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Beamtenbund bezweifelt Schub bei Organspende

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Kritik an Reform - Beamtenbund bezweifelt Schub bei Organspende

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Die Organspende soll gestärkt werden - durch mehr Aufklärung auch in Deutschlands Bürgerämtern. Doch es gibt ernste Zweifel, dass das gelingt.

Eine Transportbox für Organe. Archivbild
Eine Transportbox für Organe. Archivbild
Quelle: Soeren Stache/dpa

Der Beamtenbund dbb hat Zweifel daran, dass die Bürgerämter in Deutschland der Organspende den erwünschten Schub geben können. Auch ohne zusätzliche Aufgaben sei die Arbeitsbelastung in den Bürgerämtern enorm, sagte dbb-Chef Ulrich Silberbach.

Silberbach mahnte: "Wir haben doch jetzt schon zum Teil wochen-, manchmal monatelange Wartezeiten." Eine einfache Abfrage oder die Übergabe einer Broschüre könnte man sicher organisieren. Er frage sich jedoch: "Aber ist der Sache damit geholfen?" Die Organspende sei ein sehr persönliches und sensibles Thema, so der Vorsitzende des dbb beamtenbund und tarifunion. "Für Beratungsgespräche jedenfalls sind die Kolleginnen und Kollegen in den Bürgerämtern weder geschult noch personell aufgestellt." Eine Beratung in den Ämtern ist durch die Reform allerdings auch nicht vorgesehen.

Patiientenschützer skeptisch

Auch für Eugen Brysch, Chef der Deutschen Stiftung Patientenschutz, kann die vom Bundestag beschlossene Reform nur der Anfang sein. "Denn die Informationspolitik muss sich grundsätzlich ändern." Schließlich hätten Werbung und Marketing in den letzten Jahren nichts gebracht. "Um selbstbestimmt entscheiden zu können, braucht es neutrale, ergebnisoffene sowie umfassende Aufklärung und Beratung", forderte Brysch. "Die staatliche Verantwortung fängt hier an und muss bis zu Organisation und Kontrolle des Organspendesystems gehen."

Gefordert sei hier nun Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Ein Entwurf einer Abgeordnetengruppe um Spahn war im Parlament durchgefallen. Er hatte vorgesehen, dass jeder als Spender gilt, außer man widerspricht.

Patientenbeauftragte: Spahn-Vorschlag in nächster Legislaturperiode nochmal diskutieren

Der Bundestag hatte am Donnerstag nach kontroverser Debatte eine moderate Reform der Organspende beschlossen. Künftig sollen alle Bürger mindestens alle zehn Jahre direkt auf das Thema Organspende angesprochen werden. Wer einen Personalausweis beantragt, ihn verlängert oder sich einen Pass besorgt, soll Material dazu bekommen. Schon auf dem Bürgeramt soll man sich mit Ja oder Nein in ein geplantes zentrales Online-Register eintragen können. Auch in Ausländerbehörden soll es so umgesetzt werden.

Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Schmidtke, zeigte sich in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" offen dafür, den Vorschlag der Gruppe um Spahn in der nächsten Wahlperiode erneut auf die Tagesordnung zu setzen. Sie ging davon aus, dass die jetzt vom Bundestag beschlossene "erweiterte Zustimmungslösung" keinen nennenswerten Effekt haben werde.

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