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SPD-Chefposten - Scholz will sein Ansehen in die Waagschale werfen

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Lange hatte Vizekanzler Scholz abgewunken, wenn es um eine mögliche Bewerbung als SPD-Vorsitzender ging. Jetzt strebt er den SPD-Chefposten doch an und erklärt seinen Sinneswandel.

Olaf Scholz
Olaf Scholz
Quelle: dpa

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat bestätigt, dass er sich um das Amt des SPD-Chefs bewerben will und erstmals auch Gründe dafür genannt. Der Vizekanzler will bei der Kandidatur sein Ansehen in der Bevölkerung in die Waagschale werfen. "Ich glaube, dass Deutschland eine starke sozialdemokratische Partei braucht", sagte Scholz in Berlin beim Tag der offenen Tür in der Bundespressekonferenz.

Doppelspitze ohne Namensvorschlag

Er befürwortete zudem eine Doppelspitze in der SPD, nannte aber auf Nachfrage keinen Namen einer möglichen Mitbewerberin. Bei einer sogenannten Bürgerpressekonferenz sagte Scholz, Umfragen und Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern vermittelten ihm oft den Eindruck, dass er ein großes Ansehen in der Bevölkerung habe "und wenn ich der SPD damit nutzen kann, dann ist das glaube ich, etwas sehr Wichtiges". Scholz weiter: "Ich bin seit meinem 17. Lebensjahr Sozialdemokrat. Ich spüre das tief in meinem Magen, was da gegenwärtig an Umfragewerten zu verzeichnen ist und möchte alles dazu beitragen, dass sich das ändert."

Die Zahl der Bewerber um den SPD-Vorsitz wird größer - nun hat sich mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz ein Hochkaräter grundsätzlich zur Kandidatur bereiterklärt.

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Wochenlang hatte der Finanzminister mit Verweis auf sein zeitraubendes Regierungsamt ausgeschlossen, dass er für den SPD-Chefposten antreten werde. Zu seiner Kehrtwende sagte Scholz nun, manchmal müsse man Dinge, die man sich überlegt habe, neu überlegen, weil die Verantwortung das gebiete. "Ich habe für mich jetzt den Eindruck gehabt, es wäre nicht verantwortlich bei der Bedeutung, die die SPD für die Zukunft unseres Landes hat, wenn ich jetzt nicht sagen würde, ich will das machen. Und darum hab ich das anders entschieden, als ich das ursprünglich getan habe".

Vertrauen, dass Aufgabe leistbar sein wird

Der "Bild am Sonntag" hatte Scholz zuvor gesagt, es tue der SPD nicht gut, wenn es so rüberkomme, als ob sich keiner traue. "Das stimmt ja nicht. Auch nicht für mich". Auf die Frage nach der zeitlichen Vereinbarkeit von Finanzministeramt und möglichem Parteivorsitz sagte der stellvertretende SPD-Chef bei der Pressekonferenz: "Aus meiner Sicht würde ich das nicht machen, wenn ich nicht eine Vorstellung hätte, dass ich es hinkriegen kann." Es gehe jetzt aber nicht um die Frage, wer welche Belastung habe, sondern darum, darüber zu reden, wie die älteste demokratische Partei Deutschlands die Aufgaben für das 21. Jahrhundert gut lösen könne.

Die Bewerbungsfrist bei der SPD läuft noch bis 1. September. An diesem Tag muss die SPD zugleich herbe Verluste bei den Wahlen in Brandenburg und Sachsen fürchten. Die neue SPD-Spitze soll dann in einer Mitgliederbefragung faktisch bestimmt und auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden.

Mehrere Bewerbungs-Paare im Rennen

Das Bewerberfeld umfasst derzeit die Duos Gesine Schwan/Ralf Stegner, Simone Lange/Alexander Ahrens, Boris Pistorius/Petra Köpping, Michael Roth/Christina Kampmann sowie Karl Lauterbach/Nina Scheer. Zudem wollen sich der Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, Robert Maier, und der frühere Bundestagsabgeordnete Hans Wallow als Einzelkandidaten bewerben.

Scholz sondiert nach Informationen aus Parteikreisen derzeit im Hintergrund das Feld und sucht eine Partnerin, mit der er als Doppelspitze antreten kann. Der "BamS" sagte er, eine Co-Kandidatin wäre "natürlich nicht" nur die Frau an seiner Seite. Bei der Pressekonferenz verwies er darauf, dass es ihm darum gehe, mit derjenigen, mit der er antreten wolle, die Sache sorgfältig durchzusprechen, bevor man an die Öffentlichkeit gehe. Man könne aber sicher sein, dass alles auf einem guten Weg sei.

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