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Verkehr, Gesundheit, Pflichten - Wie man gut durch den Winter kommt

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Räumen, streuen, kratzen, pünktlich sein. Und dann noch gesund bleiben. Der Winter macht den Alltag zur Herausforderung. Tipps zum gut Durchkommen lesen Sie hier.

Zwei Finninnen spazieren im Schnee
Auch im Winter sollte man an die frische Luft gehen.
Quelle: dpa

Gesund bleiben

Couchtage sind auch keine Lösung. Da sind sich Ärzte einig. Auch bei viel Schnee sollte man regelmäßig an die frische Luft gehen. "Das tut gut - und man wird sehr viel weniger krank", sagt Erika Baum, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM). "Schnee an sich macht nichts - er ist halt nass", meint die erfahrene Hausärztin. Wichtig sei es vor allem, keine nassen und kalten Füße zu bekommen, sonst drohen Harnwegsinfekte. Auch die Finger sollten - zum Beispiel nach dem Scheibenkratzen - schnell wieder aufgewärmt werden. "Es kann leicht zu lokalen Erfrierungen kommen", warnt Baum.

Überhitzte Räume trocknen die Schleimhäute aus und erhöhen das Erkältungsrisiko. Die Ärztin empfiehlt regelmäßiges Stoßlüften. Aber auch, die Heizung - vor allem im Auto - nicht zu hoch zu drehen. "25 Grad im Auto? Dann ist der Schock, wenn man nach draußen kommt, zu groß." Eine besondere Ernährung sei gar nicht nötig. "Essen Sie gesund, mit viel Obst und Gemüse," sagt Baum. "Nur wer im Sommer nicht genügend draußen war, kriegt jetzt ein Vitamin-D-Problem."

Aber auch für eine Impfung gegen Grippe ist es noch nicht zu spät: Der Impfschutz baut sich innerhalb von zehn bis 14 Tagen auf. "Die Grippewelle hat noch nicht begonnen", sagt die Biologin Susanne Glasmacher, die Pressesprecherin beim Robert-Koch-Institut ist. Vor allem Schwangeren, chronisch Kranken und Menschen über 60 wird die Impfung empfohlen. Letztere sollten laut RKI auch über eine Pneumokokkenimpfung nachdenken, die vor Lungenentzündung schützen kannn.

Silhouetten von Menschen in einem Büro
Glatte Straßen, längere Fahrzeiten - keine Ausrede fürs Zuspätkommen
Quelle: colourbox

Zu spät zur Arbeit?

Wer im Winter zu spät oder gar nicht zur Arbeit kommt, verliert grundsätzlich für die Fehlzeit seinen Lohnanspruch, oder muss nacharbeiten. Dazu gibt es zwei Grundsatzentscheidungen des Bundesarbeitsgerichts aus dem Jahr 1982. Es gilt das so genannte Wegerisiko, das im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 616, Satz 1) festgelegt ist. Kalkulieren Sie also längere Fahrzeiten ein.

Darauf sollten Sie achten!

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Tipps zum Fahren

Das A und O beim Autofahren im Winter sind die richtigen Reifen. Sicherheitsexperte Dirk Müller rät davon ab, in Gegenden, in denen es im Winter sehr kalt wird, Ganzjahresreifen zu nutzen. "Das ist immer ein Kompromiss", sagt er gegenüber ZDF WISO. Gerade im Winter sei die richtige Profiltiefe wichtig. "Je tiefer das Profil, desto kürzer der Bremsweg auf glattem Untergrund", erklärt Müller. Vier Millimeter Profil seien optimal, in Österreich sogar vorgeschrieben. Bei Fahrten in sehr verschneiten Gegenden sollten Sie wissen, wie man Schneeketten montiert. Außerdem sollten Fahrer im Winter mehr denn je auf Geschwindigkeit und Abstände achten.

Grafik: Bremsweg

Quelle: ADAC

Unfall auf dem Weg zur Arbeit

Wer auf glatten Straßen auf dem Weg zur Arbeit mit dem eigenen Auto einen Unfall verursacht, bekommt Hilfe vom Finanzamt. Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler können so entstandene Schäden als Werbungskosten abgesetzt werden. Um den Nachweis gegenüber dem Finanzamt zu erleichtern, sollten alle Belege im Zusammenhang mit dem Unfall aufbewahrt werden. Dazu zählen zum Beispiel das Protokoll der Polizei oder Aussagen von Zeugen, die belegen, dass der Unfall auf dem Arbeitsweg passierte.

Arbeitnehmer sind zudem auf dem Weg zwischen Heim und Job von der gesetzlichen Unfallversicherung geschützt. Ein Unfall auf dem Arbeitsweg ist aber nur dann versichert, wenn der direkte Weg eingehalten wird.

Archiv: Schlechte Sicht bei Schneefall im Verkehr 30.01.2017
Schlecht freigekratzte Autoscheibe
Quelle: imago/Waldmüller

Zugefrorene Scheiben

Autofahrer gefährden bei grober Fahrlässigkeit ihren Versicherungsschutz. Wer sein Autodach nicht von Schnee und Eis befreit oder nur ein Guckloch auf die Windschutzscheibe kratzt, kann sich bei einem Unfall nicht mit "zu glatt" entschuldigen. Schäden sind dann weder durch die Teil- noch durch die Vollkasko-Versicherung gedeckt.

Ein Warmlaufenlassen des Motors vor dem Fahrtantritt ist nicht nur ökologisch schädlich. Es ist auch strafbar - wer dabei erwischt wird, muss zehn Euro Bußgeld zahlen. Technisch ist das Warmlaufenlassen ebenfalls wenig sinnvoll. Im Leerlauf braucht der Motor bis zu einer halben Stunde, um seine optimale Betriebstemperatur zu erreichen. Wem es derzeit im Auto zu frostig ist, sollte lieber über die Nachrüstung einer Standheizung nachdenken.

ein Mann schaufelt befreit das Dach vom Schnee, am 08.01.2019 in Flachau (Östereich)
Schneechaos im Süden
Quelle: Reuters

Dachlawinen

Nur unter ganz besonderen Umständen müssen Hausbesitzer für Schäden zahlen, die durch Schneelawinen vom Dach entstehen. Diese besonderen Umstände gelten dann, wenn für den Ort eine extreme Schneelage bekannt ist oder die Beschaffenheit des Gebäudes gefährlich ist - zum Beispiel durch eine besonders gefährliche Dachneigung. Grundsätzlich aber gilt: Hauseigentümer sind nicht verpflichtet, Dritte durch spezielle Maßnahmen vor Dachlawinen zu schützen.

Schneepflug räumt Landstraße in Bayern
Schneepflug räumt Landstraße in Bayern
Quelle: dpa

Glatte und verschneite Straßen

Wer sich bei tiefstem Winterwetter ans Steuer setzt, trägt selbst das Risiko. Autofahrer können nicht mit freien Straßen rechnen. Innerhalb von Ortschaften muss nur an verkehrswichtigen und gefährlichen Stellen gestreut und geräumt werden. Das geht aus mehreren Urteilen hervor. Auf Landstraßen müssen sogar nur besonders gefährliche Stellen gestreut werden. Als "gefährlich" gelten Stellen, an denen Autofahrer erfahrungsgemäß bremsen, ausweichen oder ihre Fahrtrichtung und Geschwindigkeit ändern. Das Land, die Landkreise oder die Gemeinden müssen dabei nur so streuen, dass der Hauptberufsverkehr und der normale Tagesverkehr geschützt werden. "Oft kommen die Gemeinden ja auch gar nicht hinterher", sagt ZDF-Rechtsexperte Joachim Pohl.

Archiv: Ein Radfahrer fährt am 15.01.2016 in Berlin durch den Schnee im Tiergarten
Schnee in Berlin (Archivfoto)
Quelle: dpa

Radfahrer im Schnee

Radfahrer können keine besondere Streupflicht der Gemeinden in Anspruch nehmen. Bei eisglatten Straßen müssen sie absteigen und ihr Rad schieben.

Artchiv: Ein Mann streut am 28.11.2013 in Schmiedefeld am Rennsteig (Thüringen) Salz auf den spiegelglatten Fußweg
Fürs Streuen sind Eigentümer und Gemeinden verantwortlich
Quelle: dpa-Zentralbild

Streuen für Fußgänger

Bei Schnee und Eis sind Hauseigentümer und Gemeinden in der Pflicht. Sie sind grundsätzlich für das Streuen von Gehwegen und Plätzen verantwortlich. Selbst wenn die sogenannnten Winterpflichten den Mietern übertragen wurden, bleibt der Eigentümer mit verantwortlich. Gestreut oder gefegt werden müssen Bürgersteige, der Hauseingang, der Weg zu den Mülltonnen und gegebenenfalls auch zu den Mieterparkplätzen. Bei besonders extremen Witterungsverhältnissen - etwa bei Blitzeis auf den Gehwegen - kann laut Rechtslage dagegen niemandem zugemutet werden, die Wetterlage ständig zu beobachten und sofort zu streuen.

Öffentliche Einrichtungen und Gemeinden müssen es mit dem Streuen sehr genau nehmen: Fußgängerwege und -brücken dürfen nicht nur in der Mitte gestreut werden, vor Veranstaltungsorten muss auch nachts gestreut werden.

Was heißt das Wetterchaos für gestrandete Urlauber – bleiben sie auf ihren Kosten sitzen?

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