Sie sind hier:

Fall Skripal - Kreml kritisiert neue US-Sanktionen

Datum:

Russland hat die neuen US-Sanktionen im Fall Skripal als drakonisch und ungerechtfertigt kritisiert. Die Vorwürfe seien an den Haaren herbeigezogen. Der Rubel ging auf Talfahrt.

Russische Botschaft in Washington
Russische Botschaft in Washington
Quelle: dpa

Die russische Botschaft in Washington bekräftigte frühere Forderungen nach "einer offenen und transparenten" Untersuchung des Giftanschlags auf den früheren Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia. Der Außenpolitiker Konstantin Kossatschow sagte, die USA führten sich wie ein Polizeistaat auf. Der Beschuldigte werde bedroht und gefoltert und schließlich "wie in den schlimmsten Traditionen der Lynchjustiz" bestraft, sagte der Vorsitzende des Außenausschusses im Föderationsrat in Moskau.

Rubel fällt auf niedrigsten Wert seit 2016

Die neuen US-Sanktionen haben die russische Börse und den Rubel am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Ein Dollar entsprach am Morgen 66,48 Rubel, das war der niedrigste Wert der russischen Währung seit November 2016. Die beiden wichtigsten Indizes der Börse in Moskau, der RTS und der Moex, starteten im Minus und gaben zu Handelsbeginn um 3,2 Prozent beziehungsweise 1,16 Prozent nach.

Beeinflusst wurden die Börsendaten durch einen Einbruch der Aeroflot-Aktie, die knapp 10,6 Prozent verlor. Die Anleger reagierten damit auf US-Medienberichte, wonach die Regierung in einem nächsten Schritt Flughäfen des Landes für russische Airlines sperren könnte. Auch die Banken des Landes verloren auf dem Börsenparkett.

Sanktionen auf Güter der nationalen Sicherheit

Der Ex-Agent Skripal und seine Tochter Julia hatten im März in England eine Vergiftung mit dem in der Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok nur knapp überlebt. Die britische Regierung macht Russland für den Anschlag verantwortlich, ohne dies allerdings beweisen zu können. Die Regierung in London wies mehrere russische Diplomaten aus.

Moskau weist jede Schuld von sich. Washington wertet den Fall Skripal als verbotenen Einsatz von Massenvernichtungswaffen. Das US-Außenministerium verkündete am Mittwoch, dass es deswegen neue Sanktionen gebe. Sie würden um den 22. August herum in Kraft treten. Einzelheiten zu den Strafmaßnahmen wurden nicht genannt. Es handele sich aber um Sanktionen, die sensible Güter der nationalen Sicherheit beträfen, hieß es.

Die kommenden Strafen zielten auf eine Zerstörung der russischen Wirtschaft, sagte Fjodor Lukjanow, Chefredakteur der Zeitschrift "Russia in Global Affairs". Nach dem Gipfeltreffen der Präsidenten Donald Trump und Wladimir Putin in Helsinki müsse die US-Führung offenbar beweisen, dass sie hart gegen Russland sei. Trump war nach dem Treffen schwer kritisiert worden, weil er sich Putins Dementi einer russischen Einmischung in die US-Wahlen zu eigen gemacht hatte.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.