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Nach Pleite von Fluggesellschaft - Regierung plant keine Germania-Rettung

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Die Regierung hat nicht vor, die insolvente Fluglinie Germania zu retten. Bei der Pleite handele es sich um "einen Anwendungsfall von Marktwirtschaft", auch Misserfolg gehöre dazu.

Die Berliner Airline Germania hat Insolvenz angemeldet: Noch in der Nacht wurden alle Flüge gestrichen. Was mit den etwa 1700 Mitarbeitern passiert ist noch unklar.

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Die Bundesregierung plant derzeit keine Rettung der insolventen Fluggesellschaft Germania und auch kein Eingreifen zugunsten der betroffenen Passagiere. Es handele sich bei der Pleite um "einen Anwendungsfall von Marktwirtschaft", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in Berlin. Zu dieser gehörten unternehmerischer Erfolg und Misserfolg gleichermaßen, so der CDU-Politiker.

Nach der Insolvenz der Fluggesellschaft Air Berlin im Sommer 2017 hatte die Bundesregierung dem Unternehmen einen Überbrückungskredit gewährt, um den Flugbetrieb zunächst noch aufrechtzuerhalten. Damals saßen zahlreiche Air-Berlin-Kunden an Flughäfen außerhalb Deutschlands fest.

"Begrenzte Dimension"

Bei Germania sei dieses Problem offenbar von "viel begrenzterer Dimension" sagte Altmaier. "Die allermeisten" Passagiere hätten wohl die Chance, sich das Geld für einen Rückflug vom Reiseveranstalter erstatten zu lassen.

Eine "interministerielle Runde" beobachte die Lage bei Germania sehr genau, sagte Altmaier. Vertreten seien neben seinem Ressort das federführende Verkehrsministerium und das Finanzministerium. Konkrete Pläne habe die Regierung derzeit aber nicht.

Die Gewerkschaft Verdi hat den Mitarbeitern der insolventen Fluggesellschaft Germania rechtliche Unterstützung zugesichert. "Die Crews haben trotz der Turbulenzen den vollen Einsatz gezeigt und dürfen jetzt nicht allein gelassen werden", sagte Christine Behle vom Verdi-Bundesvorstand. Weil es bei Germania keine Tarifverträge und keine Betriebsräte gebe, sei die Gewerkschaft eigentlich nicht in das Insolvenzverfahren involviert.

Verdi: Ruinöser Wettbewerb

Für das Scheitern von Germania und Air Berlin machte Verdi einen ruinösen Wettbewerb unter den Airlines verantwortlich. Billige Tickets seien zulasten der Beschäftigten gegangen. Die Mitarbeiter würden in vielen Fällen schlecht bezahlt und hätten keine Mitbestimmungsrechte, so die Gewerkschaft.

Die Berliner Fluggesellschaft Germania hatte in der Nacht zu Dienstag einen Insolvenzantrag und die Einstellung ihres Flugbetriebs bekanntgegeben. Die aktuelle Zahl der Beschäftigten nannte das Unternehmen nicht. In einem Jahresabschluss-Bericht zum Geschäftsjahr 2016 waren 954 Mitarbeiter aufgeführt. Verdi spricht von rund 1.150 betroffenen Arbeitsplätzen.

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