Sie sind hier:

Rückführung nach Myanmar - Rohingya: Heimkehr in Notunterkünfte

Datum:

Hunderttausende geflohene Rohingya sollen zurück nach Myanmar. Niemand weiß, wie sie dort wieder leben sollen. Zunächst müssen sie in Notunterkünfte. Ob der Papst helfen kann?

Bei seiner Reise nach Myanmar und Bangladesch steht die Frage im Raum, wie sich der Papst zur Vertreibung der Rohingya äußern wird.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Die nach Bangladesch geflohenen Rohingya sollen nach ihrer Rückführung nach Myanmar nicht gleich in ihre Heimat gelassen werden. Die Menschen würden zunächst in Notunterkünften nahe ihrer früheren Dörfer untergebracht, sagte der bengalische Außenminister Abul Hassan Mahmood Ali am Samstag. Anschließend könnten sie in ihre Häuser oder einen nahegelegenen Ort ihrer Wahl.

Experten sprechen von Augenwischerei

Die Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen sprach bei dem Abkommen von Augenwischerei. "Denn die Rückkehrer sollen in Burma (Myanmar) in Lagern zusammengefasst werden, in denen auch weiterhin Apartheid praktiziert werden soll", erklärte die Gesellschaft mit Blick auf die Gewalt gegen die muslimischen Rohingya in dem buddhistischen Land.

Seit August waren nach Angriffen muslimischer Rebellen auf Polizeiwachen und einem folgenden Militäreinsatz gegen die Minderheit etwa 620.000 Rohingya über die Grenze nach Bangladesch geflohen. Dem Militär Myanmars werden dabei Vergewaltigungen, Tötungen und Brandstiftung vorgeworfen. Viele Organisationen und Regierungen - darunter die Vereinten Nationen und neuerdings auch die USA - werfen Myanmar eine "ethnische Säuberung" vor, also eine gewaltsame, systematische Vertreibung der Rohingya.

Kann der Papst helfen?

Papst Franziskus wird am Montag zu einem Besuch im vorwiegend buddhistischen Myanmar eintreffen und seine Reise am 2. Dezember in Bangladesch beenden. Beobachter nehmen an, dass Franziskus die internationale Aufmerksamkeit auf den Konflikt richten will.

Karte: Myanmar - Bangladesch
Quelle: ZDF

Das Rückführungsabkommen erwecke fälschlicherweise den Eindruck einer Lösung der Flüchtlingskrise, doch kein maßgeblicher Teil der geflohenen Rohingya werde gemäß den Regeln des Abkommens zurückkehren oder wollen, kritisierte die Gesellschaft für bedrohte Völker. Zudem behalte sich Myanmar vor, Flüchtlinge zurückzuweisen.

Rückführung soll in zwei Monaten beginnen

Das Büro der faktischen Regierungschefin Aung San Suu Kyi hatte am Donnerstag nach Bekanntgabe der Übereinkunft mitgeteilt, dass Rückkehrer "systematisch überprüft" würden. Myanmar sieht sie als illegale bengalische Einwanderer an und verweigert ihnen die Staatsbürgerschaft, obwohl die Familien von vielen schon seit dem 19. Jahrhundert dort leben.

Außenminister Ali zufolge soll binnen drei Wochen eine Arbeitsgruppe stehen, die sich mit der konkreten Umsetzung des Abkommens befasst. Die Rückführung solle in zwei Monaten anlaufen; einen festen Zeitplan für das Ende des Vorhabens gebe es nicht. Bangladesch habe Myanmar vorgeschlagen, Indien und China um Hilfe beim Bau der Lager zu bitten, sagte Ali. Beide Länder wollten zudem Hilfe beim UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR erbitten. Allerdings hatte das UNHCR am Freitag - vor Alis Ankündigung - erklärt, für eine Rückkehr der Rohingya sei deren Heimatregion Rakhine derzeit nicht sicher genug.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.