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Norden erwartet Gästerekord - Voll, voller, Schleswig-Holstein

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Jetzt wird es richtig voll. Die Schulferien in Nordrhein-Westfalen beginnen, einige Länder gehen in die zweite Ferienhälfte, und nächste Woche kommt auch noch Berlin. Die Urlaubsorte an der Nord- und Ostsee sind beliebt wie nie. Schleswig-Holstein erwartet einen Gästerekord.

Spektakuläre Aufnahmen einer Sommerreise aus der Luft: Von der Nordsee bis zum Spessart, von den Dächern Berlins bis zur Saarschleife. So haben Sie den Sommer in Deutschland noch nie gesehen!

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50 min
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Nach einer Umfrage der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein rechnen einige Orte im Juli und August mit einer Belegungsquote von mehr als 90 Prozent. An der Ostsee erreichten solche Werte touristische Leuchttürme wie Travemünde und Weissenhäuser Strand, an der Nordsee zum Beispiel Büsum und St. Peter-Ording. "Der Tourismus boomt", sagt der neue Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP). "Die Belegungszahlen für die ersten Monate zeigen: Wir sind auf Rekordkurs."

Mai bis September entscheidend

Hermann Bernd
Hermann Bernd leitet das ZDF-Studio Kiel Quelle: ZDF/Rico Rossival

Die Monate Mai bis September seien entscheidend für die Branche, betont die Tourismus-Agentur. 2016 wurden in diesem Zeitraum 18,1 Millionen Übernachtungen gezählt und damit gut zwei Drittel aller Übernachtungen im Jahr. 28,2 Millionen waren es im vergangenen Jahr insgesamt - 5,7 Millionen Übernachtungen mehr als 2011. Die positive Entwicklung sei erfreulich, aber auch das Ergebnis der Anstrengungen von Unternehmen und Tourismusverbänden, sagt Minister Buchholz. Es gebe neue Hotels und neue Möglichkeiten für Aktivitäten. "All das ist wichtig, um den Tourismusstandort weiter nach vorne zu bringen", so Minister Buchholz.

Natürlich profitierten die Urlaubsregionen im Norden auch von einer Weltlage mit unsicheren Situationen in anderen Regionen. Die Menschen machten lieber wieder in Deutschland Ferien und entdeckten Schleswig-Holsteins Küsten.

Beispiel Büsum: Es tut sich was

Zum Beispiel Büsum. Das Seebad an der Nordsee ist nach Sankt Peter-Ording und Westerland der drittgrößte Fremdenverkehrsort an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. In den 1960er und 1970er Jahren erlebte der Ort einen großen Touristenboom. Ferienwohnungen entstanden, das Ortsbild veränderte sich durch Großbauten wie Kurmittelhaus, Haus des Kurgasts und Schwimmbad. Deutlich sichtbar im weiten flachen Umland ein 1972 gebautes einzelnes Hochhaus. Stammgäste kamen über Jahre aus Nordrhein-Westfalen. Doch in den 1980er und 1990er Jahren stagnierte das Geschäft. Junge Urlauber und Familien kamen immer seltener, machten Urlaub im sonnigen Süden. Doch seit einigen Jahren tut sich wieder was in Büsum.

Ein neuer Deich wurde gebaut, ein Millionenprojekt, eigentlich gedacht als Hochwasserschutz, der aber optisch den ganzen Strand positiv veränderte. Gemeinde und Tourismusmanagement gaben Gas. Privatunterkünfte wurden renoviert, auch Hotels. Die Urlauber, sagt Tourismuschef Olaf Raffel buchen heute spontan, je nach Wetterlage, und sie kommen nur für ein paar Tage. Stammgäste über mehrere Wochen gebe es zwar auch noch, aber auch gerade diese Gäste wollen Komfort, wohl auch deshalb, weil es keine Sonnengarantie im Sommer gibt und man auch Zeit in der Unterkunft verbringt. Und es wird weiter investiert. Kräne und Baustellen überall in Büsum. 300.000 Gäste kamen 2016 zusätzlich nach Büsum - 50 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor.

"Die Luft, das Watt, die Sauberkeit"

Einige Urlauber kommen auch ganz aus der Nähe, wie Inge Weise aus Hamburg, die einfach mal raus wollte aus der Großstadt und eifrig bei der Strandgymnastik mitmacht. "Die Luft, das Watt, die Sauberkeit, Abwechslung. Man kann Rad fahren, Wandern, Sport machen", schwärmt sie und ist damit nicht allein. In der neuen Perlebucht, einer geschützten Familienlagune, kann man Wassersport in allen Varianten machen. Weg vom angestaubten Image früherer Jahre, sondern auch attraktiv für aktive Familien. Wie Phillip Schäfer aus Siegburg, der mit seiner Frau und zwei Kindern unterwegs ist. "Auf Büsum sind wir gekommen durch Freunde", sagt er. "Dann haben wir uns das im Internet angeschaut, die Homepage machte einen wirklich guten Eindruck. Jetzt sind wir das dritte Mal hier, es hat uns tatsächlich überzeugt."

Es läuft gerade bestens, meint auch der neue Tourismusminister Bernd Buchholz. Aber man müsse auch sehen, sagt er, dass dieser Trend verstetigt werde. Dazu gehörten Investitionen in alle Einrichtungen, die für einen modernen Tourismus gebraucht werden, den Bau oder Umbau von Hotels. Und gute Verkehrswege. Denn ein großes Problem bleibt: Urlauber müssen mit Dauerstaus rechnen, wenn sie in diesen Tagen auf den Straßen im Norden unterwegs sind.

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