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Eurovision Song Contest - Norweger Rybak will den zweiten ESC-Sieg

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2009 hat er den ESC schon einmal gewonnen. Dieses Jahr tritt Alexander Rybak wieder an und qualifiziert sich fürs Finale. Der Norweger könnte sogar ein zweites Mal gewinnen. Oh je.

ESC - Alexander Rybak
Alexander Rybak tritt für Norwegen an
Quelle: ap

Manchmal ist es vielleicht besser, es einfach mal gut sein zu lassen. Mit dem Erreichten zufrieden zu sein. Nicht wahr, Alexander Rybak? Da steht er also wieder auf der ESC-Bühne, der Norweger mit der Geige, der 2009 mit dem Titel "Fairytale" souverän den Eurovision Song Contest gewonnen hat. Spielt auf einer virtuellen weißen Gitarre, fiedelt und singt "Schubidubi-Dapdap" (ja, das singt er wirklich). "That's how you write a song", heißt sein "Song". Der Beat dazu klingt verstörend nach 90er-Jahre Fahrstuhl-Musik - und doch funktioniert der "Song" erschreckend gut in Lissabon.

Rybak eröffnet das zweite ESC-Halbfinale am Abend - und die Halle in Lissabon, wo in diesem Jahr der Eurovision Song Contest stattfindet, feiert. Kaum ein anderer Song wird so kontrovers diskutiert in diesem Jahr. Ist das jetzt Kunst? Ist das gut? Oder ist es einfach gnadenlos berechnend und langweilig? Am Ende egal. Rybak qualifiziert sich für das Finale am Samstag. Und in den Online-Wetten, die in den vergangenen Jahren den Sieger immer recht zuverlässig vorhergesagt haben, steht er seit Tagen ziemlich weit oben. Lissabon diskutiert, ob Rybak tatsächlich seinen zweiten ESC-Sieg holen könnte. Irgendwie ist sein "Song" eingängig. Kann man gut unter der Dusche singen. Betrunken.

Michael Schulte singt für Deutschland

Verhindern könnte das vielleicht Benjamin Ingrosso aus Schweden. Sein smart produzierter und tanzbarer Popsong "Dance you off" klingt ein bisschen nach Justin Bieber, ein bisschen nach Michael Jackson und qualifiziert sich ebenfalls für das Finale am Samstag. Sollte er statt Norwegen gewinnen, würde Schweden mit ihm den siebten Sieg einfahren und in der ewigen ESC-Bestenliste an Irland vorbeiziehen. Acht weitere Länder überstehen das zweite Halbfinale am Abend und kommen weiter, darunter die Ukraine und Australien, das dieses Jahr wieder eingeladen ist und zum vierten Mal beim ESC mitmacht. Insgesamt aber ist dieses zweite Halbfinale deutlich schwächer als das erste am Dienstag.

ESC - Germany
Michael Schulte: "You let me walk alone"
Quelle: reuters

Auch Deutschland ist im Finale am Samstag als eines der großen und finanzstarken Länder dabei. Der deutsche Sänger Michael Schulte, bekannt aus der Castingshow "The Voice of Germany" und der ZDFneo-Serie "neoManiacs", tritt mit der Ballade "You let me walk alone" an, die vom Tod seines Vaters handelt. Schulte kommt gut an in Lissabon. In den Wetten klettert er seit ein paar Tagen kontinuierlich nach oben. Einige Beobachter trauen ihm sogar eine Top-Ten-Platzierung zu. Ein vorderer Platz wäre für Deutschland mal wieder dringend nötig nach dem desaströsen Abschneiden in den vergangenen Jahren: Letzter Platz 2015, letzter Platz 2016, vorletzter Platz 2017.

Oder werden es doch Israel oder Zypern?

Gute Chancen auf den Gesamtsieg hat in diesem Jahr auch Zypern. Sängerin Eleni Foureira liefert mit ihrem Partysong "Fuego" den vielleicht passendsten ESC-Song des Jahres. Tanzbar und mit echten Flammen auf der Bühne. Doch auch Netta aus Israel muss man auf dem Zettel haben. Während ihres Songs "Toy" gackert sie wie ein Huhn, tanzt und singt immer wieder die selbstbewusste Textzeile "I'm not your toy, you stupid boy". Norwegen, Zypern und Israel könnten sich im Finale aber auch gegenseitig Punkte wegnehmen. Zwar kommen sie beim Publikum gut an, aber werden sie auch viele Punkte von den internationalen Jurys bekommen? Die Jurys entscheiden zu 50 Prozent über den Sieger. Und ihnen könnten die genannten Favoriten ein bisschend zu berechnend sein. Davon könnte am Ende zum Beispiel der sanfte Popsong aus Frankreich profitieren, der die Flüchtlingskrise thematisiert.

Archiv: Salvador Sobral am 13.05.2017 in Kiew
ESC-Sieger Salvador Sobral
Quelle: epa

Der ESC findet dieses Jahr unter dem Motto "All aboard" in Lissabon statt. Im Vorjahr hatte der portugiesische Sänger Salvador Sobral den Wettbewerb zum ersten Mal überhaupt für sein Land gewonnen. Seine ungewöhnliche, jazzige und berührende Ballade "Amar pelos Dois" hatte im Vorjahr Bulgarien und Moldau auf die Plätze zwei und drei verwiesen. Nach einer Herzerkrankung ist für Samstag beim ESC-Finale Sobrals Bühnen-Comeback angekündigt.

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