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Filmstart "Rambo: Last Blood" - Mit dem Kopf durch die Leinwand

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Mit "Rambo: Last Blood" startet der neue Film um Actionheld John Rambo. Auch mit 73 Jahren stapft Sylvester Stallone noch durch literweise Filmblut. Ein Blick auf seine Karriere.

Sylvester Stallone in einer Szene aus "Rambo 5 - Last blood"
Noch keine Lust auf Rente: Sylvester Stallone in "Rambo: Last Blood"
Quelle: dpa

Freier Oberkörper, Maschinengewehr unterm Arm und kaum ein Satz länger als drei Wörter. 37 Jahre liegt sein erster Einsatz als John Rambo bereits zurück. Nachdem Sylvester Stallone mit seinem Überraschungshit um den Boxer Rocky Balboa seine Karriere gestartet hatte, wurde er mit der Rambo-Serie zu einer der zentralen Figuren des Action-Blockbuster-Genres der 1980er.

Eine One-Man-Show

Sylvester Stallone hatte oft ein schwieriges Verhältnis zur Filmindustrie in Hollywood. Obwohl die Rocky-Serie in großen Teilen seine Idee war, und der erste Film der Serie drei Oscars gewann, ging Stallone finanziell weitgehend leer aus: "Jedes Wort, jede Silbe, jeder grammatische Fehler waren mein Fehler", sagte er dem Magazin Variety. "Und doch gehört mir kein Anteil an Rocky." Nicht sehr schmeichelhaft war auch das Urteil von Pauline Kael, Filmkritikerin des New Yorker, über Stallone. Sie nannte ihn mit Blick auf seine oft überdimensionierte Rolle bei Filmprojekten einen "Orson Welles für Dumme".

Eine Kämpfernatur wie Rocky selbst

Nach einer Reihe von Misserfolgen in den 1990er Jahren ließen ihn seine Agentur und Manager fallen. Er besann sich zurück auf das, was ihm ursprünglich Erfolg gebracht hatte: Filme, die in weiten Teilen von ihm selbst geschrieben, produziert, gefilmt und geschauspielert waren. 2006 erschien Rocky Balboa und anschließend die beiden erfolgreichen Creed-Filme. Zusammen mit anderen Schauspielern des Action-Booms der 80er Jahre steht er seit einigen Jahren in den Expendables vor der Kamera und kommentiert ironisch seine eigene Karriere.

Strapaziere nicht seine Geduld

Die erste Schnittversion des ersten Rambo-Films First Blood sollte mehr als drei Stunden lang werden. Stallone war von dem Ergebnis so entsetzt, dass er versuchte, die Rechte am Film zu erwerben – um ihn anschließend zerstören zu lassen. Seine Kritik führte zu einem aufwendigen Neu-Schnitt runter auf 93 Minuten. Dieser kam in die Kinos und spielte fast das Zehnfache seiner Produktionskosten ein. Auch sonst warf Superstar Stallone sein ganzes Gewicht als Oscar-nominierter Drehbuchautor in die Waagschale: Er überzeugte Regisseur Ted Kotcheff, den Film nicht mit dem Suizid der Titelfigur enden zu lassen. Auch strich Stallone ohne Absprache mit den Produzenten fast alle Dialogzeilen seines Charakters. "Er ist ein großartiger Autor mit einem tollen populistischen Gespür", so Kotcheff gegenüber dem Filmmaker Magazine.

Sylvester Stallone in einer Szene aus "Rambo - First Blood Part II"
Die Matte sitzt: Sylvester Stallone unterwegs in Vietnam im zweiten Rambo-Teil
Quelle: imago

Rambo, aber kindgerecht

1986 wurde auch eine Zeichentrickserie produziert, um vom Erfolg des zweiten Rambo-Films im Jahr zuvor zu profitieren. Während der Film in den meisten Ländern ab 16, beziehungsweise 18 Jahren freigegeben war, richtete sich die animierte Serie an Kinder. Ein absolutes Novum und Risiko für die Produktionsgesellschaft. Ein Publikums-Hit wurde sie nicht, zumal sie bei 65 produzierten Folgen innerhalb eines Jahres ein gutes Beispiel für Masse statt Klasse war.

Stallone legte sich mit der Militärregierung in Myanmar an

Es war nicht immer ungefährlich, für die Rambo-Serie zu arbeiten: Als er nach dem Dreh von John Rambo im Jahr 2007 aus Thailand zurückkehrte, berichtete Stallone von erschütternden Zuständen an der Grenze zu Myanmar. "Das ist eine Hölle, wie du sie dir nicht vorstellen magst." Der Film behandelt die Rettung christlicher Missionare vor einer lokalen Milizgruppe. Stallone griff in mehreren Interviews die burmesische Militär-Junta wegen Menschenrechtsvergehen an. Der Film wurde in Myanmar verboten.

Und doch teils altbackene politische Botschaften

Der aktuelle Rambo-Streifen spielt in Teilen in Mexiko. Banden haben Rambos Ziehtochter Gabrielle entführt und die gealterte Kampfmaschine – das Lebensende bereits vor Augen – ist noch einmal auf Rache aus. Die meisten werden die unpolitische Action genießen können. Und doch ist es ermüdend, dass der Film das alte Klischee der Wilden südlich der Grenze so aufleben lässt. Die aktuellen Debatten um Rassismus, nationale Sicherheit und der reale Alltag vieler Mexikaner in Kartell-Gebieten sind dem Streifen mehr als egal. Und es ist nicht das erste Mal, dass Rambo schlecht altert: Der dritte Teil der Serie aus dem Jahr 1988 endete mit einer Widmung an die "tapferen Mudschahidin von Afghanistan".

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