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Skripal-Affäre - Deutscher Botschafter vorgeladen

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Das diplomatische Säbelrasseln im Fall Skripal geht weiter. Jetzt hat das Außenministerium in Moskau Vertreter einiger EU-Staaten einbestellt - auch den deutschen Botschafter.

Rüdiger von Fritsch
Deutschlands Botschafter in Moskau: Rüdiger von Fritsch. Quelle: reuters

Im Streit zwischen Russland und dem Westen wegen des vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal hat das Außenministerium in Moskau den deutschen Botschafter einbestellt. Es wird erwartet, dass Russland deutsche Diplomaten ausweist. Botschafter Rüdiger von Fritsch machte dazu nach dem Gespräch im Ministerium am Freitag zunächst keine Angaben. "Es bleibt Deutschlands Interesse, ein gutes Verhältnis mit Russland zu haben. Wir bleiben offen für den Dialog", sagte er.

Zugleich habe er die Gelegenheit genutzt, Russland zur Zusammenarbeit im Fall Skripal aufzurufen. "Angesichts der schlimmen Vorfälle von Salisbury ist es an der russischen Regierung, alles zu unternehmen, Klarheit und Transparenz zu schaffen und berechtigte offene Fragen zu beantworten", sagte Botschafter von Fritsch. Das russische Außenministerium bestellte neben dem deutschen
Botschafter auch die Vertreter anderer EU-Staaten ein, die sich an der Ausweisung russischer Diplomaten beteiligt hatten - unter anderen die Botschafter aus Großbritannien, Frankreich, Italien, Polen, Tschechien, der Slowakei, Litauen und Lettland.

Bulgarien will Kommunikation aufrechterhalten

Bulgarien, das den rotierenden EU-Ratsvorsitz innehat, will in der Skripal-Affäre die Kommunikation mit Russland aufrechterhalten und vorerst keine russischen Diplomaten ausweisen. "Wir meinen nicht, dass wir zu diesem Zeitpunkt Diplomaten oder technisches Personal der Russischen Föderation ausweisen sollten", sagte Regierungschef Boiko Borissow am Freitag in Sofia nach Konsultationen mit dem aus Moskau zurückbeorderten bulgarischen Botschafter in Russland.

Borissow erinnerte an die angespannte internationale Lage: "Sogar während des Kalten Krieges waren die Dinge viel ruhiger." Zu einer möglichen russischen Verantwortung für den Giftanschlag auf den britisch-russischen Doppelagenten Sergej Skripal sagte Borissow: "Wir warten auf mehr Beweise, falls es solche gibt." Bulgarien habe bei der EU und der NATO allerdings "volle Solidarität mit Großbritannien" gezeigt, betonte er nach Beratungen im Sicherheitsrat der Regierung.

Skripal-Affäre als Auslöser

Am Donnerstagabend hatte Russland bereits die Ausweisung von 60 US-Diplomaten angekündigt. Damit regierte Moskau auf die Entscheidung von rund 25 Staaten sowie der Nato, mehr als 140 russische Diplomaten des Landes zu verweisen. Auch Deutschland hatte vier Russen zu unerwünschten Personen erklärt. Außenminister Sergej Lawrow hatte gesagt, dass Moskau ebenso viele Diplomaten ausweisen werde, wie zuvor Russen betroffen waren. Der Schlagabtausch ist Teil des Konfliktes um den vergifteten Ex-Agenten Skripal und seiner Tochter Yulia in Großbritannien. London wirft Moskau vor, in den Fall verwickelt zu sein. Russland weist das zurück.

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