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Bedrohte Iltis-Art - Die Rettung schmeckt nach Erdnussbutter

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Schwarzfußiltisse sind so selten, dass sie in Nordamerika schon als ausgestorben galten. Nun bedroht sie eine Seuche. Tierschützer kämpfen dagegen an - auch mit Erdnussbutter.

Ein Frettchen, aufgenommen am 09.10.2013 in den USA
Schwarzfußiltis in den USA - im Fokus von Tierschützern Quelle: ap

Im Westen der USA geht die so genannte sylvatische Pest um. Sie wütet vor allem unter Schwarzfußiltissen und Präriehunden – mit fatalen Folgen. Der Schwarzfußiltis ist eine bis zu einem halben Meter lange Marderart, die in der Prärie lebt, dort aber zur gefährdeten Art geworden ist.

Von ursprünglich mehreren Millionen sind heute nur noch einige hundert Schwarzfußiltisse übrig. In den 70ern galt er sogar als ausgestorben, bis ein Farmer 1981 in Wyoming wieder eine winzig kleine Population entdeckte. Nach einem aufwändigen Aufzuchtprogramm konnte der Iltis wieder ausgewildert werden.

Keine Abwehrkräfte

Ein Präriehund (undatierte Aufnahme) steht vor einem Impfköder
Präriehund vor einem Impfköder. Quelle: WWF-US/Conservation Media

Der Seuche allerdings hat er wenig entgegenzusetzen. "Die sylvatische Pest ist eine nicht-heimische Krankheit, gegen die Präriehunde und Schwarzfußiltisse so gut wie keine natürlichen Abwehrkräfte haben", erklärt Kristy Bly vom US-amerikanischen WWF. Doch während die meisten Iltisse eingefangen und geimpft werden können, ist das bei den Präriehunden deutlich schwieriger. Die Kolonien der kleinen Nager sind groß und über weite Flächen verteilt. Und: Sie wohnen in schwer erreichbaren Erdhöhlen. Ohne Impfschutz breitet sich die Krankheit ungebremst aus. Innerhalb von Wochen können ihr tausende Tiere zum Opfer fallen.

Das Problem: Sterben die Präriehunde in großen Mengen, können auch die Schwarzfußiltisse nicht überleben. Denn sie sind Jäger und ernähren sich fast ausschließlich von Präriehunden. Damit beide Arten eine Überlebenschance haben, kamen Tierschützer und US-Behörden auf eine ungewöhnliche Idee. "In Laborstudien hat sich gezeigt, dass Präriehunde Köder, die nach Erdnussbutter schmecken, lieber mögen als andere", erinnert sich Kristy Bly. Innerhalb von drei bis vier Tagen hatten die Murmeltier-ähnlichen Nager bei Tests fast alle Köder weggefuttert.

Schluckimpfung von oben

Drohne
Drohne wirft Impfstoff ab Quelle: WWF-US/Conservation Media

Das Problem, wie den Tieren der Impfstoff schmackhaft gemacht werden soll, war also gelöst. Nicht aber die Frage, wie die leckere Schluckimpfung großflächig verteilt werden kann. Das mit geländegängigen Autos zu machen, hatte sich nur als bedingt erfolgreich erwiesen, weil die Fahrzeuge viele Tiere schlicht nicht erreichen konnten. Der WWF und die US-Behörden fragten deshalb bei Drohnenbauern nach. Das Ergebnis war eine Spezialanfertigung: Ein knallrotes Fluggerät mit vier Rotoren und einer Abwurfvorrichtung.

"Erste Tests deuten klar darauf hin, dass diese neuen mechanisierten Methoden, Impfstoffe zu verteilen, praktikabel, effizient und preiswert sind", teilte der US Fish and Wildlife Service kurz darauf nüchtern mit. Seit Sommer 2016 surrt die Drohne jetzt schon über die Prärie und lässt kleine Impfstoff-Bällchen an den richtigen Stellen fallen - offenbar mit Erfolg.

"Wenn es der Impfstoff schafft, die Seuche in den Präriehund-Kolonien auszurotten oder einzudämmen, dann können wir die Iltis-Aufzuchtstellen bewahren und auch wieder ausbauen", so Kristy Bly. Ein Happy End für den schwarzfüßigen Räuber? Im Moment jedenfalls sind die Tierschützer sehr optimistisch.

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