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Nach Mord an Georgier in Berlin - Russland weist zwei deutsche Diplomaten aus

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Der mutmaßliche Auftragsmord an einem Georgier in Berlin belastet das Verhältnis zwischen Berlin und Moskau schwer. Russland hat jetzt zwei deutsche Diplomaten ausgewiesen.

Außenministerium der Russischen Föderation in Moskau
Außenministerium der Russischen Föderation in Moskau
Quelle: imago/Felix Abraham

Die beiden Diplomaten müssten binnen sieben Tagen das Land verlassen, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Die russische Regierung reagiere damit auf die Ausweisung russischer Diplomaten aus Deutschland.

Berlin: "Falsches Signal"

Die Bundesregierung hat die Ausweisung heute scharf kritisiert. "Sie sendet das falsche Signal und ist ungerechtfertigt", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. Die Bundesregierung behalte sich im Lichte der Ermittlungen des Generalbundesanwalts zu dem Mord "weitere Schritte" vor.

Vorige Woche hatte das Auswärtige Amt in Berlin zwei russische Diplomaten zu unerwünschten Personen erklärt. Präsident Wladimir Putin hatte eine "spiegelgenaue" Reaktion angekündigt. Deutschland wirft Russland vor, bei den Ermittlungen in dem Mordfall nicht ausreichend zu kooperieren.

Deutscher Botschafter einbestellt

Der deutsche Botschafter in Moskau war am Morgen ins Außenministerium einbestellt worden. Der mutmaßliche Auftragsmord in Berlin schlägt seit Wochen Wellen.

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Ihr zufolge gibt es Anhaltspunkte dafür, dass der Mord entweder im Auftrag staatlicher Stellen der Russischen Föderation oder der Autonomen Tschetschenischen Republik verübt wurde. Russland weist jeden Vorwurf einer Verwicklung in den Mordfall zurück.

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Von hinten erschossen

Der 40-jährige Georgier, der in der russischen Teilrepublik Tschetschenien auf Seite der Separatisten gekämpft haben soll, war am 23. August im Berliner Tiergarten von hinten in Rücken und Kopf erschossen worden. Der mutmaßliche Täter, ein Russe, wurde gefasst. Er sitzt seither in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen.

An der Vorbereitung des womöglich aus Russland gesteuerten Attentats auf den Georgier muss nach Ansicht der Ermittler mindestens ein Helfer vor Ort mitgewirkt haben. Das sagte ein Vertreter des Generalbundesanwalts am Mittwoch im Innenausschuss des Bundestages nach Angaben von Teilnehmern einer nicht-öffentlichen Sitzung.

Ermittler: Ausspähen so kurzfristig unmöglich

Zur Begründung führte er demnach aus, der Täter sei frühestens einen Tag vor den tödlichen Schüssen auf den Georgier aus Warschau in die deutsche Hauptstadt gereist. Innerhalb weniger Stunden sei es aber schlicht unmöglich, den Wohnort und die Gewohnheiten des Opfers auszuspähen sowie die Flucht zu planen.

Unklar ist auch, wer dem Tatverdächtigen, der am 17. August erst von Moskau nach Paris und von dort weiter nach Polen geflogen war, die Tatwaffe vom Typ Glock 26 beschafft hat.

Georgier stand auf Terrorliste

Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Erschossenen als "Banditen" und "Mörder" bezeichnet. Der Georgier stand unter anderem auf einer Liste mutmaßlicher Terroristen, die der russische Inlandsgeheimdienst FSB deutschen Behörden vor längerer Zeit übermittelt hatte.

Putin hatte Deutschland vorgeworfen, ihn trotz entsprechender Gesuche nicht ausgeliefert zu haben. Dem widersprach die Bundesregierung. "Ein Auslieferungsersuchen Russlands zu dem Tatopfer ist der Bundesregierung nicht bekannt", sagte ein Sprecher des Justizministeriums. Das Opfer hatte in Deutschland Asyl beantragt. Sein Antrag wurde abgelehnt. Auch mit einer Klage gegen die Ablehnung hatte er keinen Erfolg. Sie wurde im Januar 2018 abgelehnt. Daraufhin ging er in Berufung, das Verfahren war noch nicht abgeschlossen.

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