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Myanmar - Rohingya-Krise: USA kündigen Sanktionen an

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Als Reaktion auf die Rohingya-Flüchtlingskrise in Myanmar haben die USA weitere Strafmaßnahmen angekündigt: Sie sollen das Militär treffen, das für die Gräuel verantwortlich gemacht wird.

In Genf ist heute eine internationale Geberkonferenz für die Rohingya-Flüchtlinge zusammengekommen. 290 Millionen Euro sind bei der Konferenz der UNO für die verfolgte Volksgruppe gesammelt worden, laut Hilfsorganisationen zu wenig.

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Die Strafmaßnahmen beträfen in erster Linie Armee-Einheiten und Offiziere, die an der Gewalt gegen die Rohingya und anderen Minderheiten beteiligt seien, teilte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, in Washington mit. Es sei "dringend erforderlich, dass alle für die Gräuel Verantwortlichen zu Rechenschaft gezogen würden".

Reisebeschränkungen und Embargo für Ausrüstung

Neben Sanktionen gegen führende Militärvertreter wie etwa weitere Reisebeschränkungen erwägen die USA demnach auch "gezielte wirtschaftliche Maßnahmen" gegen Einzelpersonen, die mit den "Gräueln" in Verbindung gebracht werden, hieß es weiter. Schon jetzt unterhalten die USA sehr beschränkte Beziehungen zur Armee in Myanmar, zudem gilt seit langem ein Embargo für militärische Ausrüstung.

"Wir sind zutiefst besorgt über die jüngsten Ereignisse im Bundesstaat Rakhine und die gewaltsamen und traumatisierenden Misshandlungen, die Rohingya und andere Gemeinschaften erleiden mussten", hieß es in der Erklärung des State Department weiter. US-Außenminister Rex Tillerson hatte bereits in der vergangenen Woche die Armee-Führung für die Rohingya-Krise verantwortlich gemacht.

<strong> </strong>Brutale Gewalt gegen Zivilisten

Der Konflikt zwischen der mehrheitlich buddhistischen Bevölkerung und der muslimischen Minderheit in Myanmar war Ende August eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und Dutzende Sicherheitskräfte töteten. Myanmars Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt. Hunderte Menschen wurden getötet, ihre Häuser niedergebrannt, mehr als 580.000 Menschen flüchteten ins benachbarte Bangladesch. Die UNO stufte das Vorgehen der Armee gegen die Rohingya als ethnische Säuberungen an.

Der Chef der Internationalen Organisation für Migration, William Lacy Swing, sprach am Montag bei einer von UNO, EU und Kuwait organisierten Geberkonferenz von der "am schnellsten wachsenden Flüchtlingskrise der Welt". Die Lage sei "ein Albtraum". Die Konferenzteilnehmer sagten Hilfsgelder in Höhe von 340 Millionen Dollar zu. UN-Hilfswerke brauchen für die Versorgung der Flüchtlinge bis Februar mehr als 430 Millionen Dollar.

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