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Krim-Konflikt - Ukraine verweigert russischen Männern Einreise

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Russische Männer zwischen 16 und 60 Jahren dürfen ab sofort nicht mehr in die Ukraine einreisen. Moskau verurteilt den Schritt und spricht von "wilden Gesten".

Grenzkontrolle an der Grenze zwischen Ukraine und Russland, aufgenommen am 28.11.2018
Die Grenzkontrollen wurden verstärkt - russische Männer dürfen nicht mehr in die Ukraine einreisen.
Quelle: imago

Als Reaktion auf die jüngste Eskalation im Konflikt mit Moskau schränkt die Ukraine von Freitag an die Einreise von Russen drastisch. Betroffen seien Männer im Alter zwischen 16 und 60 Jahren, teilte der Chef der Grenzbehörden nach einem live im Fernsehen übertragenen Treffen mit Staatspräsident Petro Poroschenko mit. Auch alle anderen Ausländer müssen mit verschärften Befragungen bei der Passkontrolle rechnen.

Ausnahmen aus "humanitären Gründen" möglich

Die Kontrollen an den Grenzübergängen seien daher verschärft worden, erklärte der Chef der Grenzbehörde. Sie gelten jedoch nicht uneingeschränkt: Ausnahmen von den neuen Regeln sind Poroschenko zufolge aus "humanitären" Gründen möglich.

Moskau dagegen sprach von "wilden Gesten" der ukrainischen Regierung und griff Kiew scharf an. Der Nachbarstaat sei "völlig dysfunktional", sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. Zugleich deutete sie an, dass Moskau seinerseits keine Gegenmaßnahmen als Reaktion auf die Einreisebeschränkungen plane.

Derweil drängte der ukrainische Ministerpräsident Wolodimir Groisman Deutschland und die EU erneut, die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen. "Russland ist ein Aggressor und ein Okkupant. Die Eskalation im Asowschen Meer hat das wieder einmal gezeigt", sagte Groisman der "Welt". Die Ukraine werde "kämpfen und ihre Souveränität verteidigen". Groisman hatte am Donnerstag zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel das deutsch-ukrainische Wirtschaftsforum in Berlin eröffnet. Die CDU-Politikerin hatte bei dieser Gelegenheit die ukrainische Forderung nach militärischer Unterstützung zurückgewiesen. Die EU hatte den Forderungen nach neuen Sanktionen zuvor schon eine Absage erteilt.

Ukrainische Soldaten in russischer U-Haft

Der Dauerkonflikt zwischen Russland und der Ukraine hatte sich am vergangenen Sonntag mit einer Konfrontation im Schwarzen Meer verschärft. Die russische Küstenwache hatte in der Straße von Kertsch vor der Halbinsel Krim drei ukrainische Marineschiffe beschossen und aufgebracht. Mehrere ukrainische Marinesoldaten wurden dabei verletzt, insgesamt 24 Besatzungsmitglieder festgenommen. Ein Gericht auf der Krim verurteilte die Soldaten zu einer zweimonatigen Untersuchungshaft. Sie seien mittlerweile nach Moskau überstellt worden, sagte die Menschenrechtsbeauftragte auf der Krim, Ljudmila Lubina.

Russland und die Ukraine weisen sich gegenseitig die Schuld für die jüngste Konfrontation zu. Am Montag beschloss das ukrainische Parlament auf Antrag von Poroschenko, ein 30-tägiges Kriegsrecht in den Grenz- und Küstenregionen der Ukraine zu verhängen. Die russische Armee kündigte an, ihre Truppen auf der Krim mit Luftabwehrraketen zu verstärken.

Meerenge von Kertsch
Hier liegt der Auslöser des Konflikts: An der Meerenge von Kertsch hat die russische Küstenwache drei ukrainische Marineschiffe aufgebracht.
Quelle: ZDF

Berlin ruft zu Deeskalation auf

Die Bundesregierung fordert eine Deeskalation im Ukraine-Konflikt: "Grundsätzlich gilt, dass für Deutschland die Entspannung der aktuellen Lage in der Straße von Kertsch im Vordergrund steht", sagte Vizeregierungssprecherin Martina Fietz. Die inhaftierten Marinesoldaten müssten freigelassen und die ukrainischen Schiffe zurückgegeben werden. Die Grünen forderten Merkel auf, zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Poroschenko zu vermitteln. "Bundeskanzlerin Merkel muss Putin dazu bringen, mit Poroschenko in direkte Gespräche einzutreten", sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der "Welt".

Zuvor hatte sich bereits US-Präsident Donald Trump für Merkel als Vermittlerin ausgesprochen. Trump selbst sagte wegen der Ukraine-Krise ein Treffen mit Putin am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires jedoch überraschend ab. Die Bundeskanzlerin will den russischen Staatschef jedoch am Samstag dort treffen.

Auf dem G20-Gipfel sollen viele Krisenherde behandelt werden. ZDF-Korrespondent Ulf Röller berichtet.

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