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Film- und TV-Schauspieler - Andreas Schmidt ist gestorben

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"Timm Thaler oder das verkaufte Lachen" war sein letzter Kinofilm - jetzt ist der Schauspieler Andreas Schmidt gestorben, mit nur 53 Jahren nach längerer Krankheit. Viele Kino- und Fernsehfilme hat er gedreht. Seine Rollen wurden hochgelobt, er bekam mehrere Preise.

Der Schauspieler Andreas Schmidt ist tot. Er starb im Alter von 53 Jahren nach längerer Krankheit in Berlin. Schmidt war unter anderem aus der ZDF-Serie "Die Chefin" bekannt.

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Ein Charaktertyp – wandlungsfähig, vielseitig, ungewöhnlich. So wurde Andreas Schmidt oft beschrieben. Der schlaksige Mann mit dem hageren Jungengesicht, ein "schräger Vogel" mit einem Sinn für Außenseiter-Rollen.

Gut 110 Filme hat Schmidt gedreht. Sein Kinodebüt gab er 1987 in Adolf Winkelmanns Krimikomödie "Peng! Du bist tot!". Seine abstehenden Ohren waren seiner Aussage zufolge kein Karrierehindernis: "Es war eher hilfreich, ein bisschen außergewöhnlich auszusehen", sagte er einmal in einem Interview.

Hoch gelobt und ausgezeichnet

Größeres Aufsehen erregte er erstmals 1998 in dem mehrfach ausgezeichneten Film "Plus-Minus-Null" des in Berlin lebenden irischen Regisseurs Eoin Moore. Er spielte darin einen verwegenen Bauarbeiter, der auf dem neu entstehenden Potsdamer Platz in Berlin schuftet und sich in eine bosnische Prostituierte verliebt.

Moore besetzte ihn auch für "Pigs will fly", in dem Schmidt einen Polizisten mimte, der versucht, seine Gewalttätigkeit unter Kontrolle zu bekommen. Für seine Rolle wurde er für den Deutschen Filmpreis als bester Hauptdarsteller nominiert. Hoch gelobt: seine Darstellung des Lastwagenfahrers und Machos Ronald, der beinahe zwei Freundinnen auseinanderbringt, in Andreas Dresens Erfolgsfilm "Sommer vorm Balkon" aus dem Jahr 2006.

Auch an der Bühne erfolgreich

Schmidt spielte auch in Folgen von "Donna Leon" und in den ZDF-Serien "Die Chefin" und "Soko Stuttgart". Er gehörte zum Team des KZ-Dramas "Die Fälscher", das 2008 mit dem Oscar für den besten ausländischen Film ausgezeichnet wurde. Im April 2009 erhielt er den Deutschen Filmpreis als bester Nebendarsteller für seinen Auftritt in "Fleisch ist mein Gemüse". Zuletzt war er erst Anfang 2017 im Kinderfilm "Timm Thaler oder das verkaufte Lachen" im Kino zu sehen.

Neben dem Kino war Theater Schmidts Leidenschaft. Er inszenierte mit großem Erfolg an verschiedenen Theaterbühnen in Berlin das Stück "Männerhort" mit Bastian Pastewka und Christoph Maria Herbst. Kein Kopf- sondern Volkstheater habe er vor, sagte Schmidt, der seinen Einstieg als Schauspieler an Bühnen in Mannheim, Dortmund und Berlin gefunden hatte. 2012 feierte er sein Comeback auf der Bühne in Neil La Butes Tragikomödie "Fettes Schwein" in Berlin.

Schmidt wurde 1963 in Heggen im Sauerland geboren und wuchs im Berliner Märkischen Viertel auf, einem Hochhausbezirk und sozialen Brennpunkt. An seine Kindheit mit einem Vater, der trank, hat er sich nur ungern erinnert. In einem Gespräch mit dem Berliner Tagesspiegel sagte er 2009: "Ich hatte ein Vorbild, wie ich nicht werden wollte, ich wollte aus der Situation raus, je schneller, desto besser." Zuletzt lebte er in Berlin-Kreuzberg und war mit einer Amerikanerin verheiratet. Der gemeinsame Sohn wurde 2008 geboren.

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