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Schon wieder Montag ... - Zur Arbeit an den Strand

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Beruf: Strandtester. Möglich macht das das Start-up Beach Inspector. Strandtester vermessen für das Suchmaschinenportal Strände weltweit in Wort und Bild - nach aufwändigen Schulungen. Sechs bis acht Wochen Zeit sollte man haben, so Gründer und Geschäftsführer Kai Michael Schäfer zu heute.de.

Lohnt sich Last-Minute überhaupt noch?

Beitragslänge:
6 min
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heute.de: Sind noch Bewerbungen für diesen Sommer möglich?

Kai Michael Schäfer: Aktuell suchen wir nur noch für ganz wenige Destinationen, die griechische Insel Korfu ist zum Beispiel noch nicht besetzt. Eventuell müssen Interessierte die neue Strandplanung abwarten. Generell läuft der Bewerbungsprozess aber das ganze Jahr. Wenn im Interessensgebiet des Bewerbers gerade nichts möglich ist, nehmen wir ihn in die Beach-Inspector-Datenbank mit auf.

heute.de: Was sind die Hauptaufgaben eines Strandtesters?

Schäfer: Unsere Korrespondenten laufen den Strand ab und produzieren Bild- und Videomaterial. Wir prüfen pro Strand 120 verschiedene Punkte. Die Leute müssen auf Einheimische zugehen, weil es viele Informationen gibt, die man allein an einem Tag nicht erheben kann - etwa die Auslastung des Strands über das Jahr hinweg. Die Daten werden in unsere Datenbank eingetragen, der Korrespondent schreibt die geforderten Texte, wählt Bilder und Video aus und schickt das Ganze nach Berlin.

heute.de: Wie bewerbe ich mich für den Job?

Schäfer: Wir haben ein Onlineformular, mit dem wir die wichtigsten Punkte abfragen. Wer durch diese Erstprüfung kommt, erhält Zugang zu rund 200 Seiten Schulungsmaterial und Videos. Zum Abschluss der theoretischen Ausbildung findet ein Workshop in unserem Büro in Berlin statt, wo wir prüfen, ob alles an Basiswissen und -ausrüstung vorhanden ist. Der letzte Schritt ist ein Testprojekt von fünf Stränden. Ist das erwartete Niveau erreicht, wird der freiberufliche Korrespondent in unser Netzwerk aufgenommen und bekommt Anfragen.

heute.de: Was muss man unbedingt mitbringen?

Schäfer: Grundvoraussetzungen sind Fleiß und Belastbarkeit. Deutsch und Englisch fließend in Wort und Schrift sind wichtig, Spanisch kann hilfreich sein. Man braucht eine gewisse körperliche Fitness, weil der Job anstrengend ist: Man muss jeden Strand komplett ablaufen. Zudem ist ein sicherer Umgang mit Foto-, Video- und Texterstellung wichtig. Profi muss man da aber nicht sein, wir haben gute Schulungskonzepte.

heute.de: Wer bewirbt sich so?

Schäfer: Eine Mischung aus Reisebloggern und digitalen Nomaden, die keinen festen Wohnsitz mehr haben und von überall auf der Welt mit Onlineprojekten Geld verdienen. Die nutzen den Job als Zusatzverdienst. Es fragen auch Leute an, die eine längere Reise oder eine Auszeit planen. Die meisten, die für uns arbeiten, sind 25 bis 35 Jahre alt.

heute.de: Suchen sich Bewerber ihr Gebiet selbst aus?

Schäfer: In der Regel machen wir die Strandplanung. Im Moment fokussieren wir uns noch auf die Hauptbadedestinationen in Europa. Wir haben die Balearen und Kanaren, Sardinien, die portugiesische Algarve und die türkische Riviera erfasst. Das spanische Festland und die Nord- und Ostsee schließen wir dieses Jahr ab. Aktuell sind wir zudem auf den griechischen Inseln, in Südengland und Bulgarien unterwegs. Bis 2018 sind wir mit den klassischen Warmwasserzielen in Europa fast durch. In Übersee haben wir aber auch schon 500 bis 600 Strände erfasst.

heute.de: Ließe sich der Job mit einer zweiwöchigen Urlaubsreise verbinden?

Schäfer: Aktuell besteht diese Möglichkeit nicht. Wenn am Ende drei Strände dabei rauskommen, lohnt der Aufwand unserer Schulungen nicht. Wir arbeiten in den kommenden Monaten aber ein Konzept aus, damit auch Urlauber eine Art Mini-Erhebung machen können - das wird eine Art Nutzerbewertung. Der Korrespondentenjob erfordert mindestens sechs bis acht Wochen Zeit.

heute.de: Was verdient ein Strandtester?

Schäfer: Wir zahlen pro Strand zwischen 80 und 180 Euro, das hängt von den Lebenshaltungskosten vor Ort ab. Wir wollen sicherstellen, dass die Korrespondenten ihre Reise-, Unterkunfts- und Lebenshaltungskosten abdecken können. Wer 40 Strände a 120 Euro Honorar macht, kann sich damit schon einen längeren Asienaufenthalt finanzieren. Der Job ist für Menschen gedacht, die viel reisen und sich das refinanzieren wollen - und da gab es bisher rund 12.000 Bewerber für.

heute.de: Wie viele Tester haben schon wie viele Strände erhoben?

Schäfer: Bisher haben 120 Korrespondenten für uns gearbeitet, aktuell sind 25 im Einsatz. In unserem Netzwerk aktiv und für Projekte ansprechbar sind etwa 50. Wir haben bislang etwas mehr als 1.500 Strände erhoben, dieses Jahr werden noch etwa 800 dazukommen. Die exotischsten Destinationen sind Kenia, Mauritius, Sansibar, Bali, Lombok und die Gili-Inseln.

Das Interview führte Nadine Emmerich

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