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Japan - Samurai-Festival in Fukushima

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Es ist ein besonderer Tag für Masayuki Kiyonobu und seinen Vater. Die Samurai-Parade im Sommer ist Familientradition. Doch heute ist alles anders. Zum ersten Mal seit sieben Jahren wollen sie durch einen Stadtteil reiten, der bis vor einem Jahr noch radioaktives Evakuierungsgebiet war.

Sechs Jahre nach dem Super-GAU in Fukushima versichern die japanischen Behörden, dass sie alles im Griff haben. Doch ist eine sichere Rückkehr wirklich möglich? "außendienst" in Fukushima.

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Hier im Ortsteil Odaka gab es damals nach dem Erdbeben viele Tote. Überall sind noch immer verlassene Häuser zu sehen. Nur wenige Menschen sind zurückgekommen. An normales Leben ist noch lange nicht zu denken. Nicht weit entfernt, gleich hinter dem neuen Tsunami-Schutzwall ist einer der vielen Lagerplätze für die Säcke mit der radioaktiven Erde der Umgebung.

Die erste Parade seit sieben Jahren

Von überall her sind sie zum Schrein des Ortes gekommen - die Samurai-Reiter der Gegend. Der 45-Jährige Masayuki Kiyonobu begrüßt sie. Nach japanischer Tradition wird die Parade eröffnet. Und dann ziehen sie los. Stolz und erhaben reiten sie endlich wieder durch ihren so geschundenen Stadtteil. Die Menschen am Straßenrand applaudieren.

Masae Hara sitzt auf einem kleinen Stuhl und winkt jedem Reiter zu, der vorbeikommt. "Es ist das erste Mal seit sieben Jahren. Und jetzt kann ich die Pferde-Parade wieder anschauen. Ich bin wirklich sehr glücklich", sagt sie uns.

Die Parade gibt Vielen Hoffnung in einer schweren Zeit. Masayuki Kiyonobu steigt vom Pferd und ist begeistert: "Es waren viel mehr Zuschauer als ich erwartet hatte. Das hat mich alles an die letzte Parade vor der Katastrophe erinnert. Aus der Tiefe meines Herzens heraus empfinde ich große Freude."

Das Festival hat eine mehr als 1.000 Jahre alte Tradition

Einen Tag später dann der Höhepunkt des jährlichen Samurai-Festivals. Er findet in einem anderen Stadtteil von Minamisoma statt, in Haramachi. Hier waren die Probleme mit der Radioaktivität nicht ganz so groß – aber das Erdbeben und der Tsunami waren verheerend. Heute sind wieder Tausende gekommen, natürlich auch Masayuki Kiyonobu. Er ist Schiedsrichter beim traditionellen Pferderennen. Das Festival hat eine mehr als 1.000 Jahre alte Tradition. Auch 2011 direkt nach der Katastrophe gab es keine Unterbrechung. Und auch heute sagen sie hier, es muss weitergehen, wir müssen weiterkämpfen. "Das Festival ist größer geworden. Ich denke, die Zuschauer kommen her, um diese Region zu unterstützen. Sonst wären nicht so viele da", so der 73-jährige Tadao Watanabe.

Und Masayuki Kiyonobu sagt uns noch, er wolle noch mehr dafür tun, damit es seiner Heimat wieder besser gehe. Besser sogar als vor der Katastrophe. Er wohnt wieder hier. Seine Frau und die drei Kinder aber leben noch immer im 80 Kilometer entfernten Sendai.

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