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Extremwetter - Warum es so viel schneit - und was noch kommt

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In den nächsten Tagen schneit es weiter im Süden Deutschlands und in den Mittelgebirgen. Dass so viel Schnee fällt, liegt an einem ähnlichen Phänomen wie bei der Dürre 2018.

Zwei Männer befreien ein eingeschneites Auto von den Schneemengen.
Zwei Männer befreien ein eingeschneites Auto von den Schneemengen.
Quelle: dpa

Das vergangene Jahr war geprägt von Extremwetterereignissen - das setzt sich jetzt offenbar fort. Aber warum schneit es derzeit so anhaltend und ausgiebig, und was hat das mit der Klimakrise zu tun? Wie im vergangenen Sommer ist ein sehr starkes Hoch quasi stationär - allerdings diesmal auf dem Atlantik. 2018 war das Wetter-Schlagwort der "Jetstream". Dieses Starkwindband mäandrierte weit in den Norden, und oft lag ein Hoch über dem Kontinent. So wurden die Tiefs von Deutschland und großen Teilen Europas weggehalten. Die Folge war extreme Dürre.

Grafik: Wetterlage am 11.01.2019
“Jetstream (in Orange) weicht über dem Atlantik weit in den Norden und über Deutschland nach Süden”
Quelle: ZDF



Das Hoch ist also auf dem Atlantik. Der Jetstream zieht vor dem Hoch in den Norden und kommt bisher über Mitteleuropa und eben über Deutschland wieder runter. So kommen die Tiefs bzw. deren Ausläufer aus dem Norden zu uns. Die Tiefs bringen feuchte, nicht aber immer kalte Luft nach Deutschland. Die kalte Luft wurde aus dem Osten dazu gemischt, und so kam es, dass besonders in den östlichen Mittelgebirgen und im Alpenraum extreme Schneemengen zusammenkamen.

Noch mehr Schnee

In der Nacht auf Samstag schneit es wieder im Süden Deutschlands und in den Mittelgebirgen. Nicht so stark wie in den Tagen zuvor. Die Schneefallgrenze liegt bei 500 bis 600 Metern und steigt bis Samstagnachmittag auf 800 Meter. Am Tag fällt etwas weniger Niederschlag, aber der Regen wird vom Schnee aufgenommen und somit steigt die Last auf den Dächern. Auch auf Bäumen und anderen Flächen ist dies der Fall. Es herrscht Schneebruchgefahr.

Das Thema Schnee überlagert den Rest des Wetters. Im Norden ist es eher trüb, mit Regen auch am Samstag. Im Süden Deutschlands nimmt in der Nacht auf Sonntag der Schneefall wieder zu, dabei steigt aber die Schneefallgrenze von 800 auf 1.000 Meter bis in die Nacht.

Lawinengefahr steigt am Wochenende

Und noch mehr Schnee kommt dazu. Von Samstagabend bis Dienstag sind 50 bis 70 Zentimeter, in Staulagen bis zu einen Meter Neuschnee zu erwarten. Und die Gefahr, dass Lawinen abgehen können, steigt wieder an - extreme Bedingungen sind zu erwarten. Die Schneefallgrenze pendelt, und so fällt mal Schnee, Nassschnee und Regen. Im Schwarzwald ist starkes Tauwetter wahrscheinlich.

Auch der Wind wird am Sonntag deutlich stärker. Im Flachland sind Sturmböen, an den Küsten auch orkanartige Böen möglich. Aber in den Bergen wirken bei diesen Verhältnissen orkanartige Böen und Orkanböen anders, in den Hochlagen der Alpen sind heftige Schneeverwehungen möglich.

Der Wind lässt zu Wochenbeginn nach, aber Schnee fällt nach derzeitigem Kenntnisstand bis Dienstagmittag am Alpenrand und in den Alpen.

Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und die Bundeswehr sind im Dauereinsatz: Schneemassen von Dächern und Straßen räumen. Inzwischen gilt in fünf Landkreisen in Bayern der Katastrophenfall. Und ab Samstag soll es wieder stärker schneien.

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