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Kapitänin verteidigt Entscheidung

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Rettungsschiff Sea-Watch - Kapitänin verteidigt Entscheidung

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Nach dem unerlaubten Anlegen in Lampedusa hat Sea-Watch-Kaptitänin Rackete ihren Entschluss verteidigt. Die Situation sei hoffnungslos gewesen.

«Sea-Watch 3» - Kapitänin Carola Rackete.
«Sea-Watch 3» - Kapitänin Carola Rackete.
Quelle: Till M. Egen/Sea-Watch.org/dpa

Die in Italien festgenommene Kapitänin des Rettungsschiffs "Sea-Watch 3", Carola Rackete, hat nach Angaben ihres Anwalts ihre Entscheidung verteidigt, unerlaubt in den Hafen von Lampedusa zu fahren und sich damit den Anweisungen der italienischen Behörden zu widersetzen.

War sich bewusst, was auf sie zukommen würde


Die Situation sei hoffnungslos gewesen und das Ziel der 31-Jährigen sei gewesen, die verzweifelten Migranten an Bord des Schiffes an Land zu bringen, bestätigte der Rechtsanwalt Alessandro Gamberini der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag. Rackete steht derzeit unter Hausarrest.

Rackete war vergangene Woche zunächst unerlaubt in die italienischen Hoheitsgewässer und schließlich auch in den Hafen eingefahren und hatte sich damit über die Anweisungen der italienischen Behörden hinweggesetzt. Ihr drohen mehrere Anklagen, unter anderem wegen Beihilfe zur illegalen Migration.

Bei der Ankunft auf Lampedusa war die bei Kiel geborene und in Niedersachsen aufgewachsene Rackete festgenommen worden und steht unter Hausarrest. Am Montag wird ihre Vernehmung und eine mögliche Bestätigung des Haftbefehls erwartet.

Carola ist nicht impulsiv, sie weiß immer, was sie macht, und sie ist eine starke Frau.
Ekkehart Rackete, Vater

Der Vater der Kapitänin, Ekkehart Rackete, sagte der Zeitung "Corriere della Serra", seine Tochter habe nie einen Fehler begangen. "Carola ist nicht impulsiv, sie weiß immer, was sie macht, und sie ist eine starke Frau." Darüber, was in Italien auf sie zukommen würde, sei sie sich schon vor der Ankunft in Lampedusa bewusst gewesen. "Das, was passiert ist, war keine Überraschung, ich bin sicher, dass sie sich der Konsequenzen bewusst war, denen sie entgegen ging."

Update 15:56 Uhr: Ursprünglich haben wir in diesem Beitrag nicht Carola Racketes Anwalt, sondern sie selbst zitiert - aus einem Interview, das Rackete der italienischen Zeitung "Corriere della Serra" gegeben haben soll. Ihr Anwalt sagt jedoch, dass die Zeitung zwar mit ihm, nie aber mit Rackete persönlich gesprochen habe. Inhaltlich seien die Aussagen richtig gewesen. Wir haben diesen Artikel soweit korrigiert, dass wir nicht mehr die Kapitänin, sondern ihren Anwalt zitieren.

Carola Rackete Festhnehme

Sea-Watch-Kapitänin festgenommen -
"Der eigentliche Skandal ist das Ertrinken im Mittelmeer"
 

Die Festnahme der Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete verschärft den Streit um die Seenotrettung. Deutsche Politiker kritisieren die Festnahme. Italiens Innenminister hält dagegen.

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