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Computer in der Schule - Schul-Clouds: Mit dem Smartphone in die Datenwolke

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Tafel und Kreide statt Computer und Internet: Digitales Lernen gehört an deutschen Schulen noch immer nicht zum Alltag. Schul-Clouds sollen Schulen die Digitalisierung erleichtern. Doch auf dem Weg dorthin gibt es noch Baustellen.

Einige verbringen zu viel Zeit mit dem Smartphone.

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Die Digitalisierung hat Deutschlands Schulen noch immer nicht erreicht. Laptops oder Tablets in den Klassenräumen? In vielen Schulen Fehlanzeige. Auch Smartphones sind im Unterricht oft nicht erlaubt. Die meisten Schulen haben Computer angeschafft. Doch die stehen oft in separaten Räumen. Nutzung nur nach Anmeldung.

Unzufrieden mit dem Status quo

Auch die Qualität der Hard- und Software lässt zu wünschen übrig. Viele PCs, Betriebssysteme und Programme sind veraltet. In der Wirtschaft beschäftigt jeder größere Betrieb IT-Fachleute, die sich um die Wartung der Geräte kümmern. In vielen Schulen übernehmen Lehrkräfte die Wartung der Computer nebenbei.

Die Bertelsmann-Stiftung hat für ihren aktuellen " Monitor Digitale Bildung" in Schulen nachgefragt. Danach ist fast die Hälfte der Lehrer mit dem digitalen Status quo an ihrer Schule unzufrieden. Dem technischen Support gibt nur jeder achte Lehrer gute Noten. Noch schlechter schneidet das schuleigene WLAN ab. Glücklich ist damit nur jeder Zwölfte.

Cloud soll Schulen entlasten

Die Einrichtung einer zentraler Schul-Cloud soll Abhilfe schaffen. Die Idee dahinter: Schul-Clouds stellen Lehrern und Schülern über zentrale Plattformen im Netz Rechenleistung, Speicherplatz und Software zur Verfügung. Die Plattformen werden schulübergreifend betrieben. Schüler und Lehrer können von überall auf die Inhalte der Datenwolke zugreifen - mit dem stationären Rechner genauso wie mit ihrem eigenen Smartphone.

Die Vorteile einer zentralen Schul-Cloud liegen auf der Hand: Die Schulen werden finanziell und organisatorisch entlastet. Sie brauchen kaum noch eigene Computer vorzuhalten. Schüler und Lehrer bringen ihre eigenen Geräte mit. Damit entfällt zugleich der Wartungsaufwand für die Rechner der Schule. Zudem ist die Software in der Datenwolke immer auf dem neuesten Stand.

Cloud verändert Unterricht

Christoph Meinel, Direktor des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI), sieht noch weitere Vorteile. "In vielen Schulen gibt es Computerräume mit Rechnern, die nur wenige Stunden in der Woche für den Informatikunterricht genutzt werden", so Meinel zu heute.de. In anderen Fächern würden sie nur selten eingesetzt. "Genau dies aber soll die Schul-Cloud leisten", sagt Meinel. "Sie erleichtert den spontanen, bedarfsgerechten Einsatz auch in Fächern jenseits der Informatik."

Am HPI wurde eine solche Schul-Cloud entwickelt. Seit Schuljahresbeginn wird sie an 27 Schulen bundesweit getestet. Schüler und Lehrer können Lernstoff abrufen, eigene Inhalte hochladen und sich mit anderen austauschen. Ein Internetzugang, ein Webbrowser und ein beliebiges Eingabegerät reichen aus, um auf die Lern-Cloud im Unterricht, zu Hause oder unterwegs zuzugreifen, heißt es beim HPI.

Baustellen auf dem Weg zur Cloud

Die Schul-Cloud aus Potsdam wird vom Bundesbildungsministerium mit einer Million Euro gefördert. Völlig neu und einzigartig ist das Projekt allerdings nicht. Auch anderswo wird an ähnlichen Plattformen gearbeitet. So etwa in Nordrhein-Westfalen. Hier ging kürzlich die von den Kommunen betriebene Lernplattform " Logineo" ans Netz. Im Saarland gibt es schon seit längerem die " Lernwelt Saar", eine Plattform, die von engagierten Lehrkräften ins Leben gerufen wurde und kontinuierlich mit neuen Inhalten bestückt wird.

Schul-Clouds mögen der richtige Schritt sein, um die Digitalisierung der Schulen voranzubringen. Trotzdem gibt es hier noch Baustellen, die verhindern, dass sich das Lernen in der Datenwolke rasch durchsetzt. So besitzen viele Schulen noch immer kein schnelles Internet und kein leistungsfähiges WLAN. Schüler und Lehrer bleiben in der Schule mit Mobilgeräten notgedrungen offline.

Fünf Milliarden Euro für die Schulen

Das Projekt Schul-Cloud trage mit dazu bei, die Themen Internetanbindung und WLAN-Ausstattung mit Nachdruck "auf der politischen Agenda zu platzieren", sagt Meinel vom HPI. Hoffnungen werden vor allem in den Digitalpakt gesetzt, den Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) im Oktober vergangenen Jahres angekündigt hat. Ab 2018 sollen fünf Milliarden Euro in die digitale Aufrüstung der Schulen fließen. Ob das Geld tatsächlich kommt, wird erst von der nächsten Bundesregierung entschieden.

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