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Schnee ohne Ende - Im Süden sieht man weiß

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Obwohl heute deutlich weniger Flocken fielen, hält der Ausnahmezustand im Alpenraum an. Die Bundesregierung schaltet sich ein. Und was passiert, wenn es taut?

Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und die Bundeswehr sind im Dauereinsatz: Schneemassen von Dächern und Straßen räumen. Inzwischen gilt in fünf Landkreisen in Bayern der Katastrophenfall. Und ab Samstag soll es wieder stärker schneien.

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3 min
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Wenn mehrere Meter Schnee auf Straßen und Dächern lasten, helfen ein, zwei Tage Pause nicht viel. Tausende Helfer schaufeln am Limit. Im Süden sieht man weiß - und das wird auch erst einmal so bleiben.

Festgefahrener Verkehr

Zwei Männer befreien ein eingeschneites Auto von den Schneemengen.
Zwei Männer befreien in Österreich ein eingeschneites Auto von den Schneemengen.
Quelle: dpa

Flugzeuge bleiben am Boden, Züge und Autos können nicht fahren. Am Freitag wurden an den Flughäfen München und Frankfurt jeweils rund hundert Flüge gestrichen. Auch der Bahnverkehr blieb auf vielen Strecken Bayerns unterbrochen. In Österreich holte das Bundesheer eine große Schülergruppe aus dem Ruhrgebiet mit zwei Hubschraubern von einer Alm. Spaziergänger und Sportler durften in Sachsen mehrere Waldgebiete nicht betreten.

In der Nacht zuvor mussten auf der Autobahn A8 in der Nähe des Chiemsees zahlreiche Menschen mehrere Stunden bei starkem Schneefall in ihren Autos ausharren. Schneeglätte und ein querstehender Lastwagen brachten den Verkehr zeitweise komplett zum Stillstand.

Helfer unter Hochdruck

Karte: Landkreise, Bayern
Hier gilt der Katastrophenfall: In Garmisch-Partenkirchen, im Landkreis Bad-Tölz Wolfratshausen, im Landkreis Miesbach, im Landkreis Traunstein, Landkreis Berchtesgadener Land
Quelle: ZDF

In fünf bayerischen Landkreisen gilt mittlerweile der Katastrophenfall. Bundeswehr, Technisches Hilfswerk, Bundespolizei und örtliche Einsatzkräfte versuchen, gegen die Schneemassen anzukämpfen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ am Freitag zusichern, dass die Zahl der Einsatzkräfte notfalls aufgestockt werden könne.

"Die Kanzlerin wie auch die gesamte Bundesregierung dankt allen Helferinnen und Helfern in den von den heftigen Schneefällen betroffenen Gebieten für ihren Einsatz", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will die verschneiten Regionen am Samstag besuchen.

Trauer um die Opfer

Ein Rettungsfahrzeug fährt auf der verschneiten B99 in Richtung Untertauern, Österreich.
Ein Neunjähriger war am Donnerstag von einem umstürzenden Baum erschlagen worden.
Quelle: dpa

Merkel drückte außerdem ihre Trauer über den Tod eines neunjährigen Jungen aus, der am Donnerstag in der Nähe von München von einem umstürzenden Baum erschlagen wurde. Rettungskräfte versuchten vergeblich, das Kind wiederzubeleben. In Österreich starben seit dem Wochenende mindestens sieben Menschen im Schnee.

Zugeschneite Dächer

Zwei Männer befreien ein Dach von den Schneemengen.
Zwei Männer befreien ein Dach von den Schneemengen.
Quelle: dpa

Allein in der Touristenregion Berchtesgaden sind Behörden zufolge mehrere Hundert Gebäude durch Schneemassen auf den Dächern bedroht. Ob ein Dach unter der Last einstürzt, liegt Experten zufolge nicht an der Dicke der Schneedecke, sondern an ihrem Wassergehalt.

"Das ist das Einzige, was wir als Statiker berücksichtigen", erklärt Norbert Gebbeken, der als Professor für Baustatik an der Bundeswehr-Uni in München lehrt. Da die weiße Decke von Eis bis Pulverschnee viele verschiedene Aggregatzustände haben könne, könne das Gewicht pro Quadratmeter extrem variieren.

Wie viel Schnee wiegt? Das erklären wir hier im Video.

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Drohende Lawinen

Männer versuchen den Schnee aus dem Hotel Säntis auf der Schwägalp, Schweiz, zu entfernen.
Männer versuchen den Schnee aus dem Hotel Säntis auf der Schwägalp, Schweiz, zu entfernen.
Quelle: dpa

Nachdem am Donnerstag in der Schweiz eine Lawine in ein Hotelrestaurant rollte und mehrere Menschen verletzte, ist die Lawinengefahr in weiten Teilen der bayerischen Alpen Experten zufolge gesunken. Für Freitag stufte der Lawinenwarndienst Bayern in München die Gefahr nur noch für die Berchtesgadener Alpen als groß (Stufe 4) ein, das ist die zweithöchste von fünf Gefahrenstufen. Für den übrigen Alpenraum gelte Warnstufe 3.

Auch in weiten Teilen Österreichs ging die Lawinengefahr leicht zurück. In den am stärksten vom enormen Schneefall der vergangenen Tage betroffenen Gebieten galt am Freitag meist die zweithöchste Warnstufe 4, wie die Warndienste mitteilten. Am Donnerstag war vielerorts noch die höchste Lawinenwarnstufe 5 in Kraft gewesen. In Bulgarien starben am Freitag zwei Snowboardfahrer unter einer Lawine, die sie durch Fahren abseits der Piste ausgelöst hatten.

Schülerfreie Schulen

Ein Räumfahrzeug befreit in Siegsdorf, Bayern, eine Straße vom Schnee.
Ein Räumfahrzeug befreit in Siegsdorf, Bayern, eine Straße vom Schnee.
Quelle: dpa

In vielen Landkreisen in Oberbayern und Schwaben heißt es seit Tagen: schneefrei. Zu gefährlich sei der Schulweg für die Kinder und Jugendlichen, hieß es von den Behörden. An etlichen Schulen fällt auch zu Beginn der neuen Woche der Unterricht aus.

Mehr Schnee in Sicht

Ein Räumfahrzeug befreit eine Straße vom Schnee.
Räumfahrzeug im Einsatz: Am Wochenende wird eine komplexe Wetterlage erwartet.
Quelle: AP

In der Nacht zum Sonntag komme eine sehr komplexe Wetterlage auf den Freistaat zu, sagte der Leiter der Regionalen Wetterberatung München des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Guido Wolz, am Freitag. Große Tiefausläufer bringen der Prognose zufolge kräftigen Schneefall in den Alpenraum und den Bayerischen Wald.

Derzeit liegen in Höhen von 1.500 Metern zwischen anderthalb bis zweieinhalb Metern Schnee. Am Sonntag könne die Schneefallgrenze auf 1.200 Meter steigen. Während Sachsen in den Mittelgebirgen zusätzliche 20 Zentimeter Neuschnee erwartet, könnte in den höheren Lagen in Bayern stellenweise mehr als ein Meter Schnee hinzukommen. "Das mag man sich nicht ausmalen, was da noch alles passieren kann", sagte DWD-Experte Wolz.

Keine Hochwasser-Gefahr

Ein Hochwasser müssen die betroffenen Regionen dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) zufolge nicht befürchten. "Im Alpenraum, wo viel Wasser abfließt, ist das Flussbett tiefer sowie breiter und kann mehr Wasser aufnehmen", erklärten die Fachleute. Selbst bei Warmlufteinbrüchen sei der Einfluss von Wärme in Luft, am Boden oder durch Strahlung im Winter begrenzt - und damit auch die Intensität der Schneeschmelze.

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