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Letztes Baumhaus geräumt - Hambacher Forst: RWE bereitet Rodung vor

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Die Polizei hat das letzte Baumhaus von Kohlegegnern im Hambacher Forst geräumt. Jetzt bereitet der Energiekonzern RWE die Rodung vor. Am Samstag wollen Tausende demonstrieren.

Räumungsarbeiten im Hambacher Forst am 01.10.2018
Räumungsarbeiten im Hambacher Forst
Quelle: picture alliance/ZUMA Press

Rund um den Hambacher Forst hat RWE mit dem Bau eines kleineren Grabens und anderer Absperrungen begonnen, um das Fällen der Bäume vorzubereiten. Diese sollten "auch aus Sicherheitsgründen" deutlich machen, wo das Betriebsgelände beginne, sagte ein Unternehmenssprecher in Essen. Es handle sich keinesfalls um "martialische" Sicherungsanlagen. Demnach handelt es sich um einen Graben, hinter dem Erdreich aufgeschüttet wurde, die Gesamthöhe betrage ein bis eineinhalb Meter. Im Wald will der Konzern außerdem Hanfseile und Flatterband spannen sowie "Betreten verboten"-Schilder aufstellen.

Die Arbeiten an der Umfriedung sollen bis zum Beginn der umstrittenen Rodungen fertig sein. Zuvor hatten Polizisten nach eigenen Angaben ein Zeltlager von Kohlegegnern auf der Suche nach potenziellem Baumaterial für neue Baumhäuser und Barrikaden durchsucht und größere Mengen davon beschlagnahmt.

Tausende Kohlegegner wollen am Samstag protestieren

RWE will den Hambacher Forst roden, um den Braunkohletagebau zu vergrößern. Umweltschützer wollen die Abholzung des Forsts westlich von Köln dagegen verhindern. Schon seit Tagen räumen die örtlich zuständigen Baubehörden mit Hilfe der Polizei von den Aktivisten errichtete Baumhäuser. Für Samstag rufen Umweltverbände und Initiativen an dem Waldstück zu einer Protestaktion unter dem Motto "Wald retten - Kohle stoppen" auf. Sie erwarten nach eigenen Angaben 20.000 Teilnehmer.

Hambacher Forst: Entwicklung des Tagebaus

Der Energiepolitikexperte der Linken im Bundestag, Lorenz Gösta Beutin, kritisierte RWE für den Bau der Absperrungen. "Der Energieriese setzt mit der verzweifelten Maßnahme ganz offensichtlich weiter auf Eskalation", erklärte er am Dienstag. Laut RWE sollen die Absperrungen eine sichtbare Grenze markieren, ab der das Betriebsgelände beginnt und Hausfriedensbruch begangen wird. Außerdem nennt das Unternehmen Sicherheitsgründe, weil der Aufenthalt im Wald während der Baumfällarbeiten gefährlich sei.

Laschet: Hambacher Forst ist nicht zu retten

Die Entscheidung der Kohlekommission hat nach Worten von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) keine Auswirkungen auf den Hambacher Forst. "Im Hambacher Forst wird der Eindruck erweckt, als könnte man diesen Wald retten durch das Votum der Kohlekommission. Dieser Eindruck ist einfach falsch", sagte Laschet der in Berlin erscheinenden "taz am Wochenende". RWE-Chef Rolf Martin Schmitz sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger": "Der Hambacher Forst ist nicht zu retten, egal was die Kohlekommission entscheidet."

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