ZDFheute

Weltweit sind 389 Journalisten in Haft

Sie sind hier:

Reporter ohne Grenzen - Weltweit sind 389 Journalisten in Haft

Datum:

Mindestens 49 Journalisten sind in diesem Jahr im Zusammenhang mit ihrem Beruf getötet worden. Das zeigt die weltweite "Jahresbilanz der Pressefreiheit" von Reporter ohne Grenzen.

Die Journalistin und Aktivistin Arango hält eine rot verschmeirte Kamera und eine Presseweste.
Die Journalistin und Aktivistin Arango hält eine rot verschmierte Kamera und eine Presseweste.
Quelle: DPA

Die Arbeit für Journalisten ist nach Angaben von "Reporter ohne Grenzen" in vielen Ländern schwerer und riskanter geworden. Mindestens 49 Journalisten und andere Medienschaffende sind laut der Organisation seit Jahresbeginn weltweit wegen ihrer Arbeit getötet worden, heißt es in der in Berlin veröffentlichten "Jahresbilanz der Pressefreiheit" 2019. Mehr als die Hälfte von ihnen kam demnach in fünf Ländern ums Leben:

  • Syrien (10 Journalisten getötet)
  • Mexiko (10)
  • Afghanistan (5)
  • Pakistan (4)
  • Somalia (3)
Ein Land im Friedenszustand wie Mexiko ist für Journalistinnen und Journalisten ebenso gefährlich wie das Bürgerkriegsland Syrien.
Michael Rediske

Bei den getöteten Medienschaffenden sei nur eine Minderheit in Kriegsgebieten umgekommen, heißt es weiter. Die meisten seien in Ländern getötet worden, in denen formal Frieden herrsche.

"Selbst wenn 2019 deutlich weniger Medienschaffende in bewaffneten Konflikten getötet wurden als in früheren Jahren. Ein Land im Friedenszustand wie Mexiko ist für Journalistinnen und Journalisten ebenso gefährlich wie das Bürgerkriegsland Syrien", sagt "Reporter ohne Grenzen"-Vorstandssprecher Michael Rediske.

Mehr Journalisten sitzen hinter Gittern

Derzeit seien 389 Medienschaffende aufgrund ihrer Tätigkeit im Gefängnis, zwölf Prozent mehr als im Vorjahr, teilte die Organisation in Berlin mit. Von den inhaftierten Journalisten sitze fast die Hälfte in drei Ländern hinter Gitter:

  • China (120 inhaftierte Journalisten)
  • Ägypten (34)
  • Saudi-Arabien (32)

Die hohen Zahlen inhaftierter Journalistinnen und Journalisten dort seien ein Beleg dafür, "wie diese Regime die Schraube der Repression weiter angezogen haben", sagt Rediske. Mehr als 40 Prozent der in China Inhaftierten seien Bürgerjournalisten, die trotz der verschärften Zensur versucht hätten, über die sozialen Netzwerke unabhängige Informationen zu verbreiten. Die meisten der 2019 hinzugekommen Gefangenen gehörten der muslimischen Minderheit der Uiguren an.

Ein Demonstrant hält ein Bild der Journalistin Daphne Caruana Galizia hoch, aufgenommen am 29.11.2019 in Vallette (Malta)

Journalistin zur Lage in Malta -
"Mut heißt nicht, keine Angst zu haben"
 

In Malta ist die Pressefreiheit in Gefahr. Die investigative Journalistin Caroline Muscat berichtet - sie führt die Arbeit der ermordeten Daphne Caruana Galizia weiter.

Am meisten Journalisten in Syrien entführt

Weltweit waren bis zum 1. Dezember zudem 57 Medienschaffende entführt. Von den meisten der in Syrien Entführten habe es im ganzen Jahr kein Lebenszeichen gegeben, hieß es. Manche von ihnen sind seit bis zu sieben Jahren verschollen. Dort wurden auch die meisten Journalisten verschleppt:

  • Syrien (30 entführte Journalisten)
  • Jemen (15)
  • Irak (11)
  • Ukraine (1)

Die Huthi-Rebellen im Jemen und die Separatisten im Osten der Ukraine behandelten Geiseln als "Häftlinge", denen sie schwere Verbrechen anlasteten und die sie zu hohen Strafen verurteilten. Den seit 2015 von den Huthis festgehalten Journalisten drohe die Hinrichtung durch ihre Entführer.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.