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Energiekonzern - Russlands Ölriese Rosneft

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Ein Konzern mit engen Verbindungen zum Kreml - Rosneft ist die Nummer eins auf dem russischen Ölmarkt. Die halbstaatliche Firma hat sich in den vergangenen Jahren zu einem weltumspannenden Konzern gewandelt - mit Anteilen des zerschlagenen Yukos-Konzerns des Oligarchen und Oppositionellen Chodorkowski.

Altkanzler Gerhard Schröder ist zum Aufsichtsratschef des russischen Ölkonzerns Rosneft gewählt worden. Die Aktionärsversammlung des Konzerns billigte am Freitag seine Berufung. Der Wechsel des Ex-Kanzlers ist in Deutschland umstritten.

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Der Konzern Rosneft ist der größte russische Ölproduzent und förderte im vergangenen Jahr 210 Millionen Tonnen Öl- und Gaskondensat. Der Konzern hat seinen Sitz in Moskau und ist seit 2006 sowohl an der Moskauer als auch an der Londoner Börse notiert.

Als Aufsicht für mehrere russische Ölgesellschaften Anfang der 90er Jahre gegründet, war Rosneft noch 2004 nur der siebtgrößte Ölproduzent Russlands. Dann ernannte Präsident Wladimir Putin seinen Freund Igor Setschin zum Rosneft-Chef, ein Einschnitt, der auf der Homepage des Unternehmens als "der Wendepunkt in der Unternehmensgeschichte" gepriesen wird. Der frühere Portugiesisch-Übersetzer beim Militär kennt Putin schon seit der gemeinsamen Zeit in der Stadtverwaltung von St. Petersburg in den 90er Jahren. Setschin ist geprägt von der Überzeugung, dass der Staat in der Wirtschaft stark präsent sein müsse.

Nummer Eins im russischen Ölgeschäft

2004 erhielt Rosneft auch wichtige Teile des zerschlagenen Yukos-Konzerns des Oligarchen Michail Chodorkowski - zu einem günstigen Preis. Der ehemalige Ölmagnat und Oppositionelle Chodorkowski sieht in Setschin den Drahtzieher für das Vorgehen der russischen Justiz gegen ihn, was letztlich zu seiner Festnahme im Jahr 2003 und der Zerschlagung von Yukos führte. Ab 2005 wurde Rosneft so sogar zur Nummer Eins im Ölgeschäft in Russland.

Unter der Präsidentschaft von Dmitri Medwedew (2008-2012) konzentrierte sich Setschin auf seine Tätigkeit als Vize-Regierungschef; unter Putin kehrte er danach an die Rosneft-Spitze zurück. Er legte dann 55 Milliarden Dollar (heute knapp 47 Milliarden Euro) auf den Tisch, um die Nummer Drei der Ölfirmen in Russland, TNK-BP, zu kaufen. So stieg Rosneft mit mehr als vier Millionen Barrel täglich zum größten, börsennotierten Ölkonzern der Welt auf.

Bei der Gelegenheit gewann das technologisch im Hintertreffen stehende Unternehmen mit BP auch einen westlichen Verbündeten als Aktionär. Der britische Konzern hält 19,75 Prozent. Auch mit ExxonMobil aus den USA und Statoil aus Norwegen ging Rosneft Allianzen ein und setzte die Aufkäufe fort.

Der russische Staat verkaufte Ende 2016 rund 20 Prozent seiner Anteile an den Schweizer Rohstoffhändler Glencore und an das Emirat Katar, nachdem extrem niedrige Ölpreise das Land in eine wirtschaftliche Krise gestürzt hatten. Für Russland war es bislang das größte Privatisierungsgeschäft; trotzdem hält der Staat die Kontrollmehrheit von über 50 Prozent.

Rosneft auf EU-Sanktionsliste

Im Jahr 2014 geriet der sechstgrößte Ölproduzent Russlands, das Unternehmen Baschneft, in Setschins Visier - nachdem dessen Besitzer nach dem Vorwurf der Geldwäsche enteignet worden war. Nach Hakeleien sogar mit dem Kreml bekam Setschin im vergangenen Jahr seinen Willen: Für rund fünf Milliarden Dollar wurde Baschneft "privatisiert" und vom Staat an Rosneft verkauft. Der Öl-Konzern konnte also trotz der US-Sanktionen gegen ihn wegen der Ukraine-Krise weiter wachsen.

Auch im Ausland engagiert sich Rosneft, etwa in Deutschland mit den Raffinerien Bayernoil in Vohburg, PCK in Schwedt und Miro in Karlsruhe. Außerdem kontrolliert das Unternehmen Ölfelder im Algerien sowie in der Ex-Sowjetrepublik Kasachstan in Zentralasien und in Venezuela.

Die EU verhängte 2014 Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts gegen zahlreiche russische Unternehmen. Rosneft darf demnach keine Spezialtechnik und Dienstleistungen zur Ölförderung aus dem Ausland beziehen und ist von langfristigen Krediten ausgeschlossen.

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