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Überfall in Somalia - Deutsche Krankenschwester entführt

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In der somalischen Hauptstadt Mogadischu ist eine deutsche Mitarbeiterin des Roten Kreuzes verschleppt worden. Wer dahinter steckt, ist bislang nicht bekannt.

Karte von Somalia mit Mogadischu
Karte von Somalia am Horn von Afrika mit der Hauptstadt Mogadischu. Quelle: ZDF

Die Mitarbeiterin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sei am Mittwochabend vom Gelände der Organisation in der Hauptstadt Mogadischu verschleppt worden, teilte die Hilfsorganisation in der Nacht zum Donnerstag mit.

Behörden bemühen sich um Freilassung

"Wir machen uns sehr große Sorgen um die Sicherheit unserer Kollegin", gab der stellvertretende Chef der internationalen Rotkreuzdelegation in Somalia, Daniel O'Malley, in einer Mitteilung bekannt. Die Deutsche sei eine Krankenschwester, "die sich jeden Tag darum bemüht" habe, "Leben zu retten und den Gesundheitszustand von einigen der verletzlichsten Menschen in Somalia zu verbessern". Es werde mit "mehreren Behörden" zusammengearbeitet, um sie freizubekommen.

Laut IKRK ereignete sich der Überfall gegen 20 Uhr Ortszeit (19 Uhr mitteleuropäischer Zeit). Die bislang nicht identifizierten Angreifer seien auf das IKRK-Gelände in Mogadischu vorgedrungen. Rot-Kreuz-Mitarbeiter in Somalia sagten der Nachrichtenagentur AFP, die Angreifer hätten offenbar die Sicherheitsleute auf dem IKRK-Gelände umgangen und die Krankenschwester durch einen Hinterausgang in ein dort wartendes Fahrzeug verschleppt.

Regierung vor Ort leitet Ermittlungen ein

Ein Sicherheitsbeamter der Regierung, Abdirahman Mohammed, sagte ebenfalls: "Wir haben Informationen erhalten, wonach eine weibliche westliche Mitarbeiterin aus dem IKRK-Büro in Mogadischu entführt wurde." Es seien Ermittlungen zu dem Vorfall eingeleitet worden.

Somalia zählt zu den gefährlichsten Ländern der Welt für Mitarbeiter von Hilfsorganisationen. 1991 war in dem Land am Horn von Afrika ein Bürgerkrieg ausgebrochen, seit 2006 kämpfen dort islamistische Aufständische mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida. Entführungen sind aber dennoch relativ selten.

In der Vergangenheit waren Ausländer, darunter Journalisten und Entwicklungshelfer, von bewaffneten Banden oder Anhängern der radikalislamischen Shebab-Miliz entführt und für Lösegeldforderungen festgehalten worden - einige davon über Jahre.

Anfang der Woche starb eine WHO-Mitarbeiterin

Erst am Dienstag war in Mogadischu eine örtliche Mitarbeiterin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erschossen worden. Die WHO zeigte sich am Mittwoch "schockiert und traurig" über die Tat.

Bombenanschläge und Morde sind in Somalia häufig. Meist bekennt sich dazu die Shebab-Miliz, welche die international anerkannte Regierung in Mogadischu stürzen will. Internationale Hilfsorganisationen wie das unabhängige, in der Schweiz ansässige IKRK leisten gesundheitliche und andere grundlegende Dienstleistungen und werden von der Shebab als Unterstützer der Regierung angesehen. Andere Aufständische und bewaffnete Gruppen sehen die Hilfsorganisationen als Einnahmequelle an.

Leicht verbesserte Sicherheitslage

Zwischen 2008 und 2012 hatte es eine Piraterie-Serie großer Schiffe vor der somalischen Küste gegeben, bei welcher die Schiffe und ihre Besatzungen für Lösegeldforderungen in Millionenhöhe festgehalten wurden. In den vergangenen Jahren gab es aber nur noch selten derartige Überfälle.

Die sich leicht verbessernde Sicherheitslage hatte 2016 die Abhaltung eingeschränkter Wahlen ermöglicht, die Instabilität ist aber nach wie vor weitverbreitet. Im Oktober wurden bei dem schwersten Bombenanschlag in der Geschichte des Landes mehr als 500 Menschen getötet. Für den Anschlag wurde die Shebab-Miliz verantwortlich gemacht.

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