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Schriftsteller - Autor und Pulitzerpreisträger Philip Roth ist tot

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Der US-Schriftsteller Philip Roth ist nach Medienberichten im Alter von 85 Jahren gestorben. Das berichtet unter anderem die "New York Times".

Der US-Autor und Pulitzer-Preisträger Philip Roth ist tot. Der 85-Jährige galt als einer der wichtigsten Roman-Schriftsteller seiner Generation.

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Das US-Magazin "New Yorker" meldete am späten Dienstagabend als erstes den Tod des Schriftstellers, die "New York Times" bestätigte die Angaben unter Berufung auf eine enge Freundin Roths.

Immer wieder als Nobelpreisträger gehandelt

Roth gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller seiner Generation. Geboren wurde der vielfach ausgezeichnete Autor, den viele Literaturkenner auch immer wieder als Anwärter auf den Literaturnobelpreis sahen, 1933 in Newark - auf der anderen Seite des Hudson River von New York aus gesehen. Aufgezogen wurde er von jüdischen Immigranten unter einfachsten Verhältnissen im Arbeiterviertel Weequahic. Roth lebte in New York und Connecticut.

Als Nachfahre jüdischer Einwanderer wurde er unter anderem mit dem Roman "Portnoy's Complaint" (Portnoys Beschwerden) von 1969 berühmt. Für seinen Roman "American Pastoral" ("Amerikanisches Idyll") erhielt er 1998 den renommierten Pulitzer-Preis. Über viele Jahre und Romane hinweg spielte der fiktive jüdische Autor Nathan Zuckerman eine tragende Rolle, der weithin als Alter Ego Roths angesehen wird.

Fast 30 Romane geschrieben

Fast drei Dutzend Bücher veröffentlichte Roth im Lauf seiner Karriere, oft eines pro Jahr. Sarkastisch, humorvoll, voller Melancholie. Viele davon spielen im Newark seiner Jugend. Zu seinen Bestsellern gehören die Roman-Trilogie "Der Ghostwriter", "Zuckermans Befreiung" und "Die Anatomiestunde", "Sabbaths Theater", "Amerikanisches Idyll", "Mein Mann der Kommunist", "Der menschliche Makel", "Jedermann", "Die Demütigung" und "Exit Ghost".

Obwohl Roth wieder und wieder begeisterte: Das eine ganz große Werk, den einen Klassiker, schrieb er nicht. Erst im Rückblick wird klar, dass sich Roth eben durch die Summe seiner hervorragenden Bücher in den Schriftsteller-Olymp geschrieben hat. Mehrere wurden verfilmt. "Roth ist der größte Schriftsteller unserer Zeit", schrieb der "Guardian" schon 2009, und ließ dafür auch Roths größte amerikanische Zeitgenossen wie Cormac McCarthy, John Updike und Don DeLillo links liegen.

Seit 2012 im Ruhestand

Mit der Ankündigung in den Ruhestand zu gehen hatte der US-Schriftsteller 2012 den Literaturbetrieb geschockt. "Der Kampf mit dem Schreiben ist vorbei", hatte er sich damals auf einen gelben Zettel geschrieben und auf seinen Computer geklebt. "Jeden Morgen schaue ich auf diesen Zettel, und das gibt mir sehr viel Kraft."

"Ich bin 83 und habe keine Erben", sagte Roth der "New York Times", als er seinen Ruhestand verkündete. So spendete er 2016 auch seine rund 4.000 privaten Bücher an die Bibliothek in Newark, nachdem sie jahrelang Regale in seinem Haus auf einer Farm in Connecticut gefüllt hatten. Dort verbrachte der eher zurückgezogen lebende, zweifach geschiedene Autor viel Zeit, dort schrieb er seine aufrichtigen, merikanischen Sätze, wie diesen aus "Amerikanisches Idyll": "Das Leben ist nur eine kurze Zeitspanne, in der man lebendig ist."

Im März wurde er 85

Zu seinem 85. Geburtstag in diesem März sagte Roth, er bereue seinen Ruhestand nicht: "Die Bedingungen, die mich dazu gebracht haben, mit dem literarischen Schreiben aufzuhören, haben sich ja nicht verändert." Schon 2010 habe er das Gefühl gehabt, dass seine beste Arbeit hinter ihm liege. "Ich hatte einfach nicht mehr die geistige Lebhaftigkeit oder die verbale Energie oder die physische Fitness um einen großen kreativen Angriff auf eine komplexe Struktur wie einen Roman zu starten. Jedes Talent hat seine Bedingungen, seine Beschaffenheit, sein Ausmaß, seine Kraft - nicht jeder kann für immer ergiebig sein."

Eine kritische Stimme behielt Roth dennoch. In einem Interview bezeichnete er US-Präsident Donald Trump als "die Katastrophe des 21. Jahrhunderts, die entwürdigendste Katastrophe der USA". Trump sei ein "großer Betrüger, die üble Summe all seiner eigenen Unzulänglichkeiten, frei von allem außer der leeren Ideologie eines Größenwahnsinnigen".

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