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Nach Bauarbeiten wegen Gleisabsenkung - Züge rollen wieder durchs Rheintal

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Seit Mitternacht rollen die Züge wieder. Nach mehr als sieben Wochen Sperrung ist die Rheintalbahn wieder freigegeben. Eine Erleichterung für Tausende Pendler - und die Wirtschaft.

Nach der wochenlangen Sperrung der Schienenverbindung zwischen Rastatt und Baden-Baden will die Deutsche Bahn an diesem Montag die Strecke wieder frei geben. Für Tausende Pendler endet nun die Zeit des Schienenersatzverkehrs.

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10.000 Kubikmeter Beton mussten in den beschädigten Tunnelabschnitt gepumpt werden. Einbetoniert wurde auch die 18 Millionen Euro teure Tunnelbohrmaschine. Erst danach konnten die Gleise über dem Rastatter Tunnel erneuert werden. Sieben Wochen hat das alles gedauert. Seit heute in die Rheintalbahn wieder befahrbar - und damit eine der wichtigsten Bahnstrecken in Europa.

Rückblick: Am 12. August hatten sich die Bahngleise in Rastatt abgesenkt. In einen der beiden Eisenbahntunnel, die gerade unter der alten Bahnstrecke entstehen, war Wasser eingedrungen. Die Rheintalstrecke musste gesperrt werden. Mit gravierenden Folgen.

Ärger für Pendler und den Güterverkehr

Tag für Tag waren rund 30.000 Fahrgäste betroffen. Sie mussten in Busse umsteigen zwischen Rastatt und Baden-Baden. Besonders hart hat es auch den Güterverkehr getroffen. Denn bis zu 200 Güterzüge passieren die Strecke normalerweise jeden Tag. Laut Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) konnten nur rund die Hälfte der Transporte über andere Bahnstrecken umgeleitet werden. Der Rest der Waren musste aufwendig auf Lkw oder Schiffe verladen werden. "Wir gehen von einem Schaden von etwa 100 Millionen Euro allein bei den Güterverkehrsunternehmen aus", sagt Peter Westenberger, Geschäftsführer des NEE.

Dass nicht alle Güterzüge umgeleitet werden konnten, hat laut Westenberger mehrere Gründe. "Zu viele gleichzeitig eröffnete Baustellen auf den wenigen Umleitungsstecken bildeten nun ein System aus Sackgassen", so Westenberger. Außerdem sei das Schienennetz zu dünn und seine Kapazität zu schwach geworden. Die Politik habe in der Vergangenheit viel zu wenig ins deutsche Schienennetz investiert. "Wenn man Schienenausbau mit Schmalspur-Portemonnaie betreibt, bleibt der Transport auf der Straße", so Westenberger.

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) registrierte laut dpa erhebliche Probleme bei der Rohstoffversorgung und Belieferung der Kunden. Etwa die Hälfte der Transporte zu Verbandsmitgliedern seien seit Ende August auf Schiffe oder Lastwagen verlagert worden. Unternehmen seien nicht im gewünschten Maß mit Rohstoffen versorgt worden, weil die Transportkapazitäten erheblich eingeschränkt gewesen seien. Zum Teil sei es auch zu Totalausfällen gekommen.

Ursache weiterhin unklar

Unklar ist bislang, warum überhaupt Wasser in den Tunnel eintreten konnte. Ein aufwendiges Vereisungsverfahren sollte das eigentlich unmöglich machen. Wo die Verantwortung für das Unglück liegt, hat die Deutsche Bahn bislang nicht beantwortet. Ein gemeinsames Team des Konzerns und der beteiligten Bauunternehmen soll innerhalb der nächsten sechs Monate einen Schlichtungsvorschlag machen. So sollen langwierige Gerichtsprozesse vermieden werden.

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