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Reaktionen zu "Klartext, Herr Schulz!" - "Warme Worte" und "Geschichten"

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Knapp 3,5 Millionen Zuschauer haben "Klartext, Herr Schulz!" am Dienstagabend verfolgt. Natürlich auch die eigene Partei und die politischen Gegner. Vor allem Letztere gehen hart mit Schulz ins Gericht.

90 Minuten Bürgersprechstunde im Fernsehen – in der Sendung „Klartext“ gab sich Martin Schulz volksnah. Zum Schluss forderte er Bundeskanzlerin Merkel zu einem zweiten TV-Duell auf. Doch auch viele Wähler scheinen inzwischen Duell-müde zu sein.

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Erwartungsgemäß war der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann von Schulz‘ Auftritt bei "Klartext, Herr Schulz!" absolut überzeugt. Er sei auf die Fragen der Bürger direkt eingegangen und konnte Lösungskonzepte aufzeigen. Besonders lobt er das Format der Wahlarena in der sich die Kandidaten den Fragen der Wähler stellen. Er unterstütze damit auch Schulz Forderung an Angela Merkel, ein weiteres TV-Duell zu veranstalten. Oppermann würde sich dafür auch Fragen von Wählern wünschen. Diesen Wunsch hat Merkel mittlerweile jedoch abgelehnt.
Oppermann erklärte anschließend wie die von Martin Schulz bei "Klartext" versprochenen Investitionen finanziert werden sollen. Dazu wolle die SPD die "erwirtschafteten Haushaltsüberschüssen, Rücklagen und eine moderate Erhöhung des Spitzensteuersatzes" nutzen, so Oppermann. In den letzten elf Tagen bis zur Bundestagswahl setzt Oppermann ganz auf die Mobilisierungskraft der SPD-Mitglieder und ist dabei äußert zuversichtlich: "Wir spielen um Platz 1".

Kipping: "der Ritter der traurigen Gestalt"

Linken-Parteivorsitzende Katja Kipping sah die Chancen von Martin Schulz auf den Sieg bei der Bundestagswahl weitaus skeptischer: "Martin Schulz wirkt wie der Ritter der traurigen Gestalt. Einerseits kämpft er noch, findet warme Worte. Andererseits hat er selbst die Mittel aus der Hand gegeben, mit denen er gewinnen kann", so Kipping in der moma-Arena. Schulz habe es nicht geschafft, klar für einen Kurswechsel zu werben und damit die Chancen auf einen Sieg bei der Wahl verspielt.

Dass Schulz Rot-Rot-Grün als Koalition nicht gänzlich ausgeschlossen hat, ist für Kipping auch keine Hilfe: "Die Achillesferse der SPD ist die fehlende Glaubwürdigkeit", so Kipping. Schulz habe zwar schöne Ziele benannt, sei dann aber zu unkonkret bei der Umsetzung und der Finanzierung seiner Pläne gewesen.

AfD: SPD hat zu lange im "Einheitsbrei mitregiert"

Auch AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland ist nicht überzeugt von Schulz‘ Wahlkampf für Gerechtigkeit. Das sei aber auch nicht verwunderlich. Die SPD habe acht Jahre "in dem Einheitsbrei mitregiert" und er findet es komisch, wenn man sich nun im Wahlkampf hinstelle und sage, ab jetzt mache man alles anders. Ob Gauland Martin Schulz gerne als Kanzler hätte, beantwortet der ehemalige CDU-Politiker nicht, er habe sich aber gewünscht, dass Schulz es schafft, Angela Merkel "von der Kanzlerschaft zu vertreiben". Merkel sei nach Meinung seiner Partei ein "Fehler für Deutschland".

Schulz wurde bei "Klartext" auch danach gefragt, wie er mit der AfD umgehen würde, sollte diese am 24. September in den Bundestag einziehen. Er würde sie "rausschmeißen" war Schulz‘ direkte Antwort, da die Partei seiner Meinung nach die Würde der Menschen mit Füßen trete. "Ich hoffe, wir leben noch in einer Demokratie. Da schmeißt uns Herr Schulz garantiert nicht raus", entgegnet Gauland im ZDF morgenmagazin.

Ein "Geschichtenerzähler mit therapeutischen Maßnahmen"

Auch CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer wurde gefragt, ob er bei "Klartext, Herr Schulz" den künftigen Bundeskanzler, einen Koalitionspartner oder den nächsten Oppositionsführer gesehen hat. Doch Scheuer habe nur einen "Geschichtenerzähler, mit Zuhören und therapeutischen Maßnahmen, nicht mit konkreten Lösungen" gesehen. Man brauche visionäre Ansätze und klare Konzepte für die Zukunft. Das war für Scheurer nicht genug. Sein Fazit: „nett, kann gut zuhören, zu wenig an Konkretem“

Am Donnerstag stellt sich auch Angela Merkel im ZDF den Fragen der Wähler. Dann heißt es "Klartext, Frau Merkel!".

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