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Angriff auf Republikaner - US-Schütze soll Sanders unterstützt haben

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Schüsse bei einem Baseball-Training im US-Staat Virginia: Mindestens vier Menschen werden verletzt - darunter der republikanische Abgeordnete Steve Scalise. Der Angreifer soll den früheren demokratischen Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders unterstützt haben. Der distanziert sich.

Bei Schüssen auf Politiker auf einem Baseball-Spielfeld nahe Washington wurden mindestens fünf Menschen verletzt, darunter der republikanische Abgeordnete Steve Scalise. Die Hintergründe sind noch unklar, der Angreifer ist tot.

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Bei Schüssen auf Politiker an einem Baseball-Spielfeld nahe der Hauptstadt Washington sind am Mittwoch mindestens vier Menschen verletzt worden, darunter der republikanische Abgeordnete Steve Scalise. Er ist "Majority whip" im Abgeordnetenhaus, das ist eine Art Geschäftsführer, und damit die Nummer drei der republikanischen Partei. Scalise (51) wurde in die linke Hüfte getroffen. Er wurde operiert und befand sich in kritischem Zustand, wie das «Medstar Washington Hospital Center» mitteilte.

Die Polizei berichtete auf Twitter, der mutmaßliche Schütze sei zunächst festgenommen worden, wenig später aber an während der Schießerei erlittenen Verletzungen gestorben. Er soll als Freiwlliger im Wahlkampfteam des früheren Präsidentschaftsbewerbers Sanders aktiv gewesen sein. Sanders erklärte, er sei "angewiedert von dieser verabscheuungswürdigen Tat", die von einem Mann verübt worden sei, der sich offenbar in seiner Kampagne engagiert habe. "Echten Wandel kann es nur durch gewaltfreies Handeln geben", sagte Sanders. Alles andere sei nicht mit amerikanischen Werten vereinbar.

Der Angreifer verstarb wenige Stunden nach Angriff

Der Schütze sei mit einem Gewehr und einer Pistole bewaffnet gewesen. Der Zwischenfall geschieht in den USA vor dem Hintergrund eines politischen Klimas, das seit dem Wahlkampf 2016 und dem Amtsantritt Präsident Donald Trumps bereits äußerst angespannt ist. Die Gräben zwischen politischen Gegnern und Parteien sind tief wie selten.

Republikanische Kongressabgeordnete hatten auf dem Eugene Simpson Spielfeld in Alexandrias Vorort Del Ray (Bundesstaat Virginia) für ein Benefizspiel zwischen Republikanern und Demokraten trainiert, das für Donnerstag angesetzt war. Dieses Spiel hat eine mehr als 100-jährige Tradition.

Wegen der hohen Position Scalises in der Parteiführung wurde er neben Leibwächtern auch von der Capitol Police zu dem Sportplatz begleitet.

Möglicherweise Massaker verhindert

Der Senator Rand Paul sagte TV-Sendern, die Polizei habe in Virginia möglicherweise ein Massaker verhindert. Nur ihr sei es zu verdanken, dass der Sportplatz nicht in ein Schlachtfeld verwandelt wurde. Die Polizisten hätten sofort das Feuer auf den Schützen erwidert, sagte Paul. Damit hätten sie Schlimmeres verhindert. Er habe 50 bis 60 Schüsse gehört. Der Abgeordnete Joe Barton sagte vor Ort zu MSNBC, die Polizisten und Scalises Leibwächter seien Helden.

Michael Brown von der Polizei Alexandria sagte am Mittwoch, um 7.09 Uhr Ortszeit seien erste Berichte über Schüsse an dem Sportplatz in Alexandria eingegangen. Drei Minuten später sei die Polizei vor Ort gewesen und habe die Capitol Police unterstützt.

Der Senator Jeff Flake sagte vor Ort, Scalise habe sich selbst vom Spielfeld geschleppt. Die Sender MSNBC und CNN berichteten, ein Mann in Sportkleidung habe zunächst mit den Politikern auf dem Spielfeld gesprochen und dann das Feuer eröffnet.

Täter hatte es auf Politiker abgesehen

Der Abgeordnete Mo Brooks aus Alabama sagte dem Sender CNN, ein Mann mit einem Gewehr habe das Feuer eröffnet. Der Täter habe es offensichtlich auf Politiker abgesehen gehabt.

US-Präsident Donald Trump teilte mit, er sei tief betroffen von dem Geschehen und verfolge es ständig. Er sagte eine für den Nachmittag geplante Rede ab. Das US-Abgeordnetenhaus setzte alle für Mittwoch geplanten Abstimmungen aus.

Die demokratische Politikerin Gabrielle Giffords, die 2011 als Abgeordnete bei einem Attentat schwer verwundet wurde, reagierte unmittelbar auf die Schüsse von Virginia. Sie schrieb auf Twitter, sie fühle mit ihren früheren Kollegen, deren Familien und Mitarbeitern sowie der Capitol Police. Im Dienste der Öffentlichkeit stehend seien sie Helden, "heute und jeden Tag". Giffords wurde im Januar 2011 in den Kopf geschossen. Sechs Menschen starben damals.

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