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Nach Kritik am Billigflieger - Ryanair veröffentlicht Liste mit Flugausfällen

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2.100 Flugausfälle bis Ende Oktober - aber kaum Informationen, welche Flüge ausfallen. Dafür ist der irische Billigflieger Ryanair hart kritisiert worden. So hart, dass Ryanair nun begonnen hat, die Liste mit den Flugausfällen zu veröffentlichen.

Die irische Billigfluglinie Ryanair hat für die kommenden Wochen massive Flugausfälle angekündigt. Bis zu 2100 Flüge sollen gestrichen werden, unter anderem aufgrund von Personalmangel. Valerie Haller berichtet von der Börse zu den Hintergründen der …

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Zunächst wurden von Ryanair am Montagabend zehn Verbindungen genannt, die täglich ausfallen sollen, darunter zwei nach London und je eine nach Barcelona, Brüssel, Dublin, Lissabon, Madrid, Mailand, Porto und Rom. Die Airline nannte eine Webseite, auf der die Liste samt Hinweisen an die betroffenen Passagiere veröffentlicht werden soll. Bis Dienstag werde es eine "vollständige Liste" von allen gestrichenen Verbindungen bis Ende Oktober geben, erklärte Ryanair.

Ryanair-Chef gibt "Durcheinander" zu

Zuvor hatten die EU und die britische Regierung Ryanair gerügt und die Airline zur Transparenz gedrängt. Ryanair hatte am Freitagabend bekanntgegeben, dass in den kommenden sechs Wochen bis zu 2.100 Flüge ausfallen werden - pro Tag 40 bis 50. Viele Kunden waren danach aber nicht schlauer: Auf der Internetseite listete Ryanair zunächst nur die gestrichenen Flüge bis Mittwochabend auf, auch am Montagabend standen auf der Liste nur acht Flugtage. Kunden beschwerten sich in sozialen Netzwerken darüber, dass sie nicht wüssten, ob sie auch zurückkämen, wenn ihr Hinflug stattfinde.

Brüssel forderte die Airline am Montag auf, die geltenden Kundenrechte "in vollem Umfang" zu respektieren. EU-Kommissarin Violeta Bulc erklärte, dank der EU hätten Flugpassagiere bei Verspätungen und Ausfällen ein Recht auf Entschädigung. Die nationalen Behörden müssten dies auch umsetzen.

Ryanair-Chef Michael O'Leary gab ein "heilloses Durcheinander" zu und entschuldigte sich bei den Kunden. "Dieses Chaos ist auf unser eigenes Handeln zurückzuführen", erklärte O'Leary. Die Airline stelle ihre Urlaubsplanung gerade von einem Neun-Monats-Zeitraum auf eine Jahresplanung um. Die Ausfälle beträfen nur knapp zwei Prozent der Passagiere, erklärte Ryanair. Viele Piloten und Kabinenpersonal müssten in den kommenden sechs Wochen ihren Jahresurlaub nehmen. Zum Start des Winterflugplans im November werde sich die Lage wieder normalisieren.

Kampf um Piloten

O'Leary sagte auf einer Pressekonferenz, die Flugstreichungen würden mit 25 Millionen Euro zu Buche schlagen. Davon gingen 20 Millionen Euro als Entschädigungen an die Passagiere. Die Flugstreichungen sind womöglich auch auf Kündigungen von Piloten zurückzuführen. "Wir können bestätigen, dass in diesem Jahr 140 Ryanair-Piloten zu Norwegian Air gekommen sind", erklärte die skandinavische Konkurrenz. Für den geplanten Standort in Dublin laufe die Rekrutierung ebenfalls. O'Leary hingegen erklärte: "Ryanair hat keinen Mangel an Piloten." Das Unternehmen habe den Sommerflugplan von Juni bis August mit "voller Besatzung" ausgeführt.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) erklärte, Ryanair-Mitarbeiter hätten gesagt, dass Flüge gestrichen würden, "weil Piloten das Weite suchen". Ryanair habe eine hohe personelle Fluktuation, weil die Airline niedrigere Gehälter zahle als die Wettbewerber, sagte VC-Sprecher Markus Wahl der "Mitteldeutschen Zeitung".

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