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Stimmen zum Nahles-Rücktritt - "Sozialdemokratin mit Herzblut, ein feiner Charakter"

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Ein "feiner Charakter", eine "Sozialdemokratin mit Herz": Nach ihrem angekündigten Rücktritt gibt es viel Anerkennung für Andrea Nahles - und Bekenntnisse zur Großen Koalition.

  • In diesem Artikel haben wir die wichtigsten Reaktionen für Sie zusammengefasst.
  • Die aktuellsten Entwicklungen können Sie hier im Liveblog nachlesen.

Merkel dankt Nahles für Vertrauen und Zuverlässigkeit

Kanzlerin Merkel hält trotz der Entscheidung von SPD-Chefin Nahles an der GroKo fest: "Wir werden die Regierungsarbeit fortsetzen, mit aller Ernsthaftigkeit."

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigt vor allem die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Nahles. "Ich habe viele Jahre mit ihr zusammengearbeitet, sowohl als Bundesministerin für Arbeit und Soziales als auch als Partei- und Fraktionsvorsitzende. Ich habe es immer vertrauensvoll getan, und es war immer absolut zuverlässig, was wir miteinander besprochen haben." Nahles sei "Sozialdemokratin mit Herzblut, das kann man sagen. Aber ich finde, sie ist auch ein feiner Charakter."

Zur Zukunft der Großen Koalition sagt Merkel: "Wir werden die Regierungsarbeit fortsetzen - mit aller Ernsthaftigkeit. Und vor allen Dingen auch mit großem Verantwortungsbewusstsein." Die Themen, die Union und SPD zu lösen habe, lägen auf dem Tisch - sowohl in Deutschland als auch in Europa und der Welt. "Und in diesem Geiste werden wir weiter arbeiten."

Kramp-Karrenbauer: "Stehen zur Großen Koalition"

Die CDU steht weiterhin zur Großen Koalition, sagt Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer. "Die CDU wird weiterhin ihren Beitrag zu einer stabilen und verlässlichen Regierung leisten."

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CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer appelliert an die SPD, die Stabilität der Großen Koalition nicht zu gefährden. Sie gehe davon aus, dass die Sozialdemokraten die nun notwendigen Personalentscheidungen zügig treffen werde "und die Handlungsfähigkeit der Großen Koalition nicht beeinträchtigt wird". Für die CDU gelte: "Dies ist nicht die Stunde von parteitaktischen Überlegungen. Wir stehen weiter zur Großen Koalition."

Klingbeil: "Nahles hat konsequent gehandelt"

"Es war kein einfacher Tag, es hat sich ja angedeutet, dass es heute zu Entscheidungen kommen kann", sagt SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil im ZDF. Andrea Nahles habe konsequent gehandelt. Als Parteiführung sei man jetzt an der Pflicht, zu schauen, wie man aus der Situation wieder herauskomme. "Aber es ist eine ernste Lage für die SPD. Und wir stehen jetzt alle gemeinsam in der Pflicht, konsequent, besonnen, aber auch verantwortungsvoll zu handeln", sagt Klingbeil.

Die SPD müsse sich intensiv mit den Ergebnissen der Europawahl auseinandersetzen. "Ich habe am Wahlabend schon gesagt, das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben. Ich meinte damit allerdings keine personellen Konsequenzen", räumt der Generalsekretär ein. Stattdessen müsse man über eine programmatische Klarheit und strategische Fragen reden. "Ich will, dass meine Partei auch nach außen verkörpert, dass wir Wahlen gewinnen können." 

Dreyer: "Lage für die SPD sehr ernst"

Die Lage bei der SPD sei nach Nahles‘ Rücktritt zwar "sehr ernst", gibt SPD-Vize Malu Dreyer zu. Die Partei sei aber nicht führungslos, versichert sie den Wählern.

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Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer dankt Andrea Nahles und zollt ihr Respekt. Zugleich beklagt sie, dass es zuletzt an Solidarität gemangelt habe. Die Lage der SPD empfindet Dreyer als "sehr ernst". Ihren Wählern versichert sie aber, dass die SPD nicht führungslos sei. Gemeinsam mit den anderen Stellvertretern Nahles' werde sie nun beratschlagen, wie es weitergehe.

Schäfer-Gümbel: "Dank und Anerkennung"

Die Entscheidung von Andrea Nahles verdiene Anerkennung und Respekt, sagt SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel. Ihr Schritt sei konsequent und ermögliche der SPD eine Neuaufstellung.

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Die Entscheidung von Andrea Nahles verdiene Anerkennung und Respekt, sagt Thorsten Schäfer-Gümbel. "Ihr Schritt ist sehr konseuquent und entschieden. Sie macht damit den Weg für eine Neuaufstellung frei", sagt der SPD-Vize. Nahles habe mit ihrem Schritt vor allem verhindern wollen, dass es zu einer Spaltung der Partei komme. Jetzt gehe es darum, zu sammeln und zu führen. Dabei erwartet Schäfer-Gümbel auch, dass "der Respekt gegenüber anderen Standpunkten und Ansichten, den ich in den letzten Tagen von einigen auch Verantwortungsträgern ausdrücklich vermisst habe", wieder zurückkkehre.

Söder: "SPD muss klären, ob sie regieren will"

"Es geht jetzt nicht um die Spekulationen um Neuwahlen, sondern es geht um die Stabilität, die Deutschland braucht", bemerkt auch CSU-Chef Markus Söder im ZDF. In diesen Zeiten sei es ein schwerer Fehler, wenn Deutschland mutwillig in eine Neuwahl stolpere, findet Bayerns Ministerpräsident. Aus dem Koalitionsvertrag wolle man noch viel umsetzen und auch neue Themen angehen. "Die SPD muss selber klären: Will sie regieren - hat sie die Kraft zu regieren oder nicht?"

Die SPD zuvor mit einer "alten Jammertante" verglichen zu haben, tue ihm nun Leid, sagt Söder. Andrea Nahles sei nicht verantwortlich für die Querelen bei den Sozialdemokraten. "Darum ist jetzt nicht entscheidend, wer die SPD führt, sondern ob die Führung insgesamt bereit ist, sich unterzuhaken und mitzumachen - und endlich einmal nicht zu sehr an die eigenen Befindlichkeiten denkt, sondern an die Sorgen und Nöte der Menschen." Aber ob das reicht? Auf Claus Klebers Nachfrag, ob die Regierung das Jahr 2019 überleben werde, antwortet auch Söder: "Schau' mer mal. Ich hoffe es."

Brinkhaus: "Brauchen Stabilität"

Die Zusammenarbeit mit Andrea Nahles war immer auf einen Kompromiss ausgelegt, sagt CDU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus. In diesem Sinne müsse die Arbeit mit der SPD fortgesetzt werden.

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Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus ruft die SPD auf, ihre Personalentscheidungen schnell zu klären. "Wir sind fest entschlossen, die Große Koalition fortzusetzen, weil wir Stabilität brauchen", sagt der CDU-Politiker. Es gehe dabei nicht nur um die Ausrichtung Europas nach der Wahl. Auch die wirtschaftliche Lage sei schwieriger als noch vor einem Jahr. "Es ist wichtig, dass die deutsche Bundesregierung stabil bleibt." Außerdem ruft Brinkhaus zu einem respektvollen Umgang auf. Jeder Politiker und jede Politikerin sei auch ein Mensch - das gerate zu schnell in Vergessenheit.

Kühnert: "Ich schäme mich" für Umgang in der SPD

Juso-Chef Kevin Kühnert mahnt auf Twitter einen besseren Umgang innerhalb der SPD an. "Alles beginnt mit einer einfachen Feststellung: Wer mit dem Versprechen nach Gerechtigkeit und Solidarität nun einen neuen Aufbruch wagen will, der darf nie, nie, nie wieder so miteinander umgehen, wie wir das in den letzten Wochen getan haben. Ich schäme mich dafür."

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Weitere Reaktionen

  • Der SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach plädiert dafür, die Führung von Bundestagsfraktion und Partei bis auf weiteres kommissarisch zu besetzen. "Ich warne vor Schnellschüssen", sagt er der "Welt". "Wir dürfen jetzt nicht nach dem Motto verfahren: Der Nächste bitte!" Lauterbach kritisiert die massiven Angriffe auf Nahles aus den eigenen Reihen. "Da hat auch Frauenfeindlichkeit eine Rolle gespielt."
  • FDP-Chef Christian Lindner zollt Nahles Respekt. "Sie ist eine ehrliche und kompetente Politikerin. Der Umgang mit Nahles sollte alle in Politik und Medien zum Nachdenken bringen. Ihr Rücktritt beantwortet keine Kursfrage der SPD, sondern beschert uns nur eine instabile Regierung", twittert der Liberale.
  • Die AfD-Bundestagsfraktion sieht die große Koalition nach der Rücktrittsankündigung von SPD-Chefin Andrea Nahles vor dem Ende. "Nicht nur die SPD befindet sich in Auflösung, auch die 'GroKo' wandelt nur noch als Untoter über die politische Bühne", erklärt AfD-Fraktionschefin Alice Weidel. Die SPD bekomme jetzt die Quittung dafür, "dass sie Verrat am Wähler begangen hat".
  • Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) warnt vor einem grundlegenden Wandel in der Parteienlandschaft. "Häme ist wirklich nicht angebracht, aber Sorge", twittert er. "Was passiert wenn das Parteiensystem endgültig ins Rutschen kommt, kann man in Italien besichtigen. Ein Komiker verhilft mit fünf Sternen dem Neofaschismus in den Sattel und hält dazu denen die Steigbügel. Nein Danke!"
  • Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Dietmar Bartsch, zollt Andrea Nahles Respekt für ihre Entscheidung. "Hochachtung vor Andrea Nahles. So brutal darf Politik nicht sein. Vielleicht denken wir darüber alle einfach nur nach."
  • Die Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck bekunden ihren "Respekt, dass Andrea Nahles hier eine klare Entscheidung trifft". Sie hoffen, "dass die SPD rasch ihre Personalfragen klärt und sich dann mit neuer Kraft auf ihre Aufgaben konzentrieren kann".
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