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US-Gesetz regelt Rohstoffnutzung - Goldrausch im All

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Himmelskörper sind Erbe der Menschheit. So steht es im internationalen Weltraumvertrag von 1967. Dass US-Firmen künftig Rohstoffe im All abbauen, ist laut US-Gesetz trotzdem legal.

Asteroid Ida
Asteroid Ida Quelle: imago

"Der nächste Goldrausch findet nicht hier auf der Erde statt, sondern im All", schreibt der  amerikanische Physiker Michio Kaku in seinem neuen Buch "The Future of Humanity". Rohstoffreiche Asteroiden seien fliegende Goldminen, so Kaku. Tatsächlich könnten selbst kleinere Asteroiden mit einem Durchmesser von 30 Metern Metalle im Wert von 25 bis 50 Milliarden Dollar enthalten, schätzen Experten.

OSIRIS-REx-Rückkehr mit Spannung erwartet

Asteroiden sind Überbleibsel aus der Zeit, als sich das Sonnensystem formiert hat. Sie enthalten Eisen, Nickel, Kobalt und andere Metalle wie Platin, Iridium und Ruthenium. Diese Rohstoffe gibt es zwar auch auf der Erde, allerdings sind sie selten - und die Vorkommen gehen zur Neige.

2016 startete die NASA die OSIRIS-REx Mission, um den knapp 500 Meter breiten Asteroiden Bennu zu erforschen. Im Oktober soll OSIRIS-REx mit Gesteinsproben zur Erde zurückkehren. Nicht nur Wissenschaftler, auch Unternehmer warten mit Spannung darauf.

Weltraumrecht lässt einiges offen

US-Firmen wie Deep Space Industries und Planetary Resources, die sich auf Asteroiden-Bergbau spezialisiert haben, wittern lukrative Geschäfte im All. Tesla-Gründer und Milliardär Elon Musk mischt mit seiner eigenen Weltraumforschungsfirma SpaceX ebenfalls mit. Noch ist zwar kein einziges Gramm Metall abgebaut, aber die technologische Forschung läuft bereits auf Hochtouren.

Höchste Zeit, juristisch Klarheit zu schaffen, meint Joanne Gabrynowicz, Expertin für Weltraumrecht. "Das All gehört wie die Weltmeere oder die Antarktis zu den globalen Gemeinschaftsgütern. Das heißt, es gilt internationales Recht."

Basis des internationalen Weltraumrechts ist der Weltraumvertrag von 1967. Allerdings lässt dieser viele Fragen offen, unter anderem die nach Schürfrechten auf Asteroiden. Der Abbau von Rohstoffen im All ist zwar nicht ausdrücklich verboten. Aber wem die gewonnenen Rohstoffe gehören, ist unklar.

Wilder Westen im Weltraum?

Um dem Weltraum-Bergbau einen gesetzlichen Rahmen zu geben, unterzeichnete US-Präsident Obama 2015 den so genannten "Space Act", eine Art nationales Weltraumgesetz. Die wichtigste Regelung darin lautet: US-Bürger, die Rohstoffe aus Asteroiden gewinnen, dürfen diese besitzen, nutzen und verkaufen. 

Das sei kein Verstoß gegen den Weltraumvertrag, argumentiert das International Institute of Space Law. Der Weltraumvertrag verbiete zwar den Erwerb von Hoheitsrechten an Himmelskörpern, aber nicht die Nutzung von Ressourcen. Die Gesetzesbestimmungen des Space Act seien deshalb im Einklang mit dem internationalen Vertrag.

Tatsächlich spricht der Space Act den Firmen nicht Besitzrechte an Asteroiden zu, sondern lediglich Besitzrechte über die dort abgebauten Rohstoffe. Außerdem ist die jeweilige Firma verantwortlich für die Sicherheit. Die Haftung für eventuelle Schäden übernimmt die US-Regierung. Offen ist allerdings, wer für die Kontrolle der Aktivitäten privater Unternehmen im All verantwortlich ist.

Nur USA und Luxemburg haben Weltraumgesetze

Neben dem US Space Act gibt es momentan nur in Luxemburg ein Weltraumgesetz, das die Nutzung von Rohstoffen im All regelt. Die Astrophysikerin Amara Graps ist sich allerdings sicher, dass andere Länder bald nachziehen.

"Diejenigen, die rechtzeitig klare Gesetze schaffen, werden die lukrativsten Geschäfte machen. Denn die Milliarden, die Firmen künftig mit der Rohstoffgewinnung im All verdienen, werden sie auf der Erde in ihren jeweiligen Herkunftsländern wieder ausgeben und investieren."

Hintergrund: Bergbau im All

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