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Remarque-Friedenspreisträgerin - Asli Erdogan darf aus Türkei ausreisen

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Die türkische Schriftstellerin Asli Erdogan darf das Land wieder verlassen und will nun rasch nach Deutschland reisen, um den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis entgegenzunehmen. Die Autorin erhielt ihren Pass zurück und kann nun ausreisen.

"Was ich zu sagen habe, muss raus!"

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Die 50-Jährige war Ende Dezember unter Auflagen freigelassen worden, nachdem sie vier Monate in Haft verbracht hatte. Ihr wird wegen ihrer Arbeit für die im Oktober geschlossene prokurdische Zeitung "Özgür Gündem" "Terrorpropaganda" vorgeworfen. Im Juni wurde zwar eine Ausreisesperre gegen sie aufgehoben, doch erhielt sie ihren Pass vorerst nicht zurück, weil ihr Name weiter auf einer Liste von "Terrorverdächtigen" stand.

Lebenslange Haft droht weiterhin

Obwohl ihr der Pass nun zurückgegeben wurde, geht das Verfahren gegen sie weiter. Die nächste Anhörung findet am 31. Oktober statt. Ihr droht lebenslange Haft. Erdogan waren in Europa zuletzt mehrere Literaturpreise verliehen worden, darunter der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis, der von der Stadt Osnabrück vergeben wird. Erhält Erdogan rechtzeitig ein Visum, kann sie an der Preisverleihung am 22. September teilnehmen.

Erdogans Romane wie "Die Stadt mit der roten Pelerine" wurden auch ins Deutsche übersetzt. Ihre Inhaftierung hatte auch international für Protest gesorgt und wurde als Beispiel für die Einschränkung der Meinungsfreiheit unter Präsident Recep Tayyip Erdogan gewertet, der seit dem gescheiterten Militärputsch von Juli 2016 mit großer Härte gegen seine Gegner vorgeht, darunter auch zahlreiche Intellektuelle.

Preis für Putsch-Buch

Die 1967 in Istanbul geborene Asli Erdogan, die als scharfe Kritikerin von Recep Tayyip Erdogan gilt, erhält den mit 25.000 Euro dotierten Preis nach Angaben der Jury vor allem für ihre aktuelle Essay-Sammlung "Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch". Darin schreibt sie über die Auswirkungen des Putsches 2016 in der Türkei. Ihre Themen sind darüber hinaus die Diskriminierung von Frauen sowie Unterdrückung, Folter und Krieg.

Der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis wird alle zwei Jahre in Erinnerung an das pazifistische Engagement des in Osnabrück geborenen Schriftstellers vergeben. Erich Maria Remarque schrieb den Anti-Kriegs-Roman "Im Westen nichts Neues".

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