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Hongkong kämpft weiter gegen Peking

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Zehntausende auf den Straßen - Hongkong kämpft weiter gegen Peking

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Seit Wochen kommt Hongkong nicht zur Ruhe. Ein Ende der Proteste gegen die Regierung ist nicht in Sicht. Auch am Wochenende gehen wieder Zehntausende auf die Straßen.

Ein Demonstrant läuft in Hongkongs Straßen durch eine Wolke aus Tränengas am 03.08.2019
Die Konfrontation zwischen Regierungskritikern und den pekingtreuen Behörden in Hongkong spitzt sich weiter zu.
Quelle: reuters

Eine Stadt kämpft um ihre Freiheit: Die Menschen in Hongkong wollen ihre Unabhängigkeit verteidigen und fordern damit Chinas Machthaber heraus. Nach zwei Monaten mit Massendemonstrationen - und trotz deutlicher Warnungen Pekings - verliert die Protestbewegung in Hongkong noch immer nicht an Schwung: Am Samstag gingen wieder Zehntausende Demonstranten gegen die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone auf die Straße. Und auch diesmal kam es zu Ausschreitungen mit der Polizei.

Polizei setzt Tränengas ein

Am Ende flogen Steine und die Luft füllte sich mit Tränengas. Die Polizei ging mit Härte vor, Protestteilnehmer setzten sich über Auflagen und Anweisungen hinweg: Mit Regenschirmen in der Hand, einem Zeichen der Demokratieproteste, errichteten sie Barrikaden und rissen Pflastersteine aus der Straße. Eine Polizeistation wurde umstellt und mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen. An mehreren Stellen legten die Protestler Feuer, chinesische Flaggen wurden symbolisch ins Meer geworfen. Zeitweise blockierten die Regierungsgegner einen Tunnel, der die Insel Hongkong mit dem Teil der Stadt verbindet, der sich auf dem Festland verbindet. Die Polizei warnte zuvor, wer die festgelegte Demonstrationsroute verlasse, verstoße gegen das Gesetz. Nicht genehmigte Demonstrationen würden aufgelöst.

Regierung verurteilt Proteste scharf

Beobachter sehen in den Protesten die schwerste politische Krise Hongkongs seit der Rückgabe an China vor 22 Jahren. Auch in der neunten Woche der Proteste gibt es keine Anzeichen, dass sich die Bewegung abschwächt. Zuletzt hatten sich auch Tausende Beamte und Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes mit einer Kundgebung den Protesten angeschlossen. Die Protestler planen zudem weitere Aktionen: Aktivisten-Gruppen rufen zu einem stadtweiten Streik in verschiedenen Branchen auf.

Die Zentralregierung in Peking verurteilt die Ausschreitungen scharf. Die Regierung und die Polizei vor Ort seien aufgefordert, wieder Ordnung herzustellen. Auch der Chef der chinesischen Streitkräfte in Hongkong, Chen Daoxiang, kritisiert die andauernden Ausschreitungen. Die Unruhen hätten das Leben und die Sicherheit der Menschen ernsthaft bedroht und sollten nicht toleriert werden, so Daoxiang. Zeitgleich zu den Protesten der Regierungsgegner versammelten sich am Samstag in anderen Teilen Hongkongs Tausende Gegendemonstranten. Sie stellten sich hinter die Arbeit der Polizei.

Breite Bewegung gegen Regierung und Polizei

In Hongkong gibt es seit fast zwei Monaten immer wieder Märsche und Kundgebungen mit Hunderttausenden Teilnehmern. Auslöser für die Protestwelle war ein umstrittener Gesetzesentwurf zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Das betreffende Gesetz ist mittlerweile vom Tisch. Seitdem entwickelt sich aber eine breitere Bewegung gegen Regierung und Polizei, denen ein zu hartes Vorgehen gegen Demonstranten vorgeworfen wird. Viele Menschen in Hongkong befürchten einen zunehmenden Einfluss der Zentralregierung in Peking und fordern demokratische Reformen.

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