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Augenzeugen berichten - Blutbad in Las Vegas: "Wir krochen über Tote"

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Es sollte ein unbeschwerter Konzertabend in Las Vegas werden - doch dann fallen plötzlich Schüsse. Einige Besucher vermuten zunächst ein Feuerwerk, doch dann bricht Panik und Chaos aus. Zehntausende Menschen fliehen, viele liegen blutüberströmt am Boden. "Wir krochen über Tote", berichten Augenzeugen.

In Las Vegas hat ein bewaffneter Mann bei einem Open-Air-Konzert ein Blutbad angerichtet. Mindestens 58 Menschen wurden laut Polizei getötet, mehr als 500 erlitten Verletzungen. Der mutmaßliche Schütze, ein 64-jähriger Weißer, erschoss sich selbst.

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In der Nähe des bekannten Casino-Hotels "Mandalay Bay" hatte der Sänger Jason Aldean im Rahmen des Country-Music-Festivals Route 91 Harvest ein Konzert gegeben, das tausende Menschen besuchten. Aldean war gerade mitten in einem Song, als die ersten Schüsse zu hören waren. Wie auf einem Video zu sehen ist, hielt Aldean inne, offenbar unsicher, was gerade passiert war. Als der Schütze weiter feuerte, brach Panik aus.

"Es hörte sich wie Böller an"

Zehntausende Menschen flohen in alle Richtungen. Einige berichteten, sie seien unter Autos gerobbt oder hätten sich in Hauseigängen versteckt. Der 36-jährige Kodiak Yazzie sagte, er habe die Schüsse erst für ein Feuerwerk gehalten, sei dann aber wie alle anderen geflohen. Der Schütze habe mehr als fünf Minuten lang auf die Menge unter ihm gefeuert, sagte der Konzertbesucher. Erst hätten sie geglaubt, dass irgendwo Glas zersplitterte und sich umgeschaut, woher der Krach kam, erzählte Monique Dekerf dem US-Sender CNN. Dann hätten sie dieses "Pop, Pop, Pop" gehört. "Einen Moment lang dachten wir, dass alles okay ist, es keine weiteren Schüsse mehr gibt, dann begann es wieder von Neuem."

"Wir hörten dem Konzert zu und hatten unseren Spaß, dann hörten wir etwas, das wie Böller klang", berichtete Konzertbesucher Joe Pitz der Lokalzeitung "Las Vegas Sun". "Ich vermute mal, das war eine automatische Waffe - aber es hörte sich eher an wie Böller." Er habe noch gesehen, wie Jason Aldean von der Bühne rannte und Sicherheitsleute kamen und alle in der Nähe des Casino-Hotels in Deckung gingen. "Es herrschte totales Chaos." Auf Videos in den sozialen Online-Netzwerken waren flüchtende Konzertbesucher sowie auf dem Boden liegende Menschen zu sehen.

"Menschen begannen, wie Fliegen zu fallen"

"Wir krochen über Tote", sagte die Konzertbesucherin Cari Copeland Pearson. Sie habe viele Schüsse gehört, vermutlich aus einem automatischen Gewehr. Ein weiterer Augenzeuge sagte CNN: "Menschen begannen, wie Fliegen zu fallen". Sie hätten sich zu Boden geworfen, um sich vor den Schüssen in Sicherheit zu bringen. Viele hätten blutüberströmt am Boden gelegen, berichtete ein junger Mann dem Sender CNN.

"Wir hörten Schüsse von Maschinengewehren, als wir in unserem Hotelzimmer waren - das dauerte sicher 20 Minuten lang", sagte eine Schweizer Touristin dem Portal "20 Minuten". Die Polizei wies uns an, im Zimmer zu bleiben, die Schuhe auszuziehen und die Türen abzuschließen", berichtete die Schweizerin. Über dem Hotel kreisten Hubschrauber, auf den Gängen standen Polizisten. Die Gäste hätten sich für eine mögliche Evakuierung bereithalten müssen, bis dahin "müssen wir still im Hotelzimmer im Dunkeln auf dem Boden sitzen".

"Heute Nacht war mehr als schrecklich"

"Heute Nacht war mehr als schrecklich", schrieb Countrysänger Aldean. "Mir fehlen immer noch die Worte, aber ich wollte euch wissen lassen, dass ich und meine Crew in Sicherheit sind. Meine Gedanken und Gebete gelten allen, die heute Nacht betroffen waren." Es schmerze ihn zutiefst, dass dies Menschen zugestoßen sei, "die gekommen sind, um Freude zu haben". Es hätte, so Aldean, "eine Nacht mit Spaß sein sollen".

Doch für mindestens 50 Menschen endete diese Nacht tödlich, mehr als 400 Konzertbesucher wurden verletzt. Nie zuvor in der Kriminalgeschichte der USA kamen bei einem derartigen Verbrechen mehr Menschen ums Leben. Der Täter habe sich nach der Tat  selbst getötet, teilte die Polizei später mit. Es soll ein Mann aus Las Vegas gewesen sein. Der bekannte Boulevard der Metropole wird gesperrt. Der Angriff hat die Spiel- und Spaßmetropole Las Vegas in eine Szenerie des Horrors verwandelt.

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