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Randale in Leipzig - Bewährung in Silvester-Prozess

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An Silvester kommt es in Leipzig zu heftigen Ausschreitungen. Nun wurde ein erstes Urteil gegen einen Angeklagten gefällt.

Ein Angeklagter in einem Silvester-Prozess.
Ein Angeklagter im Silvester-Prozess.
Quelle: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Nach den Angriffen auf Polizisten zu Silvester in Leipzig-Connewitz ist ein erster Beschuldigter zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt worden. Das Amtsgericht der sächsischen Stadt sprach den 27-jährigen Mann am Mittwoch in einem sogenannten beschleunigten Verfahren schuldig, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Das Urteil erging demnach wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung und Widerstands und ist rechtskräftig. Laut Anklage stellte der Mann einem rennenden Polizisten mitten in einer Einsatzmaßnahme ein Bein. Der Beamte stürzte laut Staatsanwaltschaft und verletzte sich verletzte sich am Knöchel und am Unterarm.

Angeklagte entschuldigte sich immer wieder

Wie die Anklagebehörde nach der Verhandlung am Mittwoch weiter mitteilte, räumte der Beschuldigte die Tat vor Gericht ein. Er entschuldigte sich bei dem Polizisten. Der nicht vorbestrafte Angeklagte entschuldigte sich in der Verhandlung immer wieder. Er könne sich nicht erklären, warum er das Bein gestellt habe. "Das war eine riesengroße Dummheit", sagte er. Nach der Tat wurde bei dem 27-Jährigen ein Alkoholwert von etwa 0,7 Promille gemessen.

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Nach dem Angriff auf einen Polizisten in Leipzig-Connewitz ermitteln die Behörden wegen versuchten Mordes. Doch es gibt auch Kritik an dem Einsatz in der Silvesternacht.

von Thomas Bärsch

Kein Zusammenhang mit dem versuchten Mord

Eigenen Angaben zufolge hielt sich der Mann zum ersten Mal in der Silvesternacht in dem linksgeprägten Stadtteil auf. Der Vorsitzende Richter glaubte der Darstellung des 27-Jährigen, dass er sich nicht gegen Polizeipräsenz oder -gewalt habe wehren wollen, sondern unter alkoholisierter Enthemmung und aus Dummheit gehandelt habe. Nach dem Urteil kam er wieder auf freien Fuß. Bis zur Verhandlung hatte er noch in Untersuchungshaft gesessen.

Es war der erste Prozess im Zusammenhang mit den Ausschreitungen. Der 27-Jährige wurde in einem beschleunigten Verfahren verurteilt. Das kann angewandt werden, wenn ein Sachverhalt einfach und klar ist. Der Mann soll zudem noch 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Mit dem schwerwiegendsten Tatvorwurf zu Silvesternacht - einem versuchten Mord an einem Polizisten - hatte der 27-Jährige nichts zu tun. Diese Angreifer sind noch nicht ermittelt.

Der Polizisten-Angriff in Leipzig

Bei den Angriffen im linksalternativ geprägten Connewitz waren mehrere Polizisten verletzt worden, einer davon nach Behördenangaben schwer. Laut Polizei wurden Beamte in der Neujahrsnacht aus einer Gruppe heraus massiv angegriffen. Drei weitere Beschuldigte sitzen noch in Untersuchungshaft.

Ihnen wird ebenfalls Widerstand sowie Körperverletzung vorgeworfen. Die Attacke auf den schwer verletzten Beamten stuft die Staatsanwaltschaft als Mordversuch ein und ermittelt entsprechend. Mit dieser Tat haben auch die drei noch Inhaftierten allerdings nichts zu tun.

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