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Riad macht Kehrtwende - Saudische Justiz: Khashoggis Tod war geplant

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Neue Volte im Fall Khashoggi: Die saudischen Behörden räumen ein, dass ein Mord geplant gewesen sei. Zuvor hatte Riad den Tod des Journalisten erst abgestritten, dann verharmlost.

Der Tod des Regimekritikers Jamal Khashoggi bringt Saudi-Arabien in Erklärungsnot. Nun verkünden die eigenen Behörden, dass die Tat geplant gewesen sei.

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Die Verdächtigen in der Khashoggi-Affäre haben die Tötung des saudischen Journalisten nach Einschätzung der Behörden in Riad vorab geplant. Die türkischen Ermittler hätten entsprechende Informationen übergeben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft des Königreichs am Donnerstag mit, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA berichtete. Damit weicht Saudi-Arabien von seiner bisherigen Linie in der Affäre ab. Während es erst aus Riad hieß, dass Jamal Khashoggi das saudische Konsulat in Istanbul lebend verlassen habe, hatte das Königreich später nach internationalem Druck erklärt, der Journalist sei dort versehentlich bei einer Schlägerei ums Leben gekommen. Auch an dieser Version gab es jedoch erhebliche Zweifel.

Weitere Einzelheiten teilte die saudische Staatsanwaltschaft zunächst nicht mit, etwa wie Khashoggi getötet wurde. Unbekannt ist auch weiterhin, was mit der Leiche des Opfers geschehen ist.

Erdogan spricht von Mord

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach in dieser Woche von einem "brutalen Mord". Die Behörden nahmen 18 Verdächtige fest. Der 59 Jahre alte Khashoggi war Anfang des Monats in das Istanbuler Konsulat gegangen, um dort Dokumente für seine geplante Hochzeit abzuholen. Im Zuge der türkischen Ermittlungen verhörte die Istanbuler Staatsanwaltschaft bisher 38 Konsulatsmitarbeiter. Die Zeugen seien unter anderem gefragt worden, ob sie Khashoggi und einen der 15 mutmaßlichen Täter gesehen hätten, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Mehrere Spuren weisen darauf hin, dass auch Personen aus dem näheren Umfeld des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in den Fall verwickelt sind. Saudi-Arabien weist das zurück. Der 33 Jahre alte Thronfolger hatte die Tat am Mittwoch als "abscheulichen Vorfall" verurteilt, der nicht zu rechtfertigen sei.

USA machen sich ein Bild

Die türkische Regierung spielte unterdessen CIA-Direktorin Gina Haspel während ihres Türkei-Besuchs offenbar die Audioaufnahmen vom Mord an Khashoggi vor. Das berichtete die "Washington Post" unter Berufung auf nicht genannte Quellen. In dem Artikel hieß es, "eine Person, die das Band kennt, sagte, es sei überzeugend und könnte den Druck auf die USA erhöhen, Saudi-Arabien für den Tod Khashoggis zur Rechenschaft zu ziehen." Haspel war am Dienstag in der Türkei angekommen, nach wachsenden Zweifeln in der US-Regierung an den Unschuldsbekundungen des saudischen Königshauses. Die Türkei hatte die angeblichen Aufnahmen bisher streng geheim gehalten.

Wochenlang hatten türkische Regierungsmitarbeiter anonym fast täglich neue Details aus den angeblichen Aufnahmen an türkische und US-Medien weitergegeben. Demnach war Khashoggi von einem 15-köpfigen, eigens für die Tat aus Saudi-Arabien angereisten Spezialkommando gefoltert und ermordet worden. Die Bänder selbst machte die türkische Regierung jedoch nicht öffentlich. Es blieb auch unklar, wie sie die Aufnahmen bekommen haben könnte. Regelmäßig taucht die Vermutung auf, dass die Türkei das Konsulat mit Abhörgeräten ausspioniert hat.

Brüssel will Waffenembargo

Das EU-Parlament forderte einen europaweiten Waffen-Exportstopp nach Saudi-Arabien. Die Regierungen aller EU-Mitgliedstaaten sollten einen gemeinsamen Standpunkt finden, heißt es in einer Entschließung. Die Abgeordneten stellen fest, dass die Tat wahrscheinlich nicht ohne das Wissen des Kronprinzen begangen wurde. Deutschland hat vorerst alle Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien gestoppt. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron bekräftigte die Drohung seines Landes mit internationalen Sanktionen gegen die Schuldigen.

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