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Rettungsschiffe im Mittelmeer - "Open Arms" und "Ocean Viking" suchen Hafen

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Hilforganisationen haben wieder Hunderte Migranten im Mittelmeer geborgen - wissen aber nicht, in welchen Hafen sie sie bringen dürfen.

Rettungsschiff Open Arms
Die "Open Arms" mit inzwischen 160 Menschen an Bord sucht einen sicheren Hafen.
Quelle: dpa

Das Rettungsschiff "Open Arms" mit 121 Geretteten an Bord hat am frühen Samstagmorgen 39 weitere Migranten in internationalen Gewässern vor Libyen aufgenommen. Das teilte die spanische Hilfsorganisation Proactiva Open Arms auf Twitter mit. Damit befinden sich 160 Menschen auf dem Schiff, die auf einen sicheren Hafen warten. Malta bot an, die zuletzt geborgenen 39 Personen an Land zu lassen, da diese in der maltesischen Such- und Rettungszone gefunden worden seien.

Laut Innenminister Michael Farrugia besteht "Proactiva Open Arms" aber darauf, dass alle Flüchtlinge an Land gelassen werden. Farrugia betonte auf Twitter, Malta sei für die bereits vor neun Tagen geretteten Menschen nicht zuständig.

Rettungsorganisationen kritisieren EU

Die deutsche Rettungsorganisation Sea-Watch warf Malta ein "beschämendes Schauspiel" vor. Die EU stelle "Willkür über Menschenwürde und das Recht auf einen sicheren Hafen", schrieb der Verein mit Sitz in Berlin auf Twitter. Zuvor hatte der Chef von "Proactiva Open Arms", Oscar Camps, auf Twitter geschrieben, die Zusage Maltas für eine Ausschiffung der zuletzt Geretteten habe "ein ernstes Sicherheitsproblem an Bord" erzeugt. Es gebe eine unerträgliche Angst. Die Initiative "Seebrücke" nannte die Haltung Maltas "unmenschlich".

Es werde "bewusst eine ernsthafte humanitäre Krise" an Bord provoziert, die die Sicherheit des Schiffs, seiner Besatzung und der Geretteten gefährde, kritisierte die Sprecherin der Seebrücke Kiel, Maileen Hintze. Seit einer Woche würden Menschen auf dem Schiff "gefangen gehalten", weil die europäischen Staaten sich zum wiederholten Mal nicht über ihre Aufnahme verständigen könnten.

Auch "Ocean Viking" auf der Suche nach sicherem Hafen

Die "Open Arms" hatte sich die vergangenen Tage nahe der italienischen Insel Lampedusa aufgehalten. Italiens Regierung verweigerte jedoch eine Einfahrt in nationale Hoheitsgewässer. Laut Medienberichten verwies Innenminister Matteo Salvini darauf, die "Open Arms" hätte in der Zwischenzeit Spanien erreichen können. Auch dem Rettungsschiff "Ocean Viking" verweigerte er die Einfahrt.

Die "Ocean Viking", ein Schiff der Organisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée, nahm am Samstag ebenfalls weitere 80 Personen an Bord, die sich auf einem Schlauchboot befunden hatten. Wie die Organisation auf Twitter mitteilte, war dies die zweite Rettungsaktion im zentralen Mittelmeer vor der libyschen Küste binnen 24 Stunden. Bereits am Freitag hatte das Team nach eigenen Angaben 85 Personen von einem Schlauchboot vor der libyschen Küste an Bord geholt.

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