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Ölgigant vor Börsengang der Superlative

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Saudi Aramco - Ölgigant vor Börsengang der Superlative

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Aramco gilt als einer der profitabelsten Konzerne der Welt. Nun darf der weltweit größte Ölförderer an die Börse - wo die saudi-arabische Firma direkt einen Rekord knacken könnte.

Das Logo von Aramco auf einer Pressekonferenz am 03.11.2019 in Dhahran (Saudi-Arabien)
Saudi Aramco: Der größte Ölförderer der Welt darf an die Börse.
Quelle: Reuters

Saudi-Arabiens staatlicher Ölkonzern Aramco hat nach mehrfacher Verzögerung die Genehmigung für seinen seit langem erwarteten Börsengang erhalten. Die Finanzmarktbehörde CMA des Königreichs teilte am Sonntag mit, dass ein entsprechender Antrag Aramcos genehmigt worden sei. Damit kann ein Teil der Aramco-Aktien künftig an der saudi-arabischen Wertpapierbörse Tadawul gehandelt werden. Ein konkreter Zeitplan für den Gang aufs Parkett wurde nicht genannt, und auch das Emissionsvolumen ist bisher offen.

Erwartet wird einer der größten Börsengänge aller Zeiten. Saudi Aramco ist die weltgrößte Erdölfördergesellschaft und gilt als einer der profitabelsten Konzerne. Die Pläne für einen Gang an die Börse wurden in den vergangenen Jahren mehrfach gestoppt beziehungsweise verschoben.

Wie Saudi Aramco der größte Börsengang aller Zeiten würde

Die Schätzungen über den Umfang des Börsengangs gehen weit auseinander. Kronprinz Mohammed bin Salman, der faktische Herrscher des Königreichs, hatte auf eine Bewertung des Unternehmens von mehr als zwei Billion Dollar gehofft. Analysten gehen dagegen von höchstens 1,5 Billion Dollar aus. Damit läge Aramco aber immer noch deutlich vor den US-Technologieriesen Microsoft und Apple, die auf rund eine Milliarde Dollar kommen. Ein Aktien-Verkauf könnte Aramco zudem enorme Summen einbringen - wie folgende Beispiele zeigen:

  • Ein Verkauf von einem Prozent der Aktien bei niedriger Bewertung: 15 Milliarden Dollar
  • Ein Verkauf von zwei Prozent der Aktien bei höherer Bewertung: 40 Milliarden Dollar

Damit würde Aramco den Rekord für den größten Börsengang brechen, den seit 2014 die chinesische Handelsplattform Alibaba mit Einnahmen von 25 Milliarden Dollar hält.

Die größten Börgsengänge der Geschichte
Konzern Börsendebüt Volumen Herkunft Branche
Alibaba 2014 25,03 Mrd. Dollar China Internet-Handel
Softbank 2018 23,35 Mrd. Dollar Japan Telekom
AgBank of China 2010 22,12 Mrd. Dollar China Finanzsektor
ICBC 2006 21,97 Mrd. Dollar China Finanzsektor
AIA 2010 20,49 Mrd. Dollar Hongkong Versicherer
Visa 2008 19,65 Mrd. Dollar USA Finanzsektor
General Motors 2010 18,14 Mrd. Dollar USA Autos
NTT 1998 18,05 Mrd. Dollar Japan Telekom
Enel 1999 16,59 Mrd. Dollar Italien Energie
Facebook 2012 16,01 Mrd. Dollar USA Internet

Der Börsengang als Teil von Bin Salmans "Vision 2030"

Ein Zeitplan für die weiteren Schritte des Börsengangs wurde am Sonntag nicht genannt. Zuletzt hatte der von Saudi-Arabien finanzierte Nachrichtenkanal Al-Arabija unter Berufung auf Insider berichtet, dass der erste Handelstag an der Tadawul-Börse der 11. Dezember sein solle. Dem Sender zufolge soll der Börsenprospekt am 10. November veröffentlicht werden.

Unsere nachgewiesenen Vorkommen waren Ende 2018 fünfmal größer als die der fünf großen internationalen Ölkonzerne.
Aramco-Geschäftsführer Amin Nasser

Der Börsengang des Ölgiganten ist zentraler Teil von Bin Salmans großangelegtem Umbau der saudischen Wirtschaft. Der "Vision 2030" genannte Plan verfolgt das Ziel, das islamisch-konservative Land unabhängiger vom Öl zu machen. Ursprünglich sollte der Börsengang schon 2017 erfolgen, war aber immer wieder verschoben worden. Die Einnahmen sollen in neue Wirtschaftszweige investiert werden.

Aramco wolle im weltweiten Energiemarkt eine herausragende Stellung einnehmen, erklärte Geschäftsführer Amin Nasser in einer Mitteilung. "In den vergangenen drei Jahren waren wir für jedes achte Barrel des weltweit produzierten Rohöls verantwortlich", sagte Nasser. "Unsere nachgewiesenen Vorkommen waren Ende 2018 fünfmal größer als die der fünf großen internationalen Ölkonzerne". Zu diesem "Supermajors" zählen ExxonMobil, Shell, BP, Chevron und Total.

Drohnenangriffe beeinträchtigten Öl-Industrie zuletzt

Noch im September hatten mehrere Drohnenangriffe die Ölindustrie Saudi-Arabiens schwer getroffen. Unter anderem war dabei die größte Ölraffinerie des Landes in Abkaik getroffen und die Produktionsmenge auf etwa die Hälfte des üblichen Volumens gesenkt worden. Nach Opec-Angaben brach die Produktion von rund 9,8 Millionen Barrel - ein Barrel entspricht 159 Litern - um etwa 5,7 Millionen Barrel pro Tag ein. Die Ölpreise stiegen daraufhin so sprunghaft wie seit Jahrzehnten nicht.

Das Ölangebot erreichte nach Angaben aus Riad bald aber wieder das Niveau von vor den Angriffen, die Pläne für den Börsengang waren Aramco zufolge nicht beeinträchtigt. Zu den Angriffen hatten sich die schiitischen Huthi-Rebellen aus dem benachbarten Jemen bekannt. US-Außenminister Mike Pompeo machte den Iran direkt für die Attacken verantwortlich.

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