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Lebenslange Haft - Rote Khmer wegen Völkermords verurteilt

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Ihrem Terrorregime in Kambodscha fielen in den 1970er Jahren fast zwei Millionen Menschen zum Opfer. Nun wurden zwei Anführer der Roten Khmer des Völkermords für schuldig befunden.

Ehemaliger Staatschef Khieu Samphan im Gerichtssaal am 16.11.2018 in Phnom Penh (Kambodscha)
Prozess gegen ehemaligen Staatschef Khieu Samphan
Quelle: Reuters

Zum ersten Mal hat das Rote-Khmer-Tribunal in Kambodscha die beiden noch lebenden Führer der Khmer Rouge des Völkermords für schuldig befunden. In der am Freitag (Ortszeit) im Fernsehen und im Internet ausgestrahlten Urteilsverkündung wurden die Angeklagten Nuon Chea (92) und Khieu Samphan (87) zu lebenslanger Haft verurteilt. In der Urteilsverkündung sahen die internationalen und kambodschanischen Richter des Tribunals bei den Tötungen von Vietnamesen und der Minderheit der muslimischen Cham durch die Roten Khmer den Tatbestand des Genozides erfüllt.

Nuon Chea zweitmächtigster Mann neben Pol Pot

Der 2. Vorsitzende der Roten Khmer Nuon Chea im Gerichtssaal am 16.11.2018 in Phnom Penh (Kambodscha)
Der 2. Vorsitzende der Roten Khmer, Nuon Chea, galt in den 1970er Jahren als zweitmächtigster Mann hinter Anführer Pol Pot.
Quelle: AP

Verbrechen gegen die Menschlichkeit seien von den Angeklagten auch gegen buddhistische Mönche und gegen von den Roten Khmer zwangsverheirateten kambodschanischen Männer und Frauen begangen worden, hieß es in dem Urteil. Khieu Samphan war der Präsident des "Demokratischen Kampuchea" der Roten Khmer und Nuon Chea als "Bruder Nummer Zwei" der zweitmächtigste Mann nach Rote-Khmer-Chef Pol Pot.

Das Verfahren gegen Nuon Chea und Khieu Samphan war wegen der komplexen Materie in eine Reihe von Teilprozessen aufgeteilt worden, von denen jeder mit einem Urteil endet. Im ersten Teilverfahren stand die Vertreibung der Kambodschaner aus den Städten zur Zwangsarbeit auf dem Land im Mittelpunkt. Schon dieses Verfahren endete 2014 mit dem Urteil "lebenslänglich" für die beiden Angeklagten.

Terrorregime zwischen 1975 und 1979

Mit der Einnahme von Phnom Penh hatte am 17. April 1975 das vierjährige Terrorregime der maoistischen Roten Khmer begonnen. Mehr als 1,7 Millionen Menschen kamen in dieser Zeit durch Mord, Folter und Hunger ums Leben. Im Januar 1979 wurden die Roten Khmer von der vietnamesischen Armee aus Phnom Penh vertrieben. Die Roten Khmer gingen in den Untergrund und führten bis zu ihrer Kapitulation im Dezember 1998 einen Guerillakrieg gegen die Regierungstruppen.

Archiv: Rote Khmer - Killing Fields, aufgenommen am 17.04.1981 in Phnom Penh (Kambodscha)

Hintergrund - Völkermord in Kambodscha

Keine vier Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der Roten Khmer. Für den radikal-kommunistischen Bauernstaat mussten mindestens 1,7 Millionen Menschen grausam sterben.

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