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Schulz bei Steinmeier - SPD in der Zwickmühle

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Beim Gespräch zwischen Bundespräsident Steinmeier und SPD-Chef Schulz wurden Möglichkeiten der Regierungsbildung ausgelotet. Doch die SPD will sich nicht festlegen.

Die SPD ringt um ihr weiteres Vorgehen aus der Regierungskrise. Nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen hatte Schulz zunächst für Neuwahlen plädiert - in der Partei regt sich dagegen aber immer stärkerer Widerstand.

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Die SPD ringt bei der Frage einer Neuauflage der Großen Koalition um einen einheitlichen Kurs. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach am Donnerstagnachmittag mehr als eine Stunde lang mit SPD-Chef Martin Schulz. Nach dem Termin im Schloss Bellevue wollte Schulz die engere Parteiführung bei einer Sitzung in der Parteizentrale über die Unterredung unterrichten.

Union: Türen sind offen

Die Union verkündet bereits, die Türen für die SPD stünden offen. Von dem Treffen zwischen Steinmeier und Schulz drang zunächst nichts nach außen. Der Bundespräsident dürfte den SPD-Chef aber an die staatspolitische Verantwortung der Sozialdemokraten und die Möglichkeit einer erneuten Großen Koalition erinnert haben.

Am Sonntagabend waren die Jamaika-Sondierungen zwischen Union, FDP und Grünen gescheitert. Das Staatsoberhaupt hatte die Parteien daraufhin eindringlich zu einem neuen Anlauf für eine Regierungsbildung aufgerufen. Steinmeier führte in den vergangenen Tagen bereits Gespräche mit anderen Parteichefs. Er traf an diesem Donnerstag auch mit Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) zusammen.

Die SPD hatte unmittelbar nach ihrem Absturz bei der Bundestagswahl auf 20,5 Prozent eine Große Koalition ausgeschlossen und dies Anfang der Woche bekräftigt. Seitdem ist in der Partei aber eine heftige Debatte entbrannt, die auch dem Vorsitzenden Schulz gefährlich werden könnte.

Parteitag in Berlin

Am 7. Dezember beginnt in Berlin der dreitägige Bundesparteitag der Sozialdemokraten, auf dem auch die Führungsmannschaft neu gewählt wird. Vor seinem Treffen mit Steinmeier hatte Schulz eine konstruktive Rolle seiner Partei bei der Suche nach einer stabilen Regierung zugesichert. "Die SPD ist sich vollständig ihrer Verantwortung in der momentan schwierigen Lage bewusst", sagte er. "Ich bin sicher, dass wir in den kommenden Tagen und Wochen eine gute Lösung für unser Land finden."

Bei den Gesprächen im Willy-Brandt-Haus am späten Donnerstagnachmittag wurde nicht mit raschen Festlegungen gerechnet. Die Sozialdemokraten müssten in Ruhe alle Optionen bewerten, die auf dem Tisch lägen, hieß es. Vor allem müsse aus der Führung das Signal an die aufgewühlte Partei ausgehen, dass es einen geordneten Prozess ohne Vorfestlegungen gebe.

Lauterbach: Offen für GroKo

Der Vize-Chef der Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, hält Schwarz-Rot für möglich. "Wir werden, wenn überhaupt nichts anderes geht, auch noch mal über eine Große Koalition nachdenken müssen", sagte der Politiker vom linken Parteiflügel am Donnerstag im ZDF. Dann müsse aber mit der CDU vor allem über soziale Themen gesprochen werden.

Es sind turbulente Tage für die SPD: Groko, Minderheitsregierung, Neuwahlen? Niemand weiß so richtig, wo es langgeht. Was sagt die SPD-Basis dazu?

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Hamburgs Regierungschef, Parteivize und Schulz-Rivale Olaf Scholz ließ sich am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" nicht in die Karten gucken: "Man kann sich darauf verlassen, dass die SPD verantwortlich mit der Situation umgehen wird." Auf die Frage, ob er schon darüber nachgedacht habe, Parteivorsitzender zu werden, antwortete Scholz: "Ich glaube, es ist wichtiger darüber zu reden, was anliegt."

Minderheitsregierung tolerieren?

Auch Neuwahlen sind für ihn unverändert eine Option: "Es wäre falsch zu sagen, dass das keine Möglichkeit ist." In der SPD wird neben einer erneuten Groko auch die Möglichkeit diskutiert, eine ausschließlich mit CDU-Ministern besetzte und von Kanzlerin Angela Merkel angeführte Minderheitsregierung zu tolerieren. Scholz sagte dazu aber: "Ich bin sehr sehr skeptisch, was eine Minderheitsregierung betrifft." Europa brauche eine stabile Regierung in Deutschland.

Auch der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) erteilte einer möglichen Minderheitsregierung im Bund eine Absage. "Grundsätzlich sind Minderheitsregierungen fragile Gebilde", sagte Weil den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland".

Die SPD habe sich stets verantwortungsbewusst verhalten, sagt Niedersachsens Regierungschef Weil mit Blick auf den Termin von SPD-Parteichef Schulz beim Bundespräsidenten.

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Union umgarnt SPD

Die Union beginnt bereits, die SPD zu umgarnen. CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder sagte der "Südwest Presse", er würde sich freuen, "wenn sich die bisherigen Partner in der Bundesregierung wieder zusammenfänden". Gerade die großen Parteien, die die Geschichte der Bundesrepublik geprägt hätten, "haben nach diesem Wahlergebnis eine besondere Verantwortung, dem Land eine gute Regierung zu stellen". Die Union stehe für jedes Gespräch zur Verfügung.

CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn kann sich eine Minderheitsregierung vorstellen, sollte es zu keiner Neuauflage der Großen Koalition kommen. Das käme auf die Gespräche mit der SPD an, die er nun in der Verantwortung sehe, sagte Spahn bei der einer Konferenz des Wochenmagazins "Zeit".

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