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Nach Raketen-Angriff auf Riad - Saudis werfen Iran "Aggression" vor

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Der Konflikt zwischen Riad und Teheran spitzt sich weiter zu. Das sunnitische Saudi-Arabien wirft seinem schiitischen Nachbarn "direkte militärische Aggression" vor.

Der Beschuss der saudischen Hauptstadt Riad durch pro-iranische Rebellen im Jemen könne als "kriegerischer Akt" betrachtet werden, sagte Kronprinz Mohammed bin Salman.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini nannte die Eskalation zwischen Saudi-Arabien und Iran "extrem gefährlich". Beide Seiten sollten ihre Rhetorik mäßigen und nach einem "Minimum von Konsens" suchen, um die Grundlage für Frieden zu stiften, sagte sie bei einem Besuch in Washington.

Bei den Auseinandersetzungen im Jemen stehen Saudi-Arabien und Iran auf gegnerischen Seiten. Während Iran die schiitischen Huthi-Rebellen in dem Land unterstützt, führt der saudische Kronprinz seit 2015 eine arabische Militärkoalition an, um Jemens Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi zurück an die Macht zu bringen.

Kronprinz: "Kriegsakt" gegen Saudi-Arabien

Am Samstagabend feuerten Huthi-Rebellen eine Rakete auf den Flughafen in Riad ab. Die saudische Luftwaffe fing die Rakete nach eigenen Angaben zwar ab, doch warf Saudi-Arabien Iran vor, den Huthis Raketen zu liefern. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition im Jemen drohte, sie behalte sich das Recht vor, auf diesen "kriegerischen Akt" zu antworten.

Karte vom Jemen, Iran und Saudi Arabien
Erzfeinde: Iran und Saudi-Arabien Quelle: ZDF

Der Kronprinz äußerte sich in einem Telefonat mit dem britischen Außenminister Boris Johnson ähnlich. Das "iranische Regime" beliefere die Huthi-Rebellen im Jemen mit Raketen. Das könne als "Kriegsakt gegen das Königreich" angesehen werden. Die Koalition hatte nach dem Raketenangriff die Luft-, Land- und Seegrenzen des Jemen abgeriegelt, um Waffenschmuggel zu verhindern.

Human Rights Watch verurteilt Raketenangriff

Human Rights Watch verurteilte den Beschuss des überwiegend zivil genutzten Flughafens in Riad als "Kriegsverbrechen". Zugleich betonte die Menschenrechtsorganisation mit Blick auf die von Riad verhängte Blockade, der Angriff rechtfertige nicht, dass Riad "die humanitäre Katastrophe im Jemen verschlimmert", indem Hilfslieferungen behindert würden.

Das UN-Büro zur Koordination humanitärer Hilfe in Genf forderte eine Aufhebung der Blockade. Diese bedrohe im Jemen Millionen von Menschen, die bereits die "schlimmste humanitäre Krise der Welt" erlebten.

Teheran weist Vorwürfe zurück

Teheran hatte bereits am Montag die Vorwürfe zurückgewiesen, hinter dem Raketenangriff zu stecken. Stattdessen bezeichnete die Regierung den Angriff als Reaktion der Huthis auf die "Kriegsverbrechen" Saudi-Arabiens im Jemen. Die schiitische Regionalmacht und das sunnitische Königreich Saudi-Arabiens stehen nicht nur im Jemen, sondern auch im Irak, in Syrien und dem Libanon auf entgegengesetzten Seiten.

Dort trat am Wochenende überraschend Ministerpräsident Saad Hariri zurück. Der libanesische Regierungschef begründete den Schritt bei einem Auftritt in Riad damit, dass er um sein Leben fürchte, und machte Iran und der von der Regierung unterstützten Hisbollah-Miliz schwere Vorwürfe. Die Hisbollah warf Saudi-Arabien daraufhin vor, Hariri zum Rücktritt gezwungen zu haben.

Reihenweise Festnahmen in Saudi-Arabien

Die Eskalation im Konflikt mit Iran und der Rücktritt Hariris fallen mit einer beispiellosen Welle von Festnahmen hochrangiger Politiker und Geschäftsleute in Saudi-Arabien zusammen. Auf Anweisung des Kronprinzen wurden am Wochenende einige der reichsten und mächtigsten Männer des Landes unter Korruptionsverdacht festgenommen.

US-Präsident Trump stellte sich am Montag demonstrativ hinter dieses Vorgehen. Er habe "großes Vertrauen" in König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman, schrieb Trump auf Twitter. "Sie wissen genau, was sie tun". Einige der Festgenommenen hätten ihr Land seit Jahren "gemolken", daher werde nun "scharf" gegen sie vorgegangen.

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