Sie sind hier:

Digital News Report 2019 - Instagram schlägt bei den Jüngeren Facebook

Datum:

Das Foto vom saftigen Grillgut, vom Sonnenuntergang, vom Schatzi und dazwischen Nachrichten. Instagram hat Facebook und Twitter bei jungen Deutschen als Nachrichtenquelle überholt.

Symbolbild: Menschen stehen vor ein Instagramlogo, aufgenommen am 06.05.2019
"Instagram hat bei den 18- bis 24-Jährigen Facebook und Twitter als Nachrichtenquelle überholt", sagt Kommunikationswissenschaftler Sascha Hölig. (Symbolfoto)
Quelle: Reuters

Nachrichten über das Weltgeschehen erreichen junge Menschen in Deutschland inzwischen häufiger über Instagram als über Facebook. Das geht aus dem "Reuters Institute Digital News Report" hervor, der heute erscheint. Für die repräsentative Studie wurden den Angaben zufolge rund 2.000 Personen befragt. "Instagram hat bei den 18- bis 24-Jährigen Facebook und Twitter als Nachrichtenquelle überholt", sagte der Kommunikationswissenschaftler Sascha Hölig vom Leibniz-Institut für Medienforschung in Hamburg.

Rund ein Viertel (23 Prozent) der Internetnutzer im Alter von 18 bis 24 Jahren sieht sich bei Instagram regelmäßig Nachrichteninhalte an, das beim Vergleich mit anderen sozialen Medien damit vorn liegt. Facebook und Youtube rangieren mit 22 Prozent knapp dahinter. WhatsApp kommt bei den 18- bis 24-Jährigen auf 10 Prozent, Twitter nur auf 6 Prozent.

"Auch in der Gesamtheit der Befragten hat Instagram Twitter hinter sich gelassen", sagte Hölig. "Es ist eben das angesagte Medium. Doch nutzt niemand Instagram, um Nachrichten zu suchen. Man bewegt sich eben dort - hauptsächlich, um Fotos von Freunden oder Essen zu sehen - und findet dann Nachrichten quasi als Beifang." Ohnehin nutze so gut wie niemand soziale Medien als alleinige Nachrichtenquelle. Nur 3 Prozent der Befragten stützen sich nach eigenen Angaben ausschließlich darauf.

Vertrauen der Menschen in Nachrichten

Die Wissenschaftler untersuchten für die aktuelle Studie auch das Vertrauen der Menschen in Nachrichten: Demnach stimmt in Deutschland etwa die Hälfte (47 Prozent) der erwachsenen Internetnutzer der Aussage zu, dass sie dem Großteil der Nachrichten vertrauen. Das sei ein vergleichsweise guter Wert, sagte Hölig.

"Das Vertrauen in die Nachrichten allgemein ist in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern hoch. In Großbritannien sind es 40 Prozent, in den USA 32 Prozent, in Ungarn 28 Prozent und Frankreich sogar nur 24 Prozent. Deutschland liegt im vorderen Drittel."

Man müsse auch unterscheiden: "In diesem Wert sind alle Nachrichten enthalten, die den Befragten insgesamt und auf sämtlichen Wegen begegnen können", erklärte Hölig. "Bei Nachrichten, die man selbst nutzt, hat sich der Wert seit drei Jahren bei 60 Prozent eingependelt."

Klassische Medien genießen mehr Vertrauen als Social Media

Deutlich mehr Vertrauen als Instagram oder Facebook genießen klassische Medien wie Tageszeitungen oder öffentlich-rechtliches Fernsehen. Nachrichten, die sich über soziale Medien verbreiten, sehen die Nutzer dagegen sogar zunehmend skeptisch: "Das Vertrauen in Nachrichten in sozialen Medien ist rückläufig", sagte Hölig.

"Nur noch 16 Prozent vertrauen ihnen. 2018 sind es noch 18 Prozent gewesen. Die jüngeren Mediennutzer sind noch skeptischer, dort sind es nur 12 Prozent. Man darf also nicht in die Logik verfallen, dass junge Leute auf Fake News hereinfielen und deswegen ihr Wahlverhalten änderten."

Obwohl die Zahl derjenigen, die im Fernsehen Nachrichten schauen, langfristig sinke, sei das Fernsehen für einen Großteil der Befragten (45 Prozent) die wichtigste Nachrichtenquelle, heißt es in der Studie weiter. Mehr als jeder Dritte gebe das Internet als Haupt-Nachrichtenquelle an, unter den 18- bis 24-Jährigen seien es 69 Prozent. Allerdings stünden auch für die jüngste Gruppe der Befragten traditionelle redaktionell betreute Angebote bei der Nachrichtennutzung im Internet im Vordergrund. Zudem sei der direkte Zugriff auf die Website oder App einer bekannten Medienmarke weiterhin der am häufigsten genutzte Zugangsweg.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.