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Russisches Großmanöver - Putins Truppe zeigt Stärke

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"Zentr-2019" - unter diesem Titel trainiert die russische Armee noch bis Samstag den Ernstfall. Neben der Terrorabwehr wappnet sich Putins Truppe auch für den Kampf im Polareis.

Russisches Großmanöver in Nowosibirsk.
Die russische Armee probt beim Zentrs-Manöver den Ernstfall.
Quelle: dpa

Bewaffnete Terroristen versuchen, illegal die Grenze nach Tadschikistan zu überqueren. So lautet die Ausganssituation für eines der Szenarien, die Russlands Militär derzeit trainiert. Die fiktiven Extremisten wurden erfolgreich zurückgeschlagen, russische und tadschikische Truppen konnten die Kontrolle über das Territorium widererlangen, meldet der zuständige General nach der Übung zufrieden. "Die Republik Tadschikistan hat eine gemeinsame Grenze mit Afghanistan. Jeder weiß, dass die militärische und politische Situation in dieser Region kompliziert ist und sich schnell ändern kann. Deswegen ist die Sicherung dieser Grenze so wichtig", führt Rachmonzoda Miralizoda, Kommandeur der tadschikischen Luftlandetruppen, aus.

Das diesjährige Großmanöver des russischen Militärs heißt Zentr-2019. Viele Übungen finden gemeinsam mit Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan im Grenzgebiet oder auf dem Territorium der zentralasiatischen Republiken statt.

Auch diesmal sind die Chinesen dabei

Nach offiziellen Angaben sind 128.000 Militärangehörige und mehr als 20.000 Einheiten militärischer Technik an dem Manöver beteiligt – weniger als bei dem Manöver der Superlative "Wostok" im letzten Jahr. "Wostok" sorgte auch deswegen für Aufsehen, weil zum ersten Mal chinesische Truppenverbände in größerer Zahl teilnahmen. Russland sende das Signal, sich nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch stärker mit China zu verbünden, hieß es damals. Auch diesmal wird wieder gemeinsam mit Chinesen trainiert, außerdem sind noch Pakistan und Indien mit dabei. Drei Atommächte - zwei davon verfeindet - die sich gegenseitig Einblicke in ihre militärische Kultur geben, das ist ganz sicher nicht alltäglich.

Für Russland sind die Manöver auch die Gelegenheit, der Welt die Schlagfertigkeit seiner Truppen und seines Arsenals vor Augen zu führen. Stolz blicken die Kommandeure auf die Übungen. "Die ganze Welt weiß um die herausragenden Fähigkeiten unserer technischen Einrichtungen," sagte Juri Grekhov stolz nach einem Manöver mit S-400 Raketenabwehrsystemen. Obwohl es zu Streit mit den Nato-Partnern führte, hat die Türkei die mobilen Systeme schon gekauft.

Wappnen für den Kampf im Eis

Und Präsident Putin wirbt munter weiter für sie. Nach den Angriffen auf saudische Ölanlagen Anfang der Woche schlug er vor, Saudi-Arabien solle sich mit russischen Luftabwehrsystemen schützen: "Zum Schutz des Volkes und des Landes sind wir bereit, Saudi-Arabien angemessene Hilfe anzubieten", bot der russische Präsident nicht ganz uneigennützig in Ankara an. Im Publikum seiner Rede saßen der iranische Präsident und dessen Außenminister. Auch ihr Land ist in Besitz von russischen Raketenabwehrsystemen - allerdings des etwas älteren S-300-Typs.

Auch Russlands arktische Brigaden sind an "Zentr" beteiligt. Anders als die Soldaten in den zentralasiatischen Regionen trainieren sie nicht den Einsatz gegen terroristische oder extremistische Gruppierungen - sondern die Verteidigung gegen andere Staaten. Das zeigt die wachsende Bedeutung, die Russland der Arktis beimisst. Das Land wappnet sich, für eventuell aufkommende Konflikte um Handelswege und Rohstoffe im polaren Eis.

Phoebe Gaa leitet das ZDF-Studio in Moskau.

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