubertät individuell sei, es könnten also auch schon Jüngere reif sein. Kinder, die noch nicht die Pubertät erreicht haben, sollten so viele Tage fasten wie sie können, um sich an den Ramadan zu gewöhnen. "Weder die Eltern noch die Schule sollten Druck ausüben, dass das Kind fastet oder sein Fasten bricht."

Fasten fällt in Schlussspurt des Schuljahres

So erscheinen also Schüler zum Unterricht, die um 3 Uhr morgens aufgestanden sind, um noch vor Sonnenaufgang frühstücken zu können. Oder solche, die auch nach dem anstrengenden Wettlauf im Sportunterricht nichts trinken. Da stehen Lehrer vor einer sechsten Klasse mit einem halben Dutzend fastender Schüler und fragen sich: Sind die Kinder überhaupt fit genug, um den anstrengenden Schulalltag am Ende des Schuljahres zu bewältigen? Denn in dieser Phase werden die letzten Klassenarbeiten geschrieben, die über die Versetzung entscheiden und im Sommer finden auch die Sportfeste statt.

Im Kölner Dreikönigsgymnasium haben sie jetzt reagiert. Kinder und Jugendliche können sich nicht einfach vier Wochen lang aus der Schule mehr oder minder ausklinken, sagen sie hier und haben einen Rundbrief an die Eltern verfasst. "Es ist sicherlich wünschenswert, dass sich Kinder mit religiösen Traditionen auseinandersetzen und verständlich, dass gerade junge Kinder stolz darauf sind, an diesen Traditionen teilzuhaben," heißt es da und: "Sie liebe Eltern, sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass Ihre Kinder in der Schule sehr beansprucht werden und Kraft und Konzentration benötigen, um den Leistungsanforderungen gerecht zu werden."

Kinder wollen sich mit dem Fasten von ihren Eltern abgrenzen

Dabei erwarten meist nicht die muslimischen Eltern das Fasten von den Kindern. Sie reagieren überwiegend einsichtig, wenn Lehrer das Problem ansprechen. Bei den Heranwachsenden ist das nicht immer so. Selbst wenn Eltern appellieren, das Fasten beispielsweise aufs Wochenende zu beschränken, finden sie nicht immer Gehör: Die Kinder wollen durchhalten, dazugehören zur Gruppe der gleichaltrigen Fastenden. Abgrenzung spielt bei Heranwachsenden immer eine große Rolle - auch beim Fasten.

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