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Erdbeben auf Ischia - Kinder nach Erdbeben aus Trümmern gerettet

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Nach der Katastrophe ein Moment des Glücks: Auf der italienischen Insel Ischia haben die Retter drei Kinder aus den Trümmern geborgen. Die schwangere Mutter hatte die Retter alarmiert, nachdem das Wohnhaus der Familie in dem Ort Casamicciola durch das Erdbeben eingestürzt war.

Bei dem Erdbeben auf der italienischen Urlaubsinsel Ischia sind zwei Menschen ums Leben gekommen, etwa 40 Menschen wurden verletzt. Mehrere Kinder, die von den Trümmern eines Hauses verschüttet wurden, konnten geborgen werden.

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Mehrere Stunden nach einem Erdbeben auf der italienischen Insel Ischia haben Feuerwehrleute drei Kinder aus den Trümmern eines Hauses gerettet. Zuerst wurde ein sieben Monate altes Baby gerettet. Seine beiden Brüder - sieben und elf Jahre alt - waren nach rund 16 Stunden in Sicherheit. Der Elfjährige habe seinem siebenjährigen Bruder vermutlich das Leben gerettet, indem er ihn unter ein Bett zog, berichteten Helfer der Agentur Ansa zufolge. Später habe er mit einem Besenstil gegen die Trümmer geklopft, um die Retter aufmerksam zu machen.

"Es war eine schreckliche Nacht, man kann das mit Worten nicht beschreiben", sagte der Vater der Kinder dem Fernsehsender Rai. Die Familie wurde in der besonders betroffenen Gemeinde Casamicciola verschüttet. Die schwangere Mutter konnte sich selbst durch ein Fenster retten, dem Vater halfen Einsatzkräfte ins Freie.

Zwei Tote nach Erdbeben

Bei dem Beben wurden mindestens zwei Menschen getötet. Bei den Opfern handelt es sich um eine Frau, die beim Einsturz einer Kirche getötet wurde, und vermutlich eine weitere Frau. Ihr Leichnam sei geortet, aber noch nicht geborgen worden, sagte der Leiter der italienischen Feuerwehr, Bruno Frattasi. Weitere 39 Menschen wurden verletzt, rund 2.600 verloren ihr Zuhause.

Die italienische Erdbebenwarte INGV gab die Stärke des Bebens zunächst mit 3,6 an, hob sie später jedoch auf 4,0 an. Besonders stark wurden die Orte Casamicciola und Lacco Amenon getroffen. Häuser stürzten ein, Putz fiel von den Wänden. Ein Krankenhaus wurde evakuiert. "Es hat alles angefangen zu wackeln, alles ist heruntergefallen. Häuser sind eingestürzt. Es gibt Vermisste, ein Chaos", erzählte eine Augenzeugin der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. "Es ist das Schlimmste, was mir je passiert ist."

Fähren bringen Touristen zum Festland

Touristen und Bewohner seien in Panik nach draußen gelaufen, berichteten italienische Medien. Auch sollen mancherorts der Strom ausgefallen und Hotels geräumt worden sein. Bewohner erzählten, sie würden die Nacht im Freien verbringen. Für sie wurde auf der Insel ein Fußballstadion geöffnet. Andere Teile der Insel waren von dem Beben wenig betroffen.

Die Behörden stellten Fähren bereit, um verschreckte Urlauber von der Insel zu bringen. Mehr als 1.000 Menschen kamen laut Zivilschutz am Morgen in Pozzuoli an der Küste an. Ischia ist bei Touristen vor allem im Sommer als Ferieninsel beliebt.

Viele Häuser weisen bauliche Mängel auf

Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Christos Stylianides, sagte Italien am Dienstag Hilfe zu. Zugleich würdigte er die Arbeit der Rettungskräfte. "Sie sind ein Vorbild für uns alle", sagte er.

Der Leiter des nationalen Architektenbeirats, Fabrizio Pistolesi, sagte dem Sender Sky, viele Häuser auf der Insel seien gebaut worden, bevor Erdbebenrichtlinien in Kraft traten. Zudem seien sehr viele Gebäude illegal und unter Missachtung der gültigen Normen erbaut worden.

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