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Migrations-Ultimatum läuft aus - Mexiko - neuer "Türsteher" der USA?

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Donald Trump will Mexiko zum "Türsteher" der USA machen. Im Juni drohte er mit Strafzöllen, sollte es seine Grenzen nicht besser dicht machen. Heute läuft die Frist aus.

Beamten des guatemaltekischen Grenzschutzes am Grenzfluss zu Mexiko
Beamte des guatemaltekischen Grenzschutzes bewachen den Grenzfluss zu Mexiko.
Quelle: ZDF

Felipe Perez Pablo ist Kaffeebauer, seit er denken kann. Schon als Kind half er seinem Vater beim Anbau, heute sind es seine Söhne, die gemeinsam mit dem 75-Jährigen die Felder bestellen. Aber die Zukunft der Familie Perez und ihrer kleinen Plantage in Todos Santos, weit oben im guatemaltekischen Hochland, ist unsicher. Früher konnten sie vom Kaffeeanbau gut leben. Heute sind die Kaffeepreise so niedrig, dass der Ertrag kaum noch die Produktionskosten deckt. Seit Jahren machen sie Verluste.

Letzter Ausweg: Migration

Karte von Mexiko, mit Guatemala und den USA
Diese Karte zeigt Mexiko und seine Grenzen zu Guatemala und zu den USA
Quelle: ZDF

Noch halten sich Felipe und die anderen kleinen Kaffeebauern mit Darlehen über Wasser. Aber sie machen sich Sorgen um ihre Zukunft. Wenn sich an ihrer Situation nicht bald etwas ändert, müssen sie aufgeben. Dann sehen sie nur die eine Lösung: Migration. Sie müssten sich dem Menschenstrom anschließen, der Tag für Tag die Grenze überquert, auf dem Weg in den Norden, auf der Suche nach einem besseren Leben.

Dass auch diese Option immer schwieriger wird, ist ihnen bewusst. Anfang Juni drohte Donald Trump dem Nachbarland Mexiko mit Strafzöllen, um so eine bessere Kontrolle der Migrantenströme zu erzwingen. Seither macht Mexiko zunehmend die Grenzen dicht.

Mexiko verschärft die Einwanderungspolitik

Noch vor wenigen Wochen war es ein Leichtes, den Suchiate Fluss zwischen Guatemala und Mexiko zu überqueren. Migranten aus dem Süden bestiegen einfach ein Floß und ließen sich ans andere Ufer bringen - unter den Augen der Migrationsbeamten, die auf der Brücke den offiziellen Grenzposten bewachten. Doch jetzt sind die Beamten direkt am Flussufer stationiert und fangen dort jeden ab, der versucht, ohne Papiere ins Land zu schlüpfen. Hinter ihnen stehen schwer bewaffnete Einheiten der neu gegründeten Sicherheitstruppe "Guardia Nacional", um ganz deutlich zu machen, dass Mexiko es ernst meint.

Die Botschaft ist mehr an Donald Trump als an die Migranten gerichtet, doch die Auswirkungen machen sich bereits bemerkbar. Allein im Juni nahm Mexiko 29.153 Migranten fest, mehr als je zuvor in einem einzigen Monat. Die meisten von ihnen werden kurzerhand abgeschoben. Menschenrechtsorganisationen beklagen unmenschliche Bedingungen in Auffanglagern und sagen, die Migranten würden bewusst nicht aufgeklärt über ihr Recht, einen Asylantrag zu stellen. Auch wer es irgendwie schafft, unbemerkt ins Land zu kommen, hat immer größere Hürden zu überwinden: Kontrollpunkte entlang der großen Verkehrsadern in den Norden, Razzien in Migrantenunterkünften – Mexiko wird zunehmend zur Außengrenze der USA.

US-Politik: Unilaterale Maßnahmen und Drohungen

Kaffeebauern in Todos Santos, Guatemala
Kaffeebauern in Todos Santos, Guatemala
Quelle: ZDF

In dieses Bild passt auch die neueste Maßnahme der US Regierung: Seit vergangener Woche sollen Asylanträge von Migranten abgelehnt werden, wenn diese durch einen anderen Staat eingereist sind. Damit hat Trump de facto Mexiko zum sicheren Drittland erklärt - ohne ein entsprechendes Abkommen.

Am Montag läuft die 45-Tage Frist aus, die Donald Trump Mexiko gesetzt hatte, um die Zahl an Migranten zu reduzieren, die es bis an die US Grenze schaffen. Noch ist unklar, ob Trump sich mit den bisher ergriffenen Maßnahmen zufrieden gibt und was die Konsequenzen wären, fiele die Antwort negativ aus. Klar ist, dass die überstürzte, willkürliche und einseitige Einführung von Maßnahmen die Unsicherheit der Migranten nur verstärkt. Dass dadurch ein gewisser Abschreckungsfaktor entsteht mag im Sinn der USA sein. Eine Lösung für die Krisen, die die Menschen Mittelamerikas dazu bewegen, ihr Zuhause zu verlassen und sich auf den Weg in den Norden zu machen, ist es nicht.

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