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Skripal-Affäre - Russland weist deutsche Diplomaten aus

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Der Streit zwischen Russland und dem Westen um den Fall Skripal trifft nun auch Deutschland. Erst wird der Botschafter einbestellt. Dann wird klar: Vier Deutsche müssen gehen.

Nachdem 26 Länder russische Diplomaten ausgewiesen haben, weist Russland die gleiche Anzahl an Diplomaten aus. Auch vier Deutsche sollen Russland verlassen.

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Russland hat im Streit mit dem Westen um den vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal auch vier deutsche Diplomaten ausgewiesen. Darüber wurde der deutsche Botschafter in Moskau am Freitag informiert, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Deutschland hatte seinerseits vier russische Diplomaten ausgewiesen. Bundesaußenminister Heiko Maas sagte, Deutschland bleibe zum Dialog mit Russland bereit. "Unsere Reaktion im Fall Skripal war als politisches Signal notwendig und angemessen, aus Solidarität mit Großbritannien und weil sich Russland bisher jeglicher Aufklärung des Sachverhalts verweigert", sagte Maas.

Auch zahlreiche Diplomaten anderer EU-Staaten wurden ausgewiesen. Das Außenministerium in Moskau habe den Botschaftern jeweils eine Protestnote überreicht, in der die Gegenmaßnahmen mitgeteilt worden seien. Die Sanktionen seien die Antwort auf die Ausweisungen russischer Diplomaten, die "unfreundschaftliche Handlungen gegenüber Russland" seien, teilte das Ministerium am Freitag weiter mit.

"Wir bleiben offen für den Dialog"

Auch der deutsche Botschafter Rüdiger von Fritsch war in das Außenministerium in Moskau einbestellt worden. "Es bleibt Deutschlands Interesse, ein gutes Verhältnis mit Russland zu haben. Wir bleiben offen für den Dialog", sagte von Fritsch, ohne genaue Angaben zu dem Gespräch zu machen. Er habe auch die Gelegenheit genutzt, Russland zur Zusammenarbeit bei der Aufklärung des Giftanschlags aufzurufen. "Angesichts der schlimmen Vorfälle von Salisbury ist es an der russischen Regierung, alles zu unternehmen, Klarheit und Transparenz zu schaffen und berechtigte offene Fragen zu beantworten", sagte der Botschafter.

Auch andere Botschafter wurden einbestellt. Die britische Vertretung habe einen Monat Zeit, um die Zahl der Mitarbeiter zu reduzieren, hieß es aus Moskau. Sie solle dann der Zahl der russischen Botschaftsmitarbeiter in London entsprechen. Polen muss nach Angaben aus Warschau binnen einer Woche vier Diplomaten abziehen, Finnland und Lettland verlieren den jeweiligen Außenministerien zufolge je einen Diplomaten in Moskau. Drei litauische und jeweils zwei italienische sowie niederländische Diplomaten müssen ebenfalls gehen.

Hintergründe des Giftanschlags nach wie vor ungeklärt

Der Schlagabtausch ist Teil des Konfliktes um den vergifteten Ex-Agenten Skripal und seiner Tochter Yulia in Großbritannien. Die britischen Ermittler gehen davon aus, dass beide mit dem in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok vergiftet wurden. London bezichtigt daher den Kreml als Drahtzieher des Anschlags. Moskau weist diese Anschuldigungen vehement zurück. Russland sei zu der diplomatischen Reaktion gezwungen gewesen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in einem Interview. "Wir haben den diplomatischen Krieg nicht begonnen." Russland bleibe aber weiterhin offen für gute Beziehungen zu den Ländern, sagte Peskow.

Moskau reagierte auf die Entscheidung von rund 25 Staaten sowie der Nato, mehr als 140 russische Diplomaten des Landes zu verweisen. Auch Deutschland hatte vier Russen zu unerwünschten Personen erklärt. Der Kreml hatte bereits angekündigt, dass es ähnliche Maßnahmen geben werden. Am Donnerstagabend hatte Russland bereits die Ausweisung von 60 US-Diplomaten und die Schließung des US-Konsulats in St. Petersburg angekündigt. Bereits wenige Stunden später begannen Mitarbeiter, das Konsulat zu räumen.

Yulia Skripal geht es besser

Die britischen Ermittler suchen fast vier Wochen nach dem Anschlag nach weiteren Spuren. Britische Medien berichteten, Yulia Skripal sei wieder bei Bewusstsein. Die 33-jährige Russin könne bereits wieder essen und trinken. Die Ermittler hofften, durch eine Aussage von ihr zu erfahren, ob sie und ihr Vater vor dem Attentat verfolgt wurden. Das Nervengift Nowitschok soll an den Händen der Opfer nachgewiesen worden sein. Beide kamen wohl an ihrer eigenen Haustür in Salisbury mit dem Gift in Kontakt, wie die Ermittler herausfanden.

Die von Russland ausgewiesenen Diplomaten

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