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Schon wieder Montag ... - Ehrenamtlich programmieren

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Mit der Digitalen Agenda 2014-2017 hat die Bundesregierung das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) Digital eingeführt. Junge Menschen stellen dabei ihre technischen Fähigkeiten zur Verfügung. Johannes Schäfer berichtet heute.de von seinem Digitalprojekt.

heute.de: Warum haben Sie sich für ein FSJ Digital entschieden?

Johannes Schäfer: Ich mache ein FSJ Ganztagsschule an einer Grundschule in Mayen bei Koblenz und bin dort auch dafür zuständig, ein Nachmittagsprogramm aufzustellen. Als das FSJ Digital als Weiterbildungsmöglichkeit angeboten wurde, hatte ich die Idee, eine Roboter-AG mit Dritt- und Viertklässlern zu testen. Man nimmt vorher fünf Tage lang an Workshops teil, in denen es auch um Medienrecht, den Umgang mit dem Internet, Filmproduktion, professionelle Fotografie, Creative Gaming und das Erstellen von Webseiten geht. Das bringt auch viel für die Einsatzstelle.

heute.de: Was bringen Sie den Kindern konkret bei?

Schäfer: Das Wichtigste in meinem Projekt ist: Grundsteine legen, Anreize schaffen, Horizont erweitern. Die Kinder müssen keine Roboter bauen, die Sudokus lösen. Die sollen einfach loslegen. Wir schauen auch im Netz zusammen Videos zu anderen Robotern an. Nebenbei erkläre ich viel zum verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet: Meldet euch nicht überall an, geht mit eurer Identität und euren Daten vorsichtig um. Und wenn die Kinder einen Quellcode kopieren, der nicht funktioniert, werden sie auch sensibler dafür, ob alles so stimmt, was jemand im Netz schreibt.

heute.de: Was können Sie den Kindern vermitteln, was sonst an der Schule nicht möglich wäre?

Schäfer: Die Programmierung und das Zusammenbauen eines Roboters - generell die imperative Programmierung. Das kann an meiner Grundschule keiner außer mir.

heute.de: Wer ein FSJ-Digital-Projekt beginnt, muss grundsätzlich sehr eigenständig arbeiten?

Schäfer: Ich würde jetzt nicht sagen muss, sondern darf. Wenn man Hilfe braucht, bekommt man sie auch. Man ist in einem kleinen Netzwerk, kann sich austauschen.

heute.de: Wie fit muss man medial für ein FSJ Digital sein?

Schäfer: Es kann sich jeder bewerben, es geht um viele Themen: Eine Kollegin von mir macht eine Art Seniorenfernsehen beim Offenen Kanal. Die nötigen Kenntnisse werden einem beigebracht. Die Workshops zu Beginn sind so aufgebaut, dass man mit den Referenten direkt mit seinem Projekt anfangen kann.

heute.de: Was lernen Sie selbst durch Ihre AG?

Schäfer: Dass ich ruhiger und entspannter bleiben und die Kinder noch mehr einfach machen lassen muss.

heute.de: Denken Sie, dass Sie die FSJ-Digital-Erfahrungen später im Job nutzen können?

Schäfer: Lehrer will ich nicht werden, auch das Fachliche werde ich vermutlich nicht brauchen. Aktuell möchte ich Jura studieren. Aber was ich daneben gelernt habe: das Vermitteln, das Erklären, das vorausschauende Planen - das kann einem immer helfen.

heute.de: Warum würden Sie jungen Menschen zum FSJ Digital raten?

Schäfer: Man kann in einem Jahr so viel Weiteres lernen. Man kann nebenbei viele Veranstaltungen, Seminare und Fortbildungen besuchen. Und man kann seine Einsatzstelle unterstützen: Ich habe drei Lego-Roboter für meine Schule organisiert, die sie sonst nicht hätten.

heute.de: Wie geht es an Ihrer Schule weiter, wenn Sie weg sind?

Schäfer: Die Roboter-AG soll auf jeden Fall eine langfristige Sache werden. Ich dokumentiere alles und bin in engem Austausch mit meiner Vorgesetzen. Sie wird sich kümmern, dass es der nächste FSJler oder ein anderer Angestellter der Schule übernimmt.

heute.de: Könnte man das FSJ Digital noch weiterentwickeln?

Schäfer: Es muss auf jeden Fall weiterlaufen. Sonst brechen die Projekte ab, und die Einsatzstellen verlieren sie vielleicht aus den Augen. Dann muss wieder alles von Neuem aufgebaut werden.

Das Interview führte Nadine Emmerich.

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